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  • Land setzt auf Windräder in Wäldern

    Rheinland-Pfalz -Die rheinland-pfälzische Landesregierung setzt auf den massiven Ausbau der Windkraft in Waldgebieten. Umweltministerin Ulrike Höfken und Wirtschaftsministerin Eveline Lemke bekräftigten in Kastellaun (Rhein-Hunsrück-Kreis) ihr Ziel, dass die Menge des durch Windkraft erzeugten Stroms bis 2020 verfünffacht werden soll. Damit will die Regierung dem Ziel nahe kommen, die Stromversorgung im Jahr 2030 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu bestreiten.

    Wirtschaftsministerin Eveline Lemke glaubt, dass Windkraft im Wald die Menschen weniger stört.
    Wirtschaftsministerin Eveline Lemke glaubt, dass Windkraft im Wald die Menschen weniger stört.
    Foto: werner dupuis

    Rheinland-Pfalz -Die rheinland-pfälzische Landesregierung setzt auf den massiven Ausbau der Windkraft in Waldgebieten. Umweltministerin Ulrike Höfken und Wirtschaftsministerin Eveline Lemke bekräftigten in Kastellaun (Rhein-Hunsrück-Kreis) ihr Ziel, dass die Menge des durch Windkraft erzeugten Stroms bis 2020 verfünffacht werden soll.

    Damit will die Regierung dem Ziel nahe kommen, die Stromversorgung im Jahr 2030 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu bestreiten.

    "Es hat ein Umdenken stattgefunden", sagte Hans-Günter Fischer, Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Waldbesitzerverbandes und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Linz. "Wir stehen als Waldbesitzer gern zur Verfügung, um in enger Zusammenarbeit mit dem Land die Entwicklung voranzutreiben." Mindestens 2 Prozent der Waldfläche des Landes sollen für die Nutzung durch Windkraft ausgewiesen werden, erklärten die Grünen-Ministerinnen. Vor allem die windanfälligen Höhenlagen wie der Hunsrück sind prädestiniert für Anlagen wie jene, die beide im Bezirk des Forstamtes Kastellaun besuchten: Dort werden dieser Tage erstmals in Deutschland in einem Waldgebiet die ersten Anlagen der Drei-Megawatt-Klasse errichtet.

    „Waldstandorte bieten sich an, da sie häufig fern von Ortschaften liegen.“ Wirtschaftsministerin Eveline Lemke glaubt, dass Windkraft im Wald die Menschen weniger stört.

    1125 Windkraftanlagen sind im Land in Betrieb - nur jede zehnte davon steht im Wald. Diese Zahl soll stark erhöht werden. Höfken und Lemke kündigten an, dafür die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen zu wollen. "Es ist die Aufgabe der Regionalplanung und der Kommunen als Verantwortliche für die Bauleitplanung, Konzepte zu entwickeln", sagte Lemke. Ob ein bis dato fehlender, übergeordneter Raumordnungsplan entwickelt wird, ist offen.

    Experten bemängeln eine klare Richtung der rot-grünen Regierung. "Es wäre wichtig, schnell ein Signal aus Mainz zu erhalten - wir versuchen seit geraumer Zeit erfolglos, einen Termin zu bekommen", sagte Fischer. Seit dem Amtsantritt der Landesregierung im Mai sind die Waldbesitzer bemüht, mit den zuständigen Ministerien in Kontakt zu treten.

    "Durch die technische Entwicklung konnte die Waldverträglichkeit von Windkraftanlagen in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert werden", sagte Höfken. Die Windräder sind inzwischen bis zu 180 Meter hoch, ihre Rotoren können sich über den Wipfeln der Bäume drehen. Kriterien, wie der Erholungsraum Wald kulturlandschaftlich vor Raubbau geschützt werden kann, existieren noch nicht. "Es muss Grenzen geben", sagte Hans-Günter Fischer.

    Das Land bekennt sich zur Windkraft und will den Ausbau künftig massiv vorantreiben, die konkrete Planung überlässt die Mainzer Regierung aber noch untergeordneten Ebenen: Die Ausweisung neuer Anlagen ist häufig Aufgabe der Verbandsgemeinden, die Kreisverwaltungen verantworten die Baugenehmigungsverfahren, die Ortsgemeinden werden von den Betreiberfirmen meist direkt mit einem Angebot konfrontiert, das sie selten ablehnen. Die Pachterträge fließen direkt in den Gemeindehaushalt und sind umlagenfrei. Fischer erklärt: "Als Bürgermeister sage ich, dass das Thema in einem bürgernahen Prozess mit den Kommunen angegangen werden muss, der nicht nur von oben durchgesetzt wird."

    Zum Tragen kämen in solchen Prozessen auch Fragen, wie das Land mit sensiblen Waldflächen umgehen will. Beim Ortstermin im Hunsrück äußerten sich die Ministerinnen weder detailliert zu sensiblen Flächen wie dem Naturpark Soonwald noch dazu, wie Erträge aus der Windkraft konkret solidarisch verteilt werden können. Lemke sagte nur, dass "möglichst viele Kommunen profitieren" sollen.

    Von unserem Redakteur Volker Boch

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