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    MontabaurKeine Läden mehr im Montabaurer ICE-Bahnhof

    In der Ladenpassage des Montabaurer ICE-Bahnhofs gibt es außer dem DB-Reisezentrum keine Geschäfte mehr. Die Betreiber des Kiosks "Sowieso", Gabriele und Volker Meyer, haben ihren Convenience-Shop nach zehn Jahren aufgegeben und Insolvenzantrag gestellt.

    Foto: tf

    Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

    Seit einer Woche gibt es keine Zeitungen, Backwaren und Zigaretten sowie keinen Kaffee mehr im Bahnhofsgebäude. Die Passage mit 700 Quadratmetern Ladenfläche steht fast komplett leer.

    Der Kiosk in Montabaur sei von Anfang an nicht besonders lukrativ gewesen, berichten die Eheleute Meyer im WZ-Gespräch. Der Verkauf beschränke sich im Wesentlichen auf die frühen Morgenstunden bis circa 8 oder 9 Uhr, wenn die Pendler zu ihren Arbeitsstellen in Frankfurt und Köln aufbrechen. Danach lohne sich das Geschäft eigentlich gar nicht mehr. Die Bahn als Vermieter des Ladens habe aber darauf bestanden, dass der Kiosk ganztags geöffnet ist, ergänzt Volker Meyer. "Eigentlich hätte ich mir für nachmittags einen anderen Job suchen müssen", sagt er.

    Auch die Mietforderungen der Bahn seien letztlich zu hoch gewesen, meinen die Meyers. Das Unternehmen verlange in seinen Verträgen für Bahnhofsläden deutschlandweit eine Umsatzbeteiligung, erläutern die Betreiber. In Großstädten ist diese Miete durch höhere Umsätze zwar grundsätzlich noch teurer als in Montabaur. In der Summe lohne sich das Geschäft in Köln oder Frankfurt aber trotzdem eher, weil insgesamt mehr verkauft wird und die Fixkosten für Heizung und Strom dann nicht mehr so stark ins Gewicht fallen. "Auch bei uns müssen die Truhen und Backöfen den ganzen Tag laufen", erklären die Meyers.

    Als letzte Sargnägel für das Geschäft erwiesen sich letztlich mehrere Kleinigkeiten: So stellte die Bahn zum Beispiel einen Automaten für Erfrischungsgetränke und Süßwaren am Bahnsteig auf, der den Meyers einen Teil ihres Geschäfts entzog.

    Die strengeren Nichtraucherschutzgesetze führten dazu, dass Angestellte aus dem ICE-Park nicht mehr zu einer Kaffee- und Zigarettenpause im Bahnhof kommen konnten, weil inzwischen im ganzen Gebäude Rauchverbot herrscht. "Auch dieses Geschäft ging uns verloren", berichtet Volker Meyer. Preissteigerungen bei Zeitschriften und Zigaretten führten außerdem zu höheren Umsätzen und damit zu einem Ansteigen der Miete - der Gewinn habe sich aber nicht erhöht, sondern sei eher geschmolzen, so die Meyers. Die Betreiber hofften lange Zeit, dass das FOC schnell gebaut wird und ihnen neue Kunden bringt. Doch schließlich konnten sie den Betrieb nicht mehr retten - ein besseres Mietangebot der Bahn, das sie kurzfristig erreichte, nahmen die Meyers nicht mehr an. "Wir wollten nicht länger gutes Geld schlechtem hinterwerfen", sagt der Montabaurer.

    Wilfried Noll von der Wirtschaftsförderung des Westerwaldkreises bedauert das kurzfristige Aus des Kiosks, der schon seit der Schlecker-Pleite der letzte Laden im Bahnhof war. Er zeigt sich aber zuversichtlich, dass sich die Ladenzeile des Bahnhofs bald wieder mit Leben füllen wird. Spätestens wenn das FOC fertig ist, werden auch in der Passage mehr Touristen erwartet. "Der Bahnhof an sich ist ein Erfolg", betont Noll - aber er werde eben hauptsächlich von Berufspendlern und nicht zum Shoppen genutzt.

    Montabaur Hachenburg
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