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    NiederroßbachHistorie: Niederroßbach war als Bahnknotenpunkt geplant

    Von dem regelrechten Eisenbahnboom, der Mitte des 19. Jahrhunderts das Deutsche Reich erfasste, blieb der obere Westerwald lange ausgespart. Obwohl das Gebiet über bedeutende Bodenschätze verfügte und als wichtiger Rohstofflieferant galt, musste es lange auf die Erschließung durch die Eisenbahn warten.

    Foto: keine

    Von unserem Mitarbeiter Wolfgang Gerz

    Die Gründe sind vielfältiger Art. Erst 1898 lag die behördliche Genehmigung für die Westerwald-Querbahn vor.

    Diese führte von Herborn bis Montabaur und wurde in vier Etappen realisiert. Die dritte Etappe führte 1907 von Rennerod nach Westerburg und bescherte auch Niederroßbach/Neustadt einen Haltepunkt. Im Ortsarchiv von Niederroßbach sind jetzt Unterlagen aufgetaucht, die erstmals auf eine weitere geplante Bahnlinie aufmerksam machen, die zu einer enormen Aufwertung des dortigen Bahnhofs geführt hätte. Von hier aus sollte die "Westerwald-Nord-Süd-Bahn" (Niederroßbach-Burbach) eine Verbindung zwischen dem oberen Westerwald mit dem Siegerländer Industriebezirk herstellen.

    Eine erste Eingabe erfolgte bereits 1895. Darin wird die beantragte Linie Burbach-Rennerod noch als Teilstrecke der geplanten Westerwald-Querbahn gesehen. Eine zweite Vorlage an den Oberpräsidenten der preußischen Provinz Hessen-Nassau datiert vom 28. September 1899. Unterzeichnet hat das "Komitee für Erbauung einer Eisenbahn von Burbach nach dem oberen Westerwald". Da dieses Gesuch offenbar nicht erfolgreich war, wendeten sich die Befürworter mit Schreiben vom 21. Mai 1905 diesmal an den Staatsminister für öffentliche Arbeiten, Herrn von Budde in Berlin. Jetzt sind die befürwortenden Gemeinden namentlich aufgeführt: 3 Orte aus dem Kreis Siegen, 17 Gemeinden der heutigen Verbandsgemeinde (VG) Rennerod, 5 Ortschaften aus der heutigen VG Bad Marienberg.

    Eine weitere Resolution verfasste man am 25. August 1906; diesmal an Staatsminister Breitenbach in Berlin. Diese Eingabe wurde nun auch von den Orten südlich von Rennerod (bis Hausen), aus den Räumen Mengerskirchen, Höhn, Gemünden und dem Großraum Driedorf unterstützt. Unterzeichnet haben die Bürgermeister.

    Der Plan sah eine Gesamtlänge von 21 Kilometern vor (11 im Kreis Siegen, 5,5 im Kreis Oberwesterwald und 4,5 im Kreis Westerburg). Von Burbach ausgehend sollte die neue Bahn Lippe, Stein-Neukirch und Hof ansteuern und bei Niederroßbach in die Strecke Rennerod-Westerburg einmünden. In Lippe und Hof wären Bahnhöfe in unmittelbarer Ortsnähe entstanden. Lediglich in Stein-Neukirch bedurfte es einer längeren Zuwegung in Richtung Nisterberg. Der Plan von 1906 sieht gar eine Anbindung der Nord-Süd-Bahn bei Rennerod und eine Fortführung über Seck und Gemünden bis Westerburg vor.

    Begründet werden alle Vorstöße mit der engen arbeitsmäßigen Verflechtung zwischen Siegerland und oberem Westerwald. Es geht dabei vorwiegend darum, "der arbeitssuchenden Bevölkerung (...) die Existenz wesentlich zu leichtern. Viele Hundert Arbeiter marschieren wöchentlich bis nach Burbach". In der Land- und Forstwirtschaft erschwerte die fehlende Verbindung den Zugang zu den Absatzmärkten. Im Industriesektor sollten vor allem die Steinbrüche und Braunkohlegruben profitieren.

    Das Projekt erlangte nie eine bauliche Planungsreife. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs hatte es sich endgültig erledigt, nach dem Zweiten Weltkrieg leitete der aufkommende Individualverkehr langsam den Niedergang der ländlichen Bahnen ein. 1981 hatte der Bahnhof Niederroßbach ausgedient. Das goldene Bahnzeitalter, mit großer Euphorie gestartet, dauerte nicht einmal 100 Jahre.

    Montabaur Hachenburg
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