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  • Baustellenbesuch: Lewentz ist stolz auf Hochmoselübergang

    Rheinland-Pfalz. Betonpfeiler wachsen in die Höhe, Kräne recken ihre schlanken Ausleger in den blauen Himmel, gegenüber, auf der Eifelseite, liegt das Ende eines Tunnels im Dunst. Der Hochmoselübergang, Europas größte Brückenbaustelle, nimmt langsam Gestalt an. 

    Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) sieht mit dem Hochmoselübergang den Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz gestärkt. „Es ist eine der großen Achsen in Europa, die hier gebaut wird“, meinte der Sozialdemokrat bei der Besichtigung der Baustelle in Zeltingen-Rachtig.
    Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) sieht mit dem Hochmoselübergang den Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz gestärkt. „Es ist eine der großen Achsen in Europa, die hier gebaut wird“, meinte der Sozialdemokrat bei der Besichtigung der Baustelle in Zeltingen-Rachtig.
    Foto: Tom Frey

    Von unserem Redakteur Dietmar Brück

    Noch lassen braune Schneisen in der bunten Herbstlandschaft nur erahnen, was hier zwischen den Gemeinden Ürzig (Eifel) und Zeltingen-Rachtig (Hunsrück) entsteht. Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) hat sich zum Baustellenbesuch angemeldet. Mit weißem Helm, orangefarbener Schutzweste, Jeans und Wanderschuhen lässt er seinen Blick über das Moseltal schweifen, das hier in naher Zukunft auf 1,7 Kilometern mit der Hochmoselbrücke überspannt werden soll.

    Dimension der Konstruktion derzeit einzigartig in Europa

    „Ich bin sehr stolz, was unsere Ingenieure hier leisten“, sagt Lewentz. Und Bernd Hölzgen, der technische Geschäftsführer des federführenden Landesbetriebes Mobilität (LBM), ergänzt: „Ein solcher Brückenbau erregt bundesweit Aufmerksamkeit. Das sind die Höhepunkte im Leben und Schaffen eines jeden Ingenieurs.“

    Lewentz, der bekanntlich mit Höhenangst zu kämpfen hat, lässt es sich nicht nehmen, die schmale Treppe auf ein 153 Meter langes, vormontiertes Brückenteil zu klettern – ein gigantisches Stahlmonstrum. Die Einzelteile, die mit nächtlichen Schwertransporten die Baustelle erreichen, werden vor Ort verschweißt. Dazu haben die Techniker und Bauarbeiter einen Vormontageplatz am Widerlager Hunsrück aus dem Boden gestampft. Die eigentliche Brücke mit ihrem Hohlkasten aus Stahl wird Stück für Stück verlängert und dann von der Hunsrückseite aus über die fertigen Stahlbetonpfeiler geschoben, bis sie am Ende die Eifelhöhen erreicht. 80 Meter hat sich der erste stählerne Koloss bereits bewegt. Ein Faszinosum für alle Architektur- und Technikfans.

    Streit um Einsicht in Statikunterlagen

    Doch der Hochmoselübergang ist ein zweischneidiges Schwert für die Landespolitik. Um seinen – vom Bund finanzierten – Bau gegen die Grünen durchzusetzen, musste die SPD den Bau der Mittelrheinbrücke auf Eis legen. Für beide Seiten war der Kompromiss schwer verdaulich. Die SPD geriet am Mittelrhein unter Druck. Die Grünen wurden von ortsansässigen Bürgerinitiativen rund ums Moseltal als Verräter beschimpft. Diese befürchten eine Verschandelung der Landschaft. Zudem schlugen Weinkenner Alarm, weil sie sich um die Qualität erstklassiger Rieslinglagen sorgen. Selbst ein schlanker Brückenbau wirft Schatten – nicht nur politisch.

    Nach der Erfahrung von Verkehrsminister Lewentz ist es still um die Brückengegner geworden. „Bei uns kommt nicht mehr viel an“, verrät er. Immerhin: Die Bürgerinitiative Pro Mosel verlangt aktuell, dass das Land Einblick in Statikunterlagen gewährt. Man befürchtet, dass der Grund auf Ürziger Seite instabil ist. Das Land will Akten und Berechnungen nicht herausgeben, angeblich um Rechte und Wissen der beteiligten Firmen zu schützen. Zudem betonen die LBM-Experten, dass die Berechnung der Statik ein fortlaufender Prozess ist, der mit aller Sorgfalt ausgeführt wird. Am 6. November verhandelt das Verwaltungsgericht Trier darüber, ob Pro Mosel Akteneinsicht nach dem Informationsfreiheitsgesetz erhält.

    Derweil rollen an der Baustelle weiter die Bagger und Dampfwalzen, bringen die Schwertransporter neue Stahlplatten, montieren die Facharbeiter den Hohlkörper und die Basis des Brückenaufbaus. Langsam wächst auch die Zahl der Touristen, die die Geburt dieses Stahlgiganten erleben wollen. Im Info-Zentrum Hochmoselbrücke freut man sich über die Resonanz. Gegen die Einrichtung flog aber auch schon ein Dutzend roher Eier.

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