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  • Theater: Durch Reise wurde Heimatgeschichte spürbar

    Kroppacher Schweiz. Fünf Dörfer, fünf Sinne und Geschichten von Menschen und Milchkühen. Ein heimatkundliches Stationentheater erlebten die Zuschauer jetzt in der Kroppacher Schweiz.

    Von unserem Mitarbeiter Matthias Budde

    Rebecca Staal vom Verein Asphaltvisionen in Kooperation mit dem Jugendkulturbüro Haus Felsenkeller in Altenkirchen hatte zu einer ungewöhnlichen Theaterreise eingeladen. Heimborn, Helmeroth, Flögert, Altburg und Stein-Wingert waren die Spielorte vor der malerischen Kulisse der Kroppacher Schweiz. Verbunden wurden diese durch Bus- und Planwagenfahrten und eine detaillierte Dramaturgie der Spielleitung.

    Aber erst durch das leidenschaftliche Spiel der zahlreichen Laiendarsteller kam Leben auf die Bühnen, Korn in die Kammer, Wäsche auf die Leine, Brot aus dem Backes, Butter in den Topf und schließlich aufs Brot.

    Staal und ein siebenköpfiges Spielleitungsteam haben die Geschichten aus den fünf Dörfern gesammelt und in einen konzeptionellen Gesamtzusammenhang gestellt. Es sind Alltags- und Feiertagsgeschichten, die weitererzählt wurden in den Spinn- und Strickstuben und den Wirtshäusern. Geschichten von harter Arbeit und frohen Festen, vom Lieben und Leiden, von originellen Menschen, Freund und Feind, Macht und Glück und der Selbstorganisation kleiner Gemeinschaften. Geschichten der Heimatverbundenheit zwischen Zu- und Auswanderung.

    Jedes Dorf hat seine Geschichtenerzähler, wie den „Ühm" aus Heimborn, dem man alles glaubt, weil er so unglaublich übertreibt. Die weißen Hirsche, mit denen er prahlte, sichteten die Zuschauer auf ihrer Reise nach Helmeroth nicht, aber im offenen Heuwagen war der Wald sinnlich wahrnehmbar, und in der Gruppe keimten naturkundliche Diskussionen auf.

    In Helmeroth sah man folkloristische Tänze zwischen aufgeschichteten Hausten und ließ sich Anekdoten vorspielen. Von den Helmerother Langfilmtagen oder dem Streich, den man der gottesfürchtigen Tante Luise spielte, die auf dem Plumpsklosett so erschreckt wurde, dass sie mit gerafften Röcken wie eine Can-Can-Tänzerin ins Haus stürmte. Aber auch böse Streiche, wie das Anzünden der Kornhausten kamen vor.

    „Der Topf ist geklaut", hieß es in Flögert. Salzbrandkeramik, auf dem Zaun getrocknet, fand nicht nur redliche Abnehmer. Ein kinderreicher Teilnehmer erstand einen Buttertopf mit Kindergeld, welches er in Heimborn erhalten hatte. Milchkannen schleppen, mit durchlöchertem Pistill Butter stampfen, Brot backen, das Geschrei der Bäuerin; die Magd Emma hatte es nicht leicht. Die Reisenden bekamen ein Mühlenbrot, der Topf wurde am Butterfass gefüllt, dann wurde die Gruppe vom Hof gejagt, hinüber zu der alten keltischen Fliehburg in Altburg. Kriegerisch und feindselig zeigten sich die wilden Gesellen. Und fast war man froh, dass „Schmitz Lina" als Motorradsozia vorbeidüste, die jeder Szene ihren Abschluss gab.

    Fröhliche Waschfrauen erwarteten das Publikum in Stein-Wingert. Wasserschöpfen aus der Nister, das Weichen und Walken der Wäsche war schwere Arbeit. Aber während die Laken in der Sonne bleichten, konnte schon mal ein Reigen gedreht, ein Liedchen geschmettert werden. Im Reigen drehten sich auch die Traktoren des Trekkerballetts zurück in Heimborn. Zum Tanz der kleinen Quads hallten die Beifallsrufe des Publikums lautstark über die Wiese.

    Dann traf man sich bei Grillfleisch und Getränken zum Abschlussfest. Zuschauer und Darsteller mischten sich, und es wurde noch reichlich erzählt, aus dieser an Geschichte und Geschichten so reichen Region im Westerwald. Marion Lillig, Mitwirkende der „Reise nach Helmeroth" erklärte, die Theateraktion habe die Dorfgemeinschaft gestärkt und die Kommunikation zwischen den Dörfern verbessert.

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