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    UmbachLimbach feiert Assberg-Fest

    In der Gemeinde inmitten der Kroppacher Schweiz gab es gute Gründe, ein Bergfest zu feiern: 465 Jahre Schieferbergbaugeschichte in Limbach und die Wiedereröffnung des neuen Eingangsstollens am Besucherbergwerk "Assberg", der ältesten "Schiwakoul" im Westerwald.

    Von unserer Reporterin Larissa Schütz

    Der Verkehrsverein veranstaltete mit Unterstützung der Gemeinde ein Fest, dessen Erlös für die Erhaltung des historischen Bergwerks bestimmt ist. Für musikalische Unterhaltung sorgten der MGV Harmonie Limbach unter der Leitung von Christoph Arndt, die Limbacher Dorfmusikanten unter der Leitung von Michael Weib und Eckhard Wisser aus Rosenheim mit seinem Akkordeon. Heinz Leyendecker, Vorsitzender des Verkehrsvereins Limbach, begrüßte alle Anwesenden und dankte den Sponsoren, die das rund 14 000 Euro teure Projekt "Assberg" mitfinanziert haben.

    Während der angebotenen Führungen, bei denen Heinz Leyendecker Interessantes über die Geschichte des Dachschieferbergwerkes zu berichten wusste, konnten die Besucher sich direkt vor Ort ein Bild von der Arbeit unter Tage machen. Bereits im neu gebauten Eingangsstollen erfährt man auf zehn Metern Länge, drei Metern Breite und drei Metern Höhe Wissenswertes über die alte "Schieferleyenkaule". Er bietet außerdem bis zu 20 Wanderern Sitzgelegenheiten zur Entspannung sowie Wetterschutz und ist jederzeit offen zugänglich.

    30 Stufen geht es dann vorsichtig 20 Meter hinab in die Tiefe. Die Luft ist angenehm kühl, ein stetiges Tropfen von Wasser bildet eine beruhigende Geräuschkulisse. Wirklich beeindruckend ist die Form des Bergerwerks, das seiner Zeit vollkommen in Handarbeit ausgehauen wurde. Am Fuße der Treppe findet man sich in einer unterirdischen Kapelle von 240 Metern Länge und 70 Metern Breite wieder. Vor rund 500 Jahren wurde hier Dachschiefer in mühevoller Handarbeit abgebaut. Das Besucherbergwerk "Assberg" könnte man auch als den "verschollenen Stollen" bezeichnen, denn ganze 16 Jahre suchte die Gemeinde Limbach an dem Untertagebergwerk, von dessen Existenz sie durch alte Aufzeichnungen wusste. Ende 1997 wurde es dann endlich gefunden und freigelegt. Mehr über die Gesichte steht in einer ausführlichen Broschüre des Verkehrsvereins, die im Eingangsstollen ausliegt. Neben den Fakten gibt es aber auch interessante Thesen: Die Kapelle unter der Erde hat eine erhabene Ausstrahlung und so kann man sich gut vorstellen, dass sie einst von den Marienstatter Mönchen als Versteck während des 30-jährigen Krieges genutzt wurde. Dafür spricht auch die Form, das Kreuz, dass in die Steinwand gehauen wurde und die untypischen, glattgehauenen Wände. Die Akustik ist jedenfalls hervorragend, wie der MGV Harmonie mit einer spontanen Gesangseinlage unter Tage demonstrierte.

    Ein Tipp für eine außergewöhnliche Meditation in der Tiefe: Wo vor über 400 Jahren die Schläger der Bergleute mit Keilhaue und Spalteisen durch das unterirdische Dachschieferbergwerk hallten, ist heute ein Ort der Stille. Steigt man vorsichtig die 30 Stufen hinab in die Tiefe, findet man sich in einer Kapelle aus Stein wieder. Ein Bewegungsmelder sorgt für das notwendige Licht beim Abstieg. Lehnt man sich nun an die kühle Rückwand und verharrt dort bewegungslos, löscht nach rund sieben Minuten das Licht. Zeit, um in der dunklen Stille unter der Erde zu versinken. Nur das leise Tropfen des Wassers ist zu hören, das in der Dunkelheit gleich viel lauter erscheint. Man atmet die angenehme, feuchte Luft, nimmt den Geruch von Wasser, Wald und Stein in sich auf. In dem unterirdischen Bergwerk herrschen kontinuierlich 12 Grad Celsius, im Sommer und im Winter. Umgeben von meterdickem Gestein hat man die Möglichkeit, in der großen Stille zu beten, oder guten Gedanken nachzugehen. Ist rund eine Viertelstunde vergangen, kann man die Augen wieder öffnen, die Dunkelheit noch kurz auf sich wirken lassen. Sobald man sich bewegt, geht das Licht an. Der Aufstieg nach oben kann gefahrlos angetreten werden. Aus der dunklen Stille unter der Erde wieder in das Tageslicht hinauf zu steigen ist eine besondere Erfahrung.

    Impressionen aus der Tiefe: Fotos vom Limbacher Bergfest
    Montabaur Hachenburg
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