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  • Buga 2031 im Mittelrheintal: Land will Vorstudie in Auftrag geben

    Mittelrhein. Was erst vor einigen Wochen als Idee geboren wurde, nimmt rasch konkrete Züge an: Die Vision einer Bundesgartenschau im Jahr 2031 im Welterbe Oberes Mittelrheintal zwischen Koblenz und Bingen geht in die Vorbereitungsphase. 

    Das Obere Mittelrheintal mit Loreley in seiner ganzen Pracht. Gut vorstellbar, dass hier eine spektakuläre Buga 2031 stattfinden könnte.
    Das Obere Mittelrheintal mit Loreley in seiner ganzen Pracht. Gut vorstellbar, dass hier eine spektakuläre Buga 2031 stattfinden könnte.
    Foto: Jens Weber

    Von unserem Redakteur Michael Stoll

    Mögliche erste Schritte und Weichenstellungen hin zu einer Bewerbung diskutierten Orts- und Verbandsgemeindebürgermeister sowie Landräte von beiden Rheinseiten und aus den hessischen Teilen des Welterbes über Parteigrenzen hinweg jetzt in den Räumen der Winzergenossenschaft Bornich (Rhein-Lahn-Kreis) zusammen mit Experten und der Chefredaktion unserer Zeitung.

    Mit Blick auf eine bald anstehende Sondersitzung des Zweckverbandes Welterbe zum Thema gab Innenminister Roger Lewentz (SPD) bekannt, dass sein Ministerium bereit ist, noch in diesem Jahr eine professionelle Vorstudie zu einer Buga in Auftrag zu geben. Den Termin 2031 hat die Deutsche Bundesgartenschaugesellschaft (DBG) bereits geblockt (wir berichteten); bis Ende 2016 muss dann eine konkrete Bewerbung vorliegen.

    Vielfältige Chancen für das Tal

    Lewentz, der Vater der Idee "Buga 2031", erläuterte an dem von der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz organisierten Abend noch einmal die vielfältigen Chancen, die eine Bundesgartenschau für das problembehaftete Mittelrheintal birgt: Sie sei Anlass für eine umfassende regionale Entwicklung über mehrere Jahre, wenn nicht Jahrzehnte in vielen Bereichen wie Tourismus, Infrastruktur und in den Kommunen. Die Bundesgartenschau in Koblenz vor vier Jahren habe gezeigt, dass die hier eingesetzten rund 100 Millionen Euro öffentlicher Gelder einen Investitionsschub von etwa 500 Millionen an privaten Mitteln nach sich gezogen haben. Eine Buga schafft also ein positives Investitionsklima, damit Arbeit und Wachstum.

    Bürgermeister und Landräte vom Mittelrhein diskutierten in Bornich die nächsten Schritte zur Buga 2031.
    Bürgermeister und Landräte vom Mittelrhein diskutierten in Bornich die nächsten Schritte zur Buga 2031.

    Der Minister machte auch deutlich, dass ein professionelles Management für die Vorbereitung und Umsetzung einer Buga sowie "ein hochwertiges, ganzheitliches Entwicklungskonzept" die Schlüssel zum Erfolg sind. In der Zeitschiene sieht Lewentz für das laufende Jahr die Diskussion und Entscheidung über eine Bewerbung und in der Folge die Vorstudie. 2016 müsse dann eine Machbarkeitsstudie als "formelle Bewerbungsmappe" sowie die Bewerbung folgen. Mit dem erhofften Zuschlag durch die DBG böte es sich an, umgehend eine Buga-GmbH zu gründen. 2017 stünden dann quasi als Prolog die eventuelle Eröffnung des runderneuerten Loreley-Plateaus sowie Bürger-Workshops und erste Planungen der Gartenschau im Drehbuch. Weitere Vorbereitungen und die Umsetzung erster Projekte bestimmten ab 2018 die Agenda.

