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    Kreis Altenkirchen300.000 € gefordert: Sohn gaukelte seine Entführung vor

    Er wollte seinen Vater offenbar um rund 300.000 Euro erleichtern. Doch statt in Reichtum zu schwelgen, wird der 19-Jährige aus dem Raum Betzdorf bald gemeinsam mit seinen drei zwischen 19 und 23 Jahre alten Kumpanen auf der Anklagebank des Betzdorfer Schöffengerichts Platz nehmen. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat Informationen unserer Zeitung bestätigt, nachdem sie die drei Männer wegen gemeinschaftlich versuchter räuberischer Erpressung beziehungsweise Beihilfe angeklagt hat.

    Bitcoins
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    Foto: dpa

    Von unserem Redaktionsleiter Marcelo Peerenboom

    Der vermeintlich perfekte Plan, ans Geld des vermögenden Vaters aus dem Kreis Altenkirchen zu kommen, sah nach Darstellung der Staatsanwaltschaft so aus: Der 19-jährige Sohn sollte zunächst spurlos verschwinden, um die Eltern in helle Sorge zu versetzen. Sie sollten glauben, dass ihr Filius entführt wurde, damit sie an die vermeintlichen Entführer ein Lösegeld in sechsstelliger Höhe zahlen.

    Genauso setzte das Betrüger-Quartett seinen Plan der Anklage zufolge auch um. Zunächst habe sich der Sohn aus dem Staub gemacht und sei am 5. Februar 2014 gemeinsam mit zwei Freunden nach Berlin gefahren, wo sie in der Wohnung eines weiteren Kumpels untertauchten. Noch in der Nacht zum 6. Februar habe einer der beiden Mittäter ein Schreiben an den Vater des "Entführten" verfasst, in dem er vorgab, dass sich der Sohn in ihrer Gewalt befinde. In dem Brief sei der wohlhabende Vater aufgefordert worden, bis zum nächsten Tag 500 Bitcoins (Internet-Währung) an eine bestimmte Adresse in einer Internet-Datenbank zu überweisen. 500 Bitcoins entsprachen laut Oberstaatsanwalt Rolf Wissen damals umgerechnet 300.000 Euro, heute etwa 130.000 Euro.

    Damit nicht genug: Für den Fall, dass der Mann aus dem Kreis Altenkirchen diese Zahlung nicht leiste, habe der Erpresser eine Drohung ausgesprochen, die einem Kriminalroman alle Ehre gemacht hätte: Der geforderte Betrag erhöhe sich für jeden weiteren Tag des Wartens um 50 Bitcoins - und sein Sohn verliere pro Tag zwei Finger.

    Der Vater hatte wohl eine Ahnung…

    Dieses Schreiben verschickten die beiden 19 und 22 Jahre alten Angeklagten Rolf Wissen zufolge an die dienstliche E-Mail-Adresse des Vaters. Mit ihrem Erpressungsversuch kamen die jungen Erwachsenen aber nicht weit: Der Empfänger der Drohung nahm am Vormittag des 7. Februar den Inhalt der Nachricht zwar zur Kenntnis, behielt aber kühlen Kopf. Offenbar witterte er den Betrugsversuch und nahm von der virtuellen Überweisung Abstand. Stattdessen informierte er die Polizei, die den Schwindel aufdeckte.

    Der in Berlin wohnende Mitangeklagte unterstützte laut Oberstaatsanwalt Wissen das Handeln der übrigen drei, indem er seine Wohnung in Berlin als Unterschlupf zur Verfügung stellte. Er sei über alle Einzelheiten des Erpressungsversuchs informiert gewesen, hieß es. Als Gegenleistung für seine Unterstützung sollte er demnach 5000 Euro erhalten.

    Der Prozessbeginn ist für den 3. September angesetzt.

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