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    Koblenz25-Jähriger vor Gericht: Bopparder mit Küchenmesser niedergestochen

    Prozessauftakt: Ein 25-jähriger Wohnsitzloser stach in der Bopparder Wohnung eines Freundes mit dem Küchenmesser auf einen Bekannten ein und schlug in Simmern einen Vater und dessen Sohn mit Behinderung.

    Von unserer Redakteurin Martina Koch

    Schließlich verpasste er einem Beamten der Polizeiinspektion Simmern einen Faustschlag ins Gesicht. Für diese Gewalttaten muss sich der 25-Jährige seit Donnerstag vor dem Koblenzer Landgericht verantworten. Zu Beginn des Prozesses räumte der Angeklagte alle ihm vorgeworfenen Taten ein.

    Bei allen Vergehen war Alkohol im Spiel - und zwar große Mengen davon. Eine Blutprobe, die unmittelbar nachdem er einen 47-jährigen Bopparder niedergestochen hatte, entnommen wurde, ergab einen Wert von 2,15 Promille. Zwei oder drei Flaschen Hochprozentiges dürfte er pro Tag schon getrunken haben, gab der ursprünglich aus Erfurt stammende Mann zu. Eine Therapie käme aber für ihn nicht in Frage, da er keinen Zusammenhang zwischen seinem Suchtproblem und den von ihm begangenen Gewalttaten sähe.

    Das dürften die Menschen, die unter seinen abrupten Ausbrüchen zu leiden hatten, anders sehen: Am 24. Juni diesen Jahres tritt er in Boppard zunächst die Tür zur Wohnung eines Freundes ein, der dem Wohnungslosen in den Wochen zuvor Obdach auf seinem Speicher gewährt hat. Als dieser Freund mit einem Bekannten gegen Mitternacht nach Hause kommt und sich lautstark über den Einbruch ärgert, rastet der 25-Jährige plötzlich aus: Ohne Vorwarnung schlägt er dem 47-jährigen Bekannten des Bewohners mit der Faust gegen die Stirn. Als dieser ihn zur Rede stellen will, greift er zu einem Küchenmesser und sticht seinem Opfer zweimal in den Rücken. Ein Stich dringt in die Lunge des Mannes ein, der mit Atemnot schwer verletzt zu Boden geht.

    Der Täter lässt auch dann nicht von seinem Opfer ab, sondern tritt den Mann und leert Bierflaschen auf ihm aus. "Ich wurde mit Bier übergossen wie ein Spanferkel", erinnerte sich der 47-Jährige vor Gericht sichtlich mitgenommen an die Tatnacht. Mit den psychischen Folgen der Attacke hat er bis heute zu kämpfen.

    Auch ein 35-jähriger Polizist aus Simmern machte Bekanntschaft mit der Unberechenbarkeit des alkoholisierten 25-Jährigen: Im Februar diesen Jahres randaliert der Angeklagte in einem Simmerner Dönerladen. Nachdem er den hinzugerufenen Beamten zunächst sehr aggressiv gegenübertritt, beruhigt er sich zunächst wieder und lässt sich ohne Gegenwehr in eine Zelle im Polizeirevier bringen. Unter einem Vorwand bittet er dann den Polizisten in die Zelle und schlägt diesem unvermittelt mit der Faust ins Gesicht. Der Beamte trägt eine Platzwunde und Prellungen davon.

    Er habe die Trennung von seiner Freundin nicht verkraftet, deswegen viel getrunken und auch Drogen genommen. Als er daraufhin Job und Wohnung verlor, habe sich sein Frust in gewalttätigen Ausbrüchen entladen, gab der Angeklagte an. Er bereue seine Taten inzwischen aber zutiefst und wolle sich bei den Opfern entschuldigen.

    • Der Prozess wird am kommenden Montag, 8. Dezember, 9 Uhr, fortgesetzt.

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    Rheinland-Pfalz
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