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  • Empörung: IGS Plaidt lehnt 22 Ortskinder ab (2012)

    Plaidt. 40 Kinder aus Plaidt wollten im kommenden Schuljahr an die IGS gehen. Jetzt wurden 22 von ihnen abgelehnt. Ein betroffener Vater erzählt: "Mein Sohn heult und meine Frau ist mit den Nerven am Ende."

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    Foto: Sascha Ditscher

    Plaidt. Die Lage an der Integrierten Gesamtschule ist seit Tagen angespannt. Der didaktische Koordinator Martin Becker sagt: "Es waren die schwierigsten zwei Wochen in meiner Lehrerlaufbahn." Der Grund: 187 Kinder haben sich fürs kommende fünfte Schuljahr an der IGS angemeldet, aber es dürfen nur 120 angenommen werden. Im Klartext bedeutet das: Becker musste 67 Schüler ablehnen. Darunter sind 22 Jungen und Mädchen aus dem Ort (40 hatten sich angemeldet). Auch einige Miesenheimer Kinder, die in der Nähe wohnen, müssen sich eine andere Einrichtung suchen. Ein Zustand, der alle Beteiligten belastet.

    Becker ist seit 25 Jahren Lehrer und zurzeit eine Art kommissarischer Leiter der 2010 neu geschaffenen IGS (die Chefposten sind noch unbesetzt). Er kennt viele Eltern und deren Kinder seit langem. "Es fällt uns schwer, diese Absagen auszusprechen." Dennoch ist er dazu gezwungen. Denn das Land schreibt in der Schulstrukturreform von 2009 vor, dass IGSen nur vier Klassen pro Jahrgang (120 Plätze) haben dürfen, erklärt Wolf-Jürgen Karle vom Bildungsministerium. Unter den 54 IGSen im Land gibt es allerdings fünf Schulen, die mehr Züge haben. Karle: "Alle diese Schulen wurden zwischen 1973 und 1994 errichtet."

    Weder für Martin Becker noch für Eltern und Kinder ist diese Vorgabe verständlich. Sie wünschen sich, dass die IGS aufgestockt wird, und haben sich schon zum Teil an den Schulträger, die Kreisverwaltung, gewendet. Die allerdings ist für das Gebäude zuständig, und nicht fürs pädagogische Konzept, wie es heißt. Und die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier verweist aufs Ministerium. Karle: "Die pädagogischen Erfahrungen in den Jahren vor der Schulstrukturreform haben gezeigt, dass vier Züge pro Jahrgang die notwendige und praktikable Größe sind, um die individuelle Förderung von Schülern in leistungsheterogenen Gruppen zu gewährleisten."

    Und wer entscheidet, welche Kinder genommen werden? Zuständig ist der Aufnahmeausschuss, in dem Vertreter der Schulleitung, des Elternbeirats sowie der didaktische Koordinator sitzen. "Der Ausschuss setzt die Kriterien nach ministeriellen Vorgaben um", schildert Martin Becker. Das bedeutet: In einem Jahrgang müssen verschiedene Leistungsniveaus vertreten sein (einstige Haupt-, Real- und Gymnasialanforderungen). Da die IGS Plaidt eine Oberstufe erhalten sol, muss die Hälfte der 120 Plätze an potenzielle Abiturienten vergeben werden. Es wird gelost. Der Ausschuss darf aber weitere Auswahlkriterien benennen. In Plaidt werden Geschwister von IGS-Schülern aufgenommen.

    Der Vater eines abgelehnten Plaidters erzählt: "Mein Sohn heult, meine Frau ist mit den Nerven am Ende. Unser Kind hat sich so sehr gewünscht, an Martin Beckers Musicalschule zu gehen." Aus Mainz heißt es: Die IGS in Polch hatte Anfang der Woche noch Plätze frei. Von unserer Redakteurin Katrin Steinert

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