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    Ransbach-BaumbachInitiative macht mobil: Bürger kämpfen gegen Windräder auf den Haiderbachhöhen

    "Ransbach-Baumbacher wehrt euch!", "Windkraftstopp an den Sieben Wegen" oder "Stoppt den Wahnsinn" - mit Parolen wie diesen kämpft die im November neu gegründete Gruppierung "Bürgerinitiative 7-Wege-Gegenwind" in der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach gegen den möglichen Bau von Windkraftanlagen auf den Haiderbachhöhen.

    Eine neue Bürgerbewegung macht jetzt gegen Windräder auf den Haiderbachhöhen mobil. Foto: Michael Wenzel
    Eine neue Bürgerbewegung macht jetzt gegen Windräder auf den Haiderbachhöhen mobil.
    Foto: Michael Wenzel

    Das Bündnis hat gut 2000 Flugblätter gedruckt, die inzwischen in zahlreichen Haushalten der Verbandsgemeinde verteilt worden sind. Die Windkraftkritiker machen auch mit einer eigenen Internetseite und auf Facebook sowie über eine eigene WhatsApp-Gruppe kräftig Wind gegen den Bau der Anlagen auf einem rund 118 Hektar großen Areal im Wald zwischen der Töpferstadt und den Gemeinden Wittgert und Deesen. Auf den Flugblättern wie auch in den sozialen Netzwerken fordert die Initiative die Bürger auf, bis zum 12. Dezember mit ihrer Unterschrift gegen den (möglichen) Bau von Windrädern Position zu beziehen.

    Die Protestbewegung wurde von den Wittgertern Leo Hoffmann, Markus und Willi Weber sowie von Jochen Coels aus Mogendorf nach der Bürgerversammlung in Wittgert am 15. November gegründet, bei der die Gemeindespitzen von Deesen und Wittgert sowie Landesforsten Rheinland-Pfalz über die Windkraftpläne informierten. Nicht ausreichend - wie die Kritiker meinen. "Wir müssen etwas tun, bevor es zu spät ist", fordert Markus Weber gegenüber unserer Zeitung. Der Vorwurf der Bürgerinitiative: "Viele Bürger sind nicht ausreichend informiert über den Stand zum Bau der Anlagen und ahnen nicht, was auf sie zukommt", kritisiert Weber. Auch von der Bürgerversammlung habe kaum jemand etwas gewusst. Die mangelnde Information der Bürger liege auch an dem Beamtendeutsch, mit dem im Gemeindeblatt informiert worden sei.

    In dem Flyer erheben die Kritiker schwere Vorwürfe: Komplexe Themen, die anderenorts über Monate und Jahre diskutiert wurden, seien in Ransbach-Baumbach in einer Nacht- und Nebelaktion behandelt worden. Im Vorfeld hätte eine aktive Bürgerbeteiligung stattfinden müssen, mahnen die Initiatoren. Stattdessen sei das Thema kleingeredet und bewusst nicht öffentlichkeitswirksam thematisiert worden. Von einer "Hinterzimmerpolitik", die die Bürger entmündige, ist hier die Rede. "Die Bevölkerung wird für dumm verkauft, während ein ganzes Landschaftsbild zerstört wird", kritisiert Markus Weber. Nach Angaben der Initiative sind bislang rund 500 Unterschriften gegen den Bau von Windrädern gesammelt worden. Was mit diesen Unterschriften geschehen soll und wie die Kritiker weiter vorgehen wollen, ist noch unklar, so Markus Weber und Leo Hoffmann. In Kürze solle aber eine Bürgerversammlung von Windkraftgegnern stattfinden.

    Mit Unverständnis reagiert der Bürgermeister der Ortsgemeinde Wittgert, Thomas Hoffmann, auf die Vorwürfe der Bürgerinitiative. "Die für den Bau der Windräder erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes war immer wieder ein öffentliches Thema im Rat. Jeder konnte zu den Sitzungen kommen und während der Offenlage des Planes Einspruch einlegen", moniert er. Fünf Bürger hätten von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, über 60 Behörden seien gehört worden, betont der Ortschef. "Von Hinterzimmerpolitik kann hier nicht die Rede sein", ärgert er sich. Weitere Kritik: Der Flyer schüre Ängste, wenn von einem Verlust der Alterssicherung durch den Wertverfall der Immobilien die Rede sei. Auch die im Flyer verwendete Fotomontage, die Windräder über der Töpferstadt zeigt, sei fehlerhaft. Zudem lenke die Aktion vom Wesentlichen ab: Das Land ist über Landesforsten Mehrheitseigentümer der für die Windkraft ausgewiesenen Potenzialflächen auf der Haiderbach und will hier Windräder bauen. Dazu hat es erste Gespräche mit seriösen Interessenten gegeben. Die Gemeinden Deesen und Wittgert wollen mit dem Land kooperieren; die Stadt Ransbach-Baumbach hat ihr Interesse noch nicht bekundet. "Nur so sichern wir uns Mitspracherechte", begründet dies Hoffmann. Will ein Projektierer ein Windrad auf der Fläche bauen, wird ein neues Genehmigungsverfahren mit zahlreichen Gutachten in Gang gesetzt. "Wir dürfen nicht zulassen, dass über unseren Kopf hinweg entschieden wird", mahnt Hoffmann. Aus seiner Sicht können die Unterschriften an dem Stand des Verfahrens nichts mehr ändern.

    Scharfe Kritik an den Windkraftgegnern gibt es auch von der Verbandsgemeinde: In seiner jüngsten Sitzung war sich der Rat einig, auf die Vorwürfe nicht reagieren und die im Flugblatt propagierten Unwahrheiten nicht dementieren zu wollen. "Der Flyer ist voller Lügen", sagte VG-Chef Michael Merz.

    Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

    Kommentar: Gegenwind muss konstruktiv sein
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