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  • Pleite: Land muss den Ring verkaufen

    Rheinland-Pfalz. Harter Schnitt in der Eifel: Der komplette oder teilweise Verkauf des Nürburgrings lässt sich nicht mehr vermeiden. Der Grund: Die EU-Kommission wird der nahezu landeseigenen Nürburgring GmbH die beantragte Rettungsbeihilfe nicht gewähren.

    Für Rennsportfans aus aller Welt ist der Nürburgring ein Mekka: Jetzt erlebt die rheinland-pfälzische Landesregierung an dem Eifelkurs die Pleite ihrer Ring-Tochter.
    Für Rennsportfans aus aller Welt ist der Nürburgring ein Mekka: Jetzt erlebt die rheinland-pfälzische Landesregierung an dem Eifelkurs die Pleite ihrer Ring-Tochter.
    Foto: Denise Hülpüsch

    Das erfuhr unsere Zeitung aus gut informierten Kreisen. Mit der Brüsseler Entscheidung ist die Besitzgesellschaft in der Eifel endgültig pleite. Ihr bleibt nur noch der Gang zum Insolvenzrichter beim Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Nürburgring, eine der berühmtesten und traditionsreichsten Rennstrecken der Welt, wird damit die längste Zeit Volkseigentum gewesen ein. Diese Nachricht dürfte im politischen Mainz ein Beben auslösen. Die rot-grüne Landesregierung hatte bis zuletzt gehofft, die Pleite ihres Tochterunternehmens abwenden zu können. Das Machtwort aus Brüssel beschert ihr nun eine harte politische Niederlage.

    330-Millionen-Kredit bei der Bank

    Der Hintergrund: Die Landesregierung hatte Brüssel darum gebeten, die hoch verschuldete und von der Pleite bedrohte Landestochter mit rund 13 Millionen Euro stützen zu können. Zudem sollten der Nürburgring GmbH, die den Ring besitzt, die Zinszahlungen für den 330-Millionen-Kredit bei der landeseigenen Investitions- und Strukturbank (ISB) gestundet werden. Doch diesem finanziellen Rettungsplan verweigert die EU-Wettbewerbsbehörde die Zustimmung. Damit ist Rot-Grün nicht mehr Herr des Verfahrens. Über die Zukunft des Nürburgrings entscheidet ein Insolvenzverwalter.

    Dieser ist schon bald für alle künftigen Vertragsabschlüsse verantwortlich - gleich, ob mit Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone über die Königsklasse des Rennsports, mit dem ADAC über den Truck Grand Prix oder mit Konzertveranstalter Marek Lieberberg über das Musikfestival Rock am Ring verhandelt wird.

    Zu der prekären Lage am Nürburgring kommt es, weil die EU die beantragten Hilfsgelder für die klamme Landesgesellschaft nach Informationen unserer Zeitung erneut als Beihilfeverstoß einstuft. Brüssel prüft derzeit den Verdacht, dass insgesamt unerlaubte Beihilfen in der Höhe von 524 Millionen in Rennstrecke und Freizeitkomplex geflossen sind. Das Ergebnis dieser Prüfung steht noch aus.

    Ring-Komplex nicht mehr viel wert

    Die rheinland-pfälzischen Steuerzahler werden damit rechnen müssen, dass sie kräftig zur Kasse gebeten werden. Denn laut Überschuldungsbilanz der Nürburgring GmbH ist der gesamte Ring-Komplex nur noch 126 Millionen Euro wert. Laut "Wirtschaftswoche" hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young für das Land eine entsprechende Analyse erstellt. Nach dem Zahlenwerk, das auch unserer Zeitung in Auszügen vorliegt, ist die Ring GmbH zugleich mit 413 Millionen Euro verschuldet. Dazu zählen der 330-Millionen-Kredit der ISB und 83 Millionen an Gesellschafterdarlehen. Das Land könnte - selbst bei einem Komplettverkauf - auf 287 Millionen Euro Schulden sitzen bleiben.

    Die laufende Ringsaison indes wird voraussichtlich wie geplant fortgeführt. Wie es danach weiter geht, liegt in den Händen des Insolvenzverwalters, der die Gläubiger zufriedenstellen muss. Hauptgläubiger ist das Land.

    Von unserem Chefredakteur Christian Lindner und

    Redakteur Dietmar Brück

    Ring: Heinemanns Anteil ist geschrumpft Beschwerde bei EU-Kommission: Verein fordert Widerruf des Ring-Verkaufs Verkauf des Nürburgrings: Auch Nexovation protestiert weiter Formel-1-Kalender: Am 19. Juli ist das Rennen am NürburgringBehnke im Interview: Es ist nicht unsere Aufgabe zu gefallen weitere Links
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