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    WesterwaldkreisSchwarzarbeit: Firmenchef muss ins Gefängnis

    Der Chef eines Westerwälder Forstbetriebs muss ins Gefängnis: Der 45-Jährige hat jahrelang rund 20 rumänische und bulgarische Waldarbeiter schwarz beschäftigt - und so fast 2 Millionen Euro Schaden verursacht. Er täuschte vor, seine Arbeitsaufträge an Subunternehmer übertragen zu haben. Außerdem ließ er sich von ausländischen Pseudofirmen illegale Scheinrechnungen erstellen und zahlte dafür eine Provision.

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

    Jetzt hat das Landgericht Koblenz den Mann zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, wegen Steuerhinterziehung, Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen und Verstößen gegen das Anti-Schwarzarbeit-Gesetz. Das Gericht einigte sich mit den Prozessbeteiligten auf eine verfahrensbeendende Absprache.

    Der 45-Jährige war jahrelang Leiter eines Forstbetriebs. Er und seine Mitarbeiter erledigten Aufträge für Waldeigentümer - sie pflanzten neue Bäume oder fällten und zersägten alte. Im Februar wurde der Firmenchef festgenommen, seither saß er im Koblenzer Gefängnis in Untersuchungshaft.

    Der Westerwälder führte die Geschäfte des Forstbetriebs gemeinsam mit einem Komplizen, einem Mann (46) aus dem hessischen Dillenburg. Der erhielt im Prozess eine Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten. Das Gericht verurteilte ihn nicht nur wegen der Wirtschaftsdelikte, sondern auch wegen unerlaubten Waffenbesitzes. Die Polizei hatte beim Durchsuchen seiner Wohnung eine illegale Pistole sichergestellt - eine Ceska, Kaliber 6,35 Millimeter.

    Der Prozess lief seit August, am zehnten und letzten Verhandlungstag legte der Westerwälder ein Geständnis ab. Sein Komplize hatte die Tatvorwürfe bereits zuvor eingeräumt. Die Männer verursachten zwischen 2009 und 2012 einen Gesamtschaden von fast zwei Millionen Euro. Sie zahlten für ihre Mitarbeiter keine Sozialversicherungsbeiträge, außerdem hinterzogen sie Umsatz- und Lohnsteuer.

    Die beiden hatten möglicherweise noch einen Komplizen. Der 44-Jährige war im Prozess auch angeklagt, kam aber bisher nicht vor Gericht. Er wird mit Haftbefehl gesucht, ist auf der Flucht und wohl im Ausland untergetaucht.

    Der Westerwälder stammt aus dem früheren Jugoslawien, lebt aber seit zwei Jahrzehnten in Deutschland. Sein Anwalt Ingmar Rosentreter will erreichen, dass er schnell aus seiner Gefängniszelle in den offenen Strafvollzug kommt. "Mein Mandant wird einen Teufel tun und aus Deutschland flüchten. Er lebt doch seit Jahren hier. Er will wieder arbeiten, den von ihm angerichteten Schaden nach Kräften wieder gutmachen." Doch er räumt ein: Sein Mandant hat wohl nie die Mittel, um den Millionenschaden komplett zu beheben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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