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    Anwältin: Behörde war über Missbrauch informiert

    Bereits vor Jahren gab es Hinweise an das Jugendamt, sagt Katharina Hellwig, Anwältin der Stieftochter, im Gespräch mit unserer Zeitung.

    Anwältin: Behörde war über Missbrauch informiert
    Rechtsanwältin Katharina Hellwig

    Bereits vor Jahren gab es Hinweise an das Jugendamt, sagt Katharina Hellwig, Anwältin der Stieftochter, im Gespräch mit unserer Zeitung.

    Haben sich die mutmaßlichen Opfer in der Vergangenheit an Stellen gewandt und um Hilfe gebeten?

    Meine Mandantin hat nie ausdrücklich gesagt, dass Missbrauch vorliegt. Sie und andere Familienmitglieder haben sich aber an Stellen um Hilfe gewandt, die das anders bewertet haben.

    Welche Stellen waren das?

    Das Jugendamt Altenkirchen und die Polizei.

    Wie hat das Amt reagiert?

    Das Jugendamt war teilweise informiert, es lag aber sicherlich an der Bewertung der Tatsachen, dass nicht früher eingegriffen wurde. Die Familie war zudem wegen Schlägereien und Alkohol bei der Polizei bekannt.

    Wann wurde das Jugendamt informiert?

    Es ist sechs bis sieben Jahre her. Das Jugendamt wusste von der Vaterschaft des Stiefvaters. Das Jugendamt hat dies anders bewertet.

    Hätten das Jugendamt oder die Polizei anders reagieren müssen?

    Ich möchte mich nicht als Richter über die Organisationen erheben, im Nachhinein ist man immer schlauer. Es bedarf aber sicher noch Ermittlungen. Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass es sich um einen ausgeprägten psychischen und physischen Missbrauch handelte. Diese psychische Abhängigkeit war in einem ungeheuren Maß vorhanden, das können wir uns nicht vorstellen.

    Wie geht es Ihrer Mandantin aktuell?

    Sie ist angesichts des Prozessbeginns sehr angespannt, weil sie nicht weiß, ob der Angeklagte gestehen wird oder nicht.

    Wird Ihre Mandantin psychologisch betreut?

    Ja, natürlich. Sie braucht ihre Ruhe, sie steht in ständigem Kontakt mit ihrem Betreuer. Und ich bin sicher, dass sie bis zum Prozessbeginn die nötige Ruhe gefunden haben wird, um aussagen zu können. Sie hat es fest vor auszusagen.

    Wie ist das Kreisjugendamt nun über die Vorfälle informiert worden?

    Die Tochter hat einen Abschiedsbrief an die Mutter geschrieben, den meine Mandantin beim Aufräumen gefunden und dem Jugendamt übergegeben hat.

    Wie war die Reaktion des Kreisjugendamtes?

    Die jüngere Schwester meiner Mandantin wurde aus der Familie herausgenommen. Meine Mandantin ist mit den Kindern ausgezogen.

    Die Fragen stellten Volker Held 
und Dietmar Telser

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