    Als mögliche Buga-Beteiligte nannte der Minister neben der DBG und den Ländern Rheinland-Pfalz und Hessen die Kommunen am Fluss und auf den Rheinhöhen, den Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal sowie Unternehmen, Vereine, Verbände und alle an der Buga Interessierten in der Region. Aufgaben einer Buga-GmbH, die mit viel Experten-Know-how federführend tätig werden müsse, seien die Koordination und Planung der Gartenschau und weitere städtebauliche Maßnahmen, die Entwicklung einer entsprechenden technischen (Verkehr, Tourismus etc.) und grünen Infrastruktur. Ferner gehe es darum, hochwertige touristische Projekte und gärtnerische Ausstellungen zu entwickeln, natürlich die große Schau durchzuführen und auch die Nachnutzung der Buga-Flächen im Auge zu haben.

    Viel Erfahrung mit einer Gartenschau brachte Ulrike Kirchner von der Hochschule Koblenz-Landau mit in die rustikale Atmosphäre der Winzergenossenschaft. Die ehemalige Planerin bei der Buga Koblenz 2011 GmbH ließ in ihrem Vortrag erkennen, welch umfassendes Konjunkturprogramm eine Bundesgartenschau umsetzt: Die Buga Koblenz hatte ein Volumen von 112 Millionen Euro; davon kamen 46 Millionen vom Land, 24 Millionen trug die Stadt bei, und 42 Millionen wurden über Eintrittsgelder und Sponsoring erwirtschaftet. Mit 3,5 Millionen Besuchern wurden die Erwartungen weit übertroffen; die Impulse und Effekte durch die Schau wirken in Stadt und Region noch heute nach, was sich weiterhin in positiven Tourismuszahlen manifestiert. Und noch eine Zahl, die auch für die Buga 2031 von Interesse ist: In einem Radius von 160 Kilometern um Koblenz lebt ein Viertel der deutschen Bevölkerung. Hinzu kommt das benachbarte Ausland, zu allererst die Beneluxstaaten.

    Die Planungen für die Buga liefen aufgrund der kurzen Vorbereitungsphase von zwölf Jahren intensiv, aber auch relativ unspektakulär, da Profis am Werk waren. Die damaligen Leitthemen Wasser, Festung, Rheinromantik, Unesco-Welterbe und Europa, so Kirchner, könnten mit Ausnahme des Ehrenbreitsteins auch für eine Gartenschau am Mittelrhein gelten.

    Die Bürger einbinden

    Ein weiteres Erfolgsrezept verriet die Expertin: während des gesamten Prozesses die Bürger immer wieder einbinden. Dass daraus in Koblenz eine starke Bürgerinitiative geworden ist, darüber berichtete Anna Maria Schuster, Geschäftsführerin der Freunde der Bundesgartenschau 2011. Die mehr als 1000 Mitglieder beschäftigen sich nicht nur mit Beeten und Blumen, sondern mischen sich intensiv in die Zukunftsentwicklung der Stadt an Rhein und Mosel ein. Wen wunderte es, dass an dem Abend in Bornich Stimmen zur Gründung eines Buga-Freundeskreises für den Mittelrhein laut wurden...

    Nachdem auch Sibylle Eßer von der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft den Kommunalpolitikern Mut für eine Bewerbung zugesprochen hatte, belegte die anschließende Diskussion einmal mehr, dass die Buga-Idee den Nerv vieler kommunaler Spitzenleute am Mittelrhein getroffen hat. Christian Lindner, Chefredakteur der Rhein-Zeitung, war zusammen mit seinem Stellvertreter Peter Burger sowie Regiochef Michael Stoll nach Bornich gekommen und zeigte Flagge: "Wir sehen das Projekt Buga 2031 als Riesenchance für das Herzstück unseres Landes und werden das Projekt wohlwollend begleiten."

    Kopie von Beschlussvorschlag: Buga 2031 wird Thema in den Welterbe-KommunenSpektakel auf dem Wasser: Die schwimmende Gartenschau Mobilität: Mit dem E-Bike zur Burg, per Taxi ans andere Rheinufer Buga 2031: Von der Obstblüte über den 
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