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    WirgesNach Diskussionen:Wirges bekommt jetzt doch einen Memoriam-Garten

    Auf dem geplanten Memoriam-Garten in Wirges sollen Verstorbene einmal in Frieden ruhen. Die Diskussion über diese neue Form der Bestattungskultur verlief in der jüngsten Stadtratssitzung jedoch nicht gerade friedlich.

    Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

    Trotz erbitterter Kontroversen sprach sich der Rat am Ende mit zehn Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen und einer Nein-Stimme dafür aus, auf dem Südfriedhof zwischen der Glocke und dem Ehrenmal einen 200 Quadratmeter großen Memoriam-Garten anzulegen. Die für das Friedhofswesen zuständige Erste Beigeordnete Waltraud Klein erhielt den Auftrag, den Vertrag mit dem ausgewählten Friedhofsgärtner auszuarbeiten und das Projekt zu realisieren. Zum Verständnis: Memoriam-Gärten sind anspruchsvoll angelegte Gärten, die Teil eines Friedhofes sind. Sie gleichen einer immer grünen Parklandschaft und umfassen Erdbestattungsplätze wie auch Urnengrabstätten.

    In Wirges soll der Garten Platz für 60 Grabstätten haben. Die Grabmale, Grabplatten oder Natursteinstelen sollen von einem heimischen Steinmetz kunstvoll gestaltet werden und sich harmonisch in die Landschaft einfügen. Ein Friedhofsgärtner, der Mitglied in der Genossenschaft der Friedhofsgärtner im Land Rheinland-Pfalz ist, legt den Garten an und finanziert ihn vor. Wer hier bestattet werden möchte, schließt einen Dauergrabpflegevertrag mit dem Gärtner ab. Das Geld für die Grabpflege wird einmalig an die Genossenschaft gezahlt und von dieser für die Dauer der Liegezeit, im Fall Wirges sind das 25 Jahre, verwaltet. Die Nutzungsrechte für die Grabstätte werden wie gehabt bei der Kommune gekauft.

    Bereits im November vergangenen Jahres hatte sich der Haupt- und Finanzausschuss mehrheitlich für einen Memoriam-Garten ausgesprochen. Die Begründung: „Bei Ausfall des Gärtners aus persönlichen oder wirtschaftlichen Gründen ist die Dauergrabpflege durch die Genossenschaft der Friedhofsgärtner für die Vertragsdauer sichergestellt.“ Doch der Ausschuss wollte auch ortsansässigen Betrieben die Chance geben, einen solchen Garten anzulegen. Und so fragte die Stadtspitze kurzerhand bei vier einheimischen Firmen und einem auswärtigen Unternehmen nach, ob sie im Rahmen einer Mitgliedschaft bei der Genossenschaft der Friedhofsgärtner Interesse haben, einen Memoriam-Garten anzulegen und vorzufinanzieren. Das Ergebnis: Zwei Wirgeser Betriebe sagten klar Nein, ein Unternehmen der Stadt bekundete Interesse, wurde Mitglied in der Genossenschaft und gab ein Angebot ab.

    Den Zuschlag gab der Rat am Montagabend aber einem auswärtigen Betrieb, da dieser in seinem Angebot genaue Preise für die Grabstätten nannte und den Garten in einem Zuge – und nicht in zwei Bauabschnitten – bis zur Einweihung vollenden will. Der Streit im Rat entzündete sich daran, dass den Ratsmitgliedern die aktuelle Beschlussvorlage schlichtweg fehlte. Stattdessen hatten sie einen alten Entwurf mit der Formulierung „Beschlussvorschlag: „Nach dem Ergebnis der Beratung“. SPD-Mann Achim Wussow wetterte: „Ich fühle mich nicht gut beraten. Auf dieser Grundlage können wir nicht entscheiden.“ Die FDP kritisierte ebenfalls die Ungereimtheiten der verschiedenen Vorlagen von Ausschuss und Rat und beantragte mit Zustimmung der SPD, den Beschluss über den Memoriam-Garten auszusetzen. Der Antrag scheiterte indes bei acht Ja-Stimmen und zehn Gegenstimmen. Als der Stadtrat sodann über den Memoriam-Garten abstimmte, verließen Liberale und Sozialdemokraten aus Protest demonstrativ die Sitzungsrunde und nahmen während der Beschlussfassung im Zuschauerraum Platz. Der Rat stimmte schließlich mit Mehrheit für den Memoriam-Garten, vergab den Auftrag und befasste Waltraud Klein mit der Vertragsgestaltung.

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