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  • "Moderne Wegelagerei": Bettensteuer könnte Schiffe von Koblenz fernhalten

     Koblenz - Immer mehr Städte führen Bettensteuern und Kulturförderabgaben ein. Auch Koblenz nimmt zum 1. Januar 2013 eine Übernachtungssteuer von 1,50 Euro pro Gast und Tag  -  auch von Reisenden auf Hotelschiffen. Anbieter von Kreuzfahrten überlegen nun, ob sie dann  nachts in anderen Städten anlegen.

    Noch legen viele Hotelschiffe in Koblenz an, aber die Erhebung einer Bettensteuer in Koblenz und anderen Städten macht Flusskreuzfahrten in Deutschland zu teuer, klagen Anbieter.
    Noch legen viele Hotelschiffe in Koblenz an, aber die Erhebung einer Bettensteuer in Koblenz und anderen Städten macht Flusskreuzfahrten in Deutschland zu teuer, klagen Anbieter.
    Foto: Annette Hoppen

     Koblenz - Moderne Wegelagerei – so bezeichnet Guido Laukamp, Geschäftsführer von Viking Flusskreuzfahrten, die Einführung von Bettensteuern und Kulturförderabgaben in immer mehr Städten. Auch Koblenz führt zum 1. Januar 2013 eine Übernachtungssteuer von 1,50 Euro pro Gast und Tag ein, und die gilt auch für Reisende auf Hotelschiffen. Anbieter von Kreuzfahrten überlegen nun, ob sie ab dem nächsten Jahr nachts in anderen Städten anlegen, um ihren Gästen die Abgabe zu ersparen.

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    „Dem Kreuzfahrtveranstalter kann es letztlich egal sein, wo seine Gäste übernachten – den örtlichen Museen, Fremdenführern, Busunternehmern und Gastgewerbetreibenden allerdings nicht“, sagt Laukamp auf Nachfrage der RZ.

    Auch die TUI GmbH, die mit drei Schiffen auf Rhein und Mosel unterwegs ist, prüft, ob sie Koblenz noch anfährt, sagt Sprecherin Susanne Stünckel. Schließlich gebe es mehrere Ausweichstandorte in der Nähe. Für Laukamp ist es klar, dass „alle Flusskreuzfahrtanbieter über veränderte Katalogprogramme und Routenführungen nachdenken“. Er ist überzeugt, dass Haltepunkte im Ausland und in deutschen Städten ohne Bettensteuer in Zukunft bevorzugt werden. Grundsätzlich hält Susanne Stünckel eine Bettensteuer für kontraproduktiv für die Entwicklung des Deutschland-Tourismus.

    „Bald sind wir wieder im Stadium der Kleinstaaterei, als jeder Burgfürst entlang des Rheins seinen eigenen Zwangszoll erhob.“

    Guido Laukamp, Chef von Viking Flusskreuzfahrten, zur Bettensteuer in deutschen Städten


    Guido Laukamp, der auch stellvertretender Vorsitzender des Schifffahrtsausschusses des Deutschen Reiseverbands ist, unterstreicht dies: „Urlaub in Deutschland wird politisch verteuert, während im angrenzenden Ausland weiterhin ermäßigte Mehrwertsteuersätze gelten und Bettensteuern auch noch nicht in Mode gekommen sind.“

    Denn zu der Bettensteuer in deutschen Kommunen kommt hinzu, dass auch die Mehrwertsteuer für Flussreisen in diesem Jahr von 7 auf 19 Prozent erhöht wurde. „Das kann auf einer einwöchigen Reise schnell noch einmal eine Mehrbelastung von 75 bis 150 Euro ausmachen“, sagt der Viking-Chef. Den Flussreise-Fans sei es nur schwer vermittelbar, dass Kreuzfahrten durch Deutschland teurer sind als in Frankreich oder die Donau hinab.

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

     

    Leserkommentare (8)

    1
    von matisse vom 26.04 - 11:30 Uhr
    [QUOTE=Bibo;63702]Guuuut!!! Die Schiffe legen woanders an. Keine schlaflosen Nächte mehr, weil die ganze Nacht die Aggregate laufen. Kein Gestank ...
    2
    von DeZonk vom 26.04 - 20:16 Uhr
    [QUOTE=matisse;63704]Der Traum wir gottlob bald Wirklichkeit.[/QUOTE] Ja, sollen doch keine Schiffe mehr kommen, Touristen irgendwoanders ...
    3
    von Bibo vom 26.04 - 21:15 Uhr
    1. Die Touristen, die mit den Hotelschiffen kommen, geben nicht so viel Geld in Koblenz aus. Die werden rundum an Bord verköstigt. Die Schiffe werden ...
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