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    18 Semester plus X: Ohne Gebühren zum Examen

    Mainz- Langzeitstudenten müssen ab dem Sommersemester 2012 in Rheinland-Pfalz keine Studiengebühren mehr bezahlen. Die Gebühren für Studierende, die die Regelstudienzeit um das 1,75-Fache überschreiten und damit ihr sogenanntes Studienkonto aufgebraucht haben, lagen bisher – seit dem Wintersemester 2004/2005 – bei 650 Euro pro Semester.

    18 Semester plus X: Ohne Gebühren zum Examen
    Die sogenannten Bummelstudenten werden an rheinland-pfälzischen Universitäten künftig nicht mehr zur Kasse gebeten. Die Gebühren von 650 Euro pro Semester für Langzeitstudenten schafft die Landesregierung ab 2012 ab.
    Foto: dpa

    Mainz- Langzeitstudenten müssen ab dem Sommersemester 2012 in Rheinland-Pfalz keine Studiengebühren mehr bezahlen. Die Gebühren für Studierende, die die Regelstudienzeit um das 1,75-Fache überschreiten und damit ihr sogenanntes Studienkonto aufgebraucht haben, lagen bisher – seit dem Wintersemester 2004/2005 – bei 650 Euro pro Semester.

    Diese Regelung hat der Landtag gegen die Stimmen der oppositionellen CDU jetzt wieder abgeschafft. Immer noch bezahlen müssen Studierende, die ein Zweitstudium absolvieren (650 Euro pro Semester). Das Erststudium war in Rheinland-Pfalz schon immer gebührenfrei.

    Warum führt die Landesregierung die Studiengebühren 2004 erst ein und schafft sie jetzt wieder ab?

    Mit dem sogenannten Studienkontenmodell hat Rheinland-Pfalz damals auf den allgemeinen Trend vieler Länder reagiert, Studiengebühren einzuführen. So erklärt es das Bildungsministerium. Inzwischen rücken davon alle ehemaligen Gebührenländer wieder ab, mit Ausnahme von Bayern und Niedersachsen. Mit der Abschaffung setzt die Landesregierung für den Hochschulbereich außerdem zentrale Forderungen des Koalitionsvertrages zwischen SPD und Bündnis 90/ Die Grünen um.

    Die CDU bezeichnet die Reform als „ungerecht“. Nutzen Studierende, die 18 Semester oder mehr an einer Hochschule eingeschrieben sind, soziale Vergünstigungen bei der Krankenversicherung oder beim öffentlichen Nahverkehr aus? Das meint etwa die CDU-Abgeordnete Dorothea Schäfer.

    Der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Gunther Heinisch, bezweifelt, dass Studienkonten wirklich ein Anreiz sind, zügiger zu studieren. Nach Angabe des Studentenwerkes arbeitet rund ein Drittel der Studierenden als Teilzeitkraft. Das, sagt Heinisch, ist einer der Gründe, warum sich die Studienzeit verlängert. Dieser Gruppe wolle man die zusätzlichen Kosten ersparen. Heinisch: „Studierende in der Spätphase eines Studiums brauchen eher Entlastung statt Belastung.“

    Hatten die Studienkonten einen messbaren Effekt?

    Nein, weil die Gründe für lange oder kurze Studienzeiten vielfältig sind. So tragen etwa Studienorganisation, Studienaufbau, soziales Umfeld und Betreuung ebenso zu einem zügigen Studium bei. Dem Bildungsministerium liegen lediglich folgende Zahlen über die Gebühreneinnahmen vor: Im Sommersemester 2010 haben die Hochschulen in Rheinland-Pfalz Gebühreneinnahmen von „Langzeitstudierenden“ in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro erhalten. Damit mussten 2645 Langzeitstudierende Gebühren zahlen. Das entspricht 2,57 Prozent aller Studierenden. Im Wintersemester 2010/2011 haben 2869 Langzeitstudierende, was 2,63 Prozent aller Studierenden entspricht, knapp 1,9 Millionen Euro an die Hochschulen bezahlt. Zahlen für das aktuelle Semester gibt es noch nicht.

    Werden die Studienzeiten mit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge kürzer?

    Damit rechnen die Experten, weil durch eine klare Struktur das Studium kompakter wird, so ist etwa auch eine höhere Frequenz von Prüfungen gefordert. An der Mainzer Uni gibt es bisher noch keine Erfahrungswerte zur Studiendauer, da die neuen Studiengänge erst 2008 eingeführt wurden.

    Wie steht Rheinland-Pfalz im Vergleich zu anderen Ländern in Sachen Studiengebühren da?

    Nur noch Bayern und Niedersachsen wollen Studiengebühren erheben. Alle übrigen Bundesländer haben sie wieder abgeschafft oder planen, sie abzuschaffen. In Baden-Württemberg etwa soll es zum Sommersemester 2012 keine Gebühren mehr geben. Im Saarland werden derzeit nur noch „Langzeitgebühren“ erhoben. In Hessen und Nordrhein-Westfalen ist das komplette Studium bereits gebührenfrei. Hessen ist das einzige Bundesland in Deutschland, das wegen massiver Studentenproteste bereits nach einem Jahr die Erhebung von Studiengebühren wieder zurückgenommen hat.

    Mit einem verstärkten Zulauf zu rheinland-pfälzischen Unis aus anderen Ländern ist also nicht zu rechnen?

    Nein, meinen das Mainzer Bildungsministerium und die Johannes Gutenberg-Universität, da so gut wie alle Nachbarbundesländer ebenfalls keine Studiengebühren mehr verlangen. Mit einer Abwanderungswelle von Langzeitstudenten aus dem benachbarten Saarland ist eher nicht zu rechnen.

    Andrea Wagenknecht

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