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  • Gegen das "Vorglühen": Koblenzer Wirte setzen sich für Alkoholverbot in Altstadtgassen ein

    Koblenz. Die Sicherheit - oder leider allzu oft Unsicherheit - in der Altstadt erhitzt derzeit die Gemüter. Denn dass es zu Schlägereien und Vandalismus auf den Straßen und Plätzen kommt, ist an Wochenenden fast der Normalfall geworden. "Aber wir haben den Eindruck, man will uns jetzt den Schwarzen Peter zuschieben", sagt Gastronom Thomas Wilbert, der gemeinsam mit rund einem Dutzend seiner Kollegen das Gespräch mit der RZ gesucht hat. Gleichzeitig fürchten die Wirte, dass doch die Sperrzeit wieder eingeführt werden soll.

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    Koblenz. Die Sicherheit - oder leider allzu oft Unsicherheit - in der Altstadt erhitzt derzeit die Gemüter. Denn dass es zu Schlägereien und Vandalismus auf den Straßen und Plätzen kommt, ist an Wochenenden fast der Normalfall geworden. "Aber wir haben den Eindruck, man will uns jetzt den Schwarzen Peter zuschieben", sagt Gastronom Thomas Wilbert, der gemeinsam mit rund einem Dutzend seiner Kollegen das Gespräch mit der RZ gesucht hat. "Wir sollen jetzt verantwortlich sein für die Sicherheit in der Stadt - das kann nicht sein." Gleichzeitig fürchten die Wirte, dass doch die Sperrzeit wieder eingeführt werden soll.

    Umfrage
    RZ-UMFRAGE: Alkoholkontrollen vor den Kneipen in Koblenz - muss das sein?

    Die Stadt Koblenz kämpft gegen Suff und Gewalt in der Altstadt: Mit Alkoholtests an der Kneipen- oder Discotür, mehr Polizeipräsenz und höheren Preisen für Hochprozentiges soll die City wieder sicherer werden. Ist das wirklich nötig?

    Wenn Gewalt damit verhindert wird, bin ich dafür.
    59%
    Das bringt doch nichts. Dann betrinken sich die Leute eben anderswo.
    27%
    Mit solchen Kontrollen macht mir das Feiern in Koblenz keinen Spaß mehr.
    14%
    Stimmen gesamt: 1928

    In der Beobachtung sind sich alle einig: "Die Gewaltsituation in der Altstadt hat sich in den vergangenen Jahren massiv verschärft", sagt zum Beispiel Hans-Joachim Mehlhorn, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbands Koblenz-Stadt. Das beobachten nicht nur Polizei und Ordnungsamt mit Sorge, sondern auch die Gewerbetreibenden.

    "Denn wir alle wollen eine sichere Stadt", so Mehlhorn. Dass das nicht so leicht zu bewerkstelligen ist und vermutlich nicht mal ein Koblenz-spezifisches Problem, sondern ein gesamtgesellschaftliches ist, darin sind sich ebenfalls alle einig. Aber wie Lösungen aussehen können, darin gehen die Meinungen auseinander.

    Ein Alkoholverbot in der Altstadt, natürlich außerhalb der Außengastronomie und der Stadtfeste, halten viele Wirte für eine gute Idee. Denn viele junge Leute kommen am Wochenende in die Altstadt, setzen sich auf ein Mäuerchen und bauen erst einmal eine Bar auf, beobachten die Gastronomen. So "vorgeglüht" ziehen sie dann los und geraten auf dem Weg von einer Kneipe in die nächste an eine andere Gruppe, die genauso betrunken ist. Völlig ohne Grund wird dann oft aufeinander losgeprügelt. "Das mit dem Alkoholverbot hat doch auch zum Beispiel am Bahnhof gut funktioniert", argumentiert Thomas Wilbert.

    Die von der Stadt vorgeschlagenen Alkoholkontrollen der Wirte an ihrer Eingangstür lehnen die Gastronomen dagegen ab. Nicht nur, weil sie die Kosten nicht tragen wollen und den vorgeschlagenen Grenzwert von 1,0 Promille für realitätsfern halten. "Wer besoffen ist oder sich nicht benehmen kann, den lass ich eh nicht rein. Aber soll ich dann zu 15 Mann sagen: Stellt euch mal in eine Reihe, ich muss euch erst kontrollieren?" fragt Danijel Juric. Dagegen macht das Agostea mit Alkoholkontrollen in Zweifelsfällen seit ein paar Monaten gute Erfahrungen, berichtet Frederik Wenz. Er spricht sich auch für das flächendeckende Hausverbot in allen Kneipen aus, das in einem Vorschlag der Stadt aufgelistet war: "Wenn wir ein Hausverbot erteilen, werden ja sowieso die Personalien aufgenommen. Warum sollte man die nicht an alle Wirte verteilen, die sich freiwillig zusammenschließen?"

    "Das ist alles nicht unsere Aufgabe", sagt Thomas Wilbert stellvertretend für seine Kollegen. Während die Stadt bemüht ist, die Wirte an einen Tisch zu bekommen, um beispielsweise einen Verein gegen Altstadtgewalt zu gründen, sehen die Gastronomen viel mehr die Ordnungsbehörden in der Pflicht: "Da müsste es viel mehr Kontrollen geben und nicht nur mit dem Auto, sondern als Fußstreife. Und zwar von Leuten, die wirklich Respekt einflößen und auch was zu sagen haben", fordern sie.

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

    Mit der Polizei auf Streife: Abends geht es in Koblenz rund
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