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    Koblenz. Der Schienenhaltepunkt Mitte in Koblenz wird noch einmal deutlich teurer, als befürchtet: 18,5 Millionen Euro brutto sollen es werden - mehr als doppelt so viel, wie geplant.

    Kostenexplosion beim Schienenhaltepunkt
    Die Arbeiten am Schienenhaltepunkt Mitte hinter dem Löhr-Center in Koblenz werden stetig teurer. Ob der Stadtrat der nächsten Steigerung zustimmen wird, ist noch offen.
    Foto: Thomas Frey

    Von unserem Redakteur Ingo Schneider

    Koblenz - Der Schienenhaltepunkt Mitte in Koblenz wird noch einmal deutlich teurer, als befürchtet: 18,5 Millionen Euro brutto sollen es werden - die ursprüngliche Planung aus dem Jahr 2005 ging noch von 9,1 Millionen Euro aus.

    Mehr als das Doppelte: Das dürfte in der Sitzung des Stadtrats am 17. Dezember für reichlich Ärger sorgen. Denn: Erst im Sommer war die jüngste Kostensteigerung auf 13,1 Millionen Euro mit ausgesprochen lautem Zähneknirschen zur Kenntnis genommen worden. Jetzt soll es um weitere 5,4 Millionen Euro hochgehen - und deutlicher Widerstand zeichnet sich bereits ab.

    In seiner Sitzung am gestrigen Freitag wurde dem Buga-Ausschuss der neue Beschluss vorgelegt, der am Montag in den Haupt- und Finanzausschuss und später dann in den Stadtrat wandern soll. Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofman-Göttig wollte sich zunächst zu dem Thema nicht äußern. Bislang wurde es nur in nicht öffentlicher Sitzung behandelt. Der OB will jetzt zunächst die zuständigen Gremien informieren.

    Die Beschlussvorlage, mit der sich diese Gremien beschäftigen werden, liegt der RZ bereits vor. Und die Liste der Punkte, die die Kosten in die Höhe schießen lassen, ist lang:

    -Mehr Erde sei ausgehoben worden und diese sei stärker belastet, als erwartet. Mehrkosten: 61.000 Euro.
    -Für die Sicherung der Baustelle muss trotz des automatischen Warnsystems Personal an Ort und Stelle sein. Mehrkosten: 231.000 Euro.

    -Die Entwässerung des Haltepunkts wird sehr viel aufwendiger und damit teurer, als zunächst geplant. Mehrkosten: 381.000 Euro.

    -Die Eröffnung des Haltepunkts nach Plan zur Buga (es handelt sich immerhin um eine Buga-Maßnahme) ist nur mit einer kostenträchtigen Baubeschleunigung zu machen. Mehrkosten: mindestens 714.000 Euro (im schlechtesten Fall 1,7 Millionen Euro).

    -Der größte Brocken läuft in zwölf Positionen mit der Überschrift „unvorhergesehene Leistungsänderungen im Bau“. Mehrkosten gesamt: gut 2,6 Millionen Euro.

    -Die Bausumme erhöht sich - und damit auch der Honoraranspruch der Planer. Mehrkosten: 375.000 Euro.

    -Schließlich empfiehlt die Stadt einen Puffer für Unvorhergesehenes - und für den Fall, dass die Beschleunigung des Baus so teuer wird, wie im schlechtesten Fall kalkuliert. Mehrkosten: 1 Million Euro.

    Die Gesamtmehrkosten sollen gestaffelt im Haushalt untergebracht werden: 1 Million Euro soll noch im aktuellen Haushalt umgeschichtet werden, bei der Neugestaltung des Konrad-Adenauer-Ufers abgezweigt werden. 4,3 Millionen Euro sollen dann im Haushalt 2011 untergebracht werden - sowie dann 1,1 Millionen Euro für das Konrad-Adenauer-Ufer.

    So zumindest der Plan der Stadt - gegen den sich aber bereits jetzt in der CDU der Widerstand formiert. „Das ist eine skandalöse Verschwendung von Steuergeldern“, ärgert sich Fraktionsvize Andreas Biebricher. Vor allem der Puffer von 1 Million Euro ist ihm und Fraktionschefin Anne Schuman-Dreyer ein Dorn im Auge. „Diesen Freifahrtschein werden wir nicht mitmachen“, betonen beide. Doch auch bei einer Festlegung für den kommenden Haushalt sind sie sehr skeptisch. Das sei eine Frage, die in die Etatberatungen gehöre, die nicht vorab zu treffen sei.

    Fraglich, so Schumann-Dreyer, sei auch noch, ob das Land diese Kostensteigerungen mit trage. Immerhin fließen 80 Prozent aus Mainz in das Projekt. In einen Bahnhaltepunkt, der im Übrigen später der Bahn, nicht der Stadt gehören wird, wie die CDU-Chefin erinnert. Für die Union stellt sich jetzt vor allem die Frage, wer für das Planungs-Fiasko verantwortlich ist - und ob Schadenersatzansprüche möglich sein werden.

    Kommentar: „City-Halt 21“: Was heißt hier eigentlich „unvorhersehbar“?Bahnhaltepunkt in Zahlen
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