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    OberrodUralte Falknertradition in Oberrod

    Der Oberroder Michael Schüssler pflegt die uralte Falknertradition. Mit der Habichtdame "Tara" hat er eine pfeilschnelle Jagdgefährtin.

    „Zwischen Tara und mir besteht eine hohe Bindung. Das ist der Grundstein für jede Form der Beizjagd“, betont Michael Schüssler aus Oberrod.
    „Zwischen Tara und mir besteht eine hohe Bindung. Das ist der Grundstein für jede Form der Beizjagd“, betont Michael Schüssler aus Oberrod.
    Foto: Carsten Gerz

    Von unserem Mitarbeiter

    Carsten Gerz

    „Tara“ – so heißt die vier Jahre alte, gefiederte Dame – ist ein stattlicher Anblick. Man versteht schnell warum die imposante Erscheinung des Greifvogels oft und gerne als Wappentier hergehalten hat. Auf dem Lederhandschuh ihres Falkners Michael Schüssler sitzend, schaut sie mit stechend scharfem Blick neugierig in die Weite des Lasterbachtals. Dabei übertrifft ihre Augenleistung die des Menschen um ein Vielfaches. Eine Maus nimmt sie noch in einer Entfernung von weit über einem Kilometer wahr.

    „Der Habicht ist ein sehr wendiger und geschickter Jäger“, so Schüssler über seine pfeilschnelle Jagdgefährtin. „Zwischen ihr und mir besteht eine hohe Bindung. Das ist der Grundstein für jede Form der Beizjagd“, betont der Jagdfreund aus Oberrod.

    Den Habicht, Vogel des Jahres 2015, gibt es überall in Deutschland und sogar flächendeckend mit rund 200 000 Brutpaaren in ganz Europa. Männchen sind meist deutlich kleiner als Weibchen. Habichte jagen hauptsächlich Kaninchen und Waldtauben, seltener kleine Nager oder größere Tiere wie Hasen. Sie erreichen in freier Wildbahn selten ein Alter von mehr als zehn Jahren. In der Obhut des Falkners werden sie hingegen oftmals über 15 Jahre alt, denn hier ist die Versorgung mit Futter immer gewährleistet. Auch eine tierärztliche Behandlung steht dem wilden Greif in der freien Natur selten zur Verfügung. Wie alle Beutegreifer ist auch der Habicht ein Opportunist. Er jagt bevorzugt Beutewild, das von ihm leicht zu erreichen ist; insbesondere kranke, alte oder noch sehr junge Tiere. Schüssler wörtlich: „Sie halten damit den Bestand ihrer Beutetiere gesund und stellen zugleich ihre eigene nachhaltige Versorgung sicher.“

    Wichtig ist bei der Dressur die positive Konditionierung. Zweckdienliches Verhalten wird belohnt, negatives ignoriert. Eine Bestrafung, wie beispielsweise in der Hundedressur, kennt man beim Greifvogel nicht. Im Flug macht Tara dann eine sehr gute Figur. Sie streicht von der Hand ihres Falkners ab und gleitet dicht über den Boden zum nächsten Waldrand, wo sie sich hoch in einen Baumwipfel einschwingt, um sich anschließend in Richtung ihres Partners umzudrehen. Auf Zuruf kehrt sie ohne zu zögern auf Schüsslers Lederhandschuh zurück, der sie hierfür mit einem kleinen Leckerbissen aus Kaninchenfleisch belohnt. „So etwas einem Vogel zu vermitteln, geht nur über ein Anreizsystem“ so Schüssler weiter. Das alles wirkt so selbstverständlich und mühelos, dass man beinahe vergessen könnte, dass man es hier mit einem Tier zu tun hat, das sich in der freien Natur recht scheu verhält.

    In seiner Freizeit jagt der hauptberufliche Finanzbeamte mit Habicht Tara vor allem in Jagdrevieren mit überhöhten Kaninchen-Populationen, um hier Schäden an Anpflanzungen und in landwirtschaftlichen Nutzflächen zu reduzieren. Das Wildbret nutzt er selbst oder zu Futterzwecken. Für Schüssler ist die Jagd mit dem Habicht faszinierend, aber auch mit Gefahren verbunden: „Evolutionär bedingt nimmt der Vogel keine Fensterscheiben wahr oder interpretiert Drahtzäune als dünne Hecken. Dabei kann sich der Vogel verletzen.“ Für den Fall, dass Tara bei einem Jagdflug aus dem Blickfeld des Falkners geraten sollte, dient ein kleiner Peilsender zum schnellen Auffinden des Habichts.

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