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    WesterwaldkreisTausende wollen Leukämiekranken mit Spende helfen

    Mit einer überwältigenden Welle der Solidarität haben die Westerwälder am Wochenende auf den Hilfsaufruf für die 45-jährige gebürtige Wittgerterin Iris Schmidt und einen 29-jährigen Mann aus Hachenburg, die an Leukämie erkrankt sind (die WZ berichtete), reagiert. Damit ließen sich im Kreis 2992 Männer und Frauen registrieren.

    Blutabnahme für die Typisierung. (Symbolbild)
    Blutabnahme für die Typisierung. (Symbolbild)
    Foto: Röder-Moldenhau

    Von unserer Mitarbeiterin Franziska Helmer und unserer Redakteurin Stephanie Kühr

    Bei der Typisierungsaktion in der Hachenburger Rundsporthalle ließen sich am Samstag 2232 Erwachsene zwischen 17 und 55 Jahren als potenzielle Stammzellenspender registrieren. Genau 760 Menschen kamen am Sonntag in die Haiderbachhalle nach Wittgert, dem früheren Heimatort von Iris Schmidt, und ließen sich für die Typisierung fünf Milliliter Blut abnehmen. Damit ließen sich im Kreis 2992 Männer und Frauen registrieren.

    "Die Resonanz ist unglaublich. Das erleben wir nicht oft. Es ist fantastisch zu sehen, wie viele Menschen helfen wollen", freute sich Bettina Steinbauer von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), die die Typisierungsaktionen in Raubach, Hachenburg und Wittgert federführend mit Familien, Freunden und Ortsvereinen mit organisiert hat. In Raubach hatten sich bereits am Wochenende zuvor 1516 Menschen als potenzielle Stammzellenspender registrieren lassen. "Mit diesem Andrang hatten wir bei der knappen Vorbereitungszeit nicht gerechnet. Wir hatten nur 1400 Entnahmeröhrchen mitgenommen und mussten Nachschub holen", sagte die DKMS-Koordinatorin. "Hier auf dem Land kennt man sich und hält zusammen. Die Menschen in den Dörfern stehen zueinander", sagte Steinbauer gerührt. Jedes Jahr organisiert die DKMS-Mitarbeiterin rund 1300 Typisierungsaktionen. Doch eine solche Hilfsbereitschaft wie in Raubach, Hachenburg und Wittgert erlebt sie selten. "In den Großstädten gibt es diesen Zusammenhalt nicht", bedauerte sie.

    "Es wäre wunderbar, wenn wir ganz schnell einen Stammzellenspender für meine Schwester finden", sagte Anke Bast aus Wittgert hoffnungsvoll. Die Sorge um ihre leukämiekranke Schwester Iris ist ihr deutlich anzusehen. Denn der 45-jährigen zweifachen Mutter geht es nicht gut. Nach der zweiten Chemotherapie machen ihr Fieberschübe und Übelkeit zu schaffen. Doch Anke Bast freut sich über die Hilfsbereitschaft der Menschen. "Das ist Wahnsinn. Fast jeder hilft mit. Der Zusammenhalt in der Familie und die Solidarität geben meiner Schwester Kraft", sagte sie.

    In der Tat: In nur zwei Wochen haben die Ortsvereine der Haiderbachgemeinden, die Gemeinde Wittgert und Ransbach-Baumbachs Bürgermeister Michael Merz gemeinsam mit Familie und Freunden die Typisierungsaktion vorbereitet. Gut 200 Helfer waren dort gestern im Einsatz: Sie nahmen die Personalien der potenziellen Spender auf und erläuterten ihnen die Einverständniserklärung sowie das weitere Prozedere. Andere standen am Büfett mit mehr als 60 selbst gebackenen Kuchen und belegten Broten. Um die Blutabnahme kümmerten sich Rettungssanitäter und Ärzte des DRK sowie Krankenschwestern und Arzthelferinnen aus umliegenden Krankenhäusern und Arztpraxen.

    Auch in Hachenburg war das Engagement überwältigend: Mehr als 70 Ehrenamtliche halfen dort hinter den Kulissen mit. "Zwischendurch war die Schlange der freiwilligen Spender mehr als 100 Meter lang", erzählte Steinbauer begeistert. Auch hier hatten die Helfer alle Hände voll zu tun. "Für mich ist es selbstverständlich zu helfen", sagte Simon Lahr aus Deesen. Auch Tanja Rother aus Helferskirchen findet es wichtig, an andere Menschen zu denken. "Da werden manche Alltagssorgen ganz klein", meinte sie. Für Petra Hoffmann aus Hachenburg war es ebenfalls selbstverständlich, sich typisieren zu lassen. Sie hat selbst zwei Kinder und fühlt sich besonders mit Iris Schmidt verbunden. "Ich habe gar nicht lange überlegt", sagte die Krankenschwester Elke Ramroth aus Deesen, die in Wittgert beim Blutabnehmen half. Das unterstützte auch Thomas Pesau aus Breitenau: "Ich kenne die Familie gut. Wir dürfen die Hoffnung nicht sterben lassen und müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um zu helfen."

    Suche nach Lebensretter: Die Chance, dass passende Stammzellenspender für die 45-jährige gebürtige Wittgerterin Iris Schmidt und einen 29-jährigen Hachenburger gefunden werden, bezeichnet Bettina Steinbauer von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) als gut. „Dank solcher Typisierungsaktionen liegen die Chancen bei etwa 80 Prozent“, sagte sie. Der Fremdspendersuchlauf für beide Krebspatienten läuft derzeit in den weltweit vernetzten Datenbanken; die Ergebnisse der Typisierungsaktionen werden nach der Laboruntersuchung eingespeist. 

    Montabaur Hachenburg
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