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  • Fragen und Antworten: Stegskopf-Flüchtlinge im Brennpunkt des Interesses

    Bad Marienberg. Wie sieht der Alltag der Asylbewerber aus? Stimmt es, dass die Verbandsgemeinde dafür zahlt, wenn die Flüchtlinge im Imbiss Essen bestellen und dann einfach verschwinden? In Bad Marienberg gab es am Montagabend Antworten.

    Die Infoveranstaltung des Wäller Bündnisses für Menschlichkeit und Toleranz im Europahaus Bad Marienberg fand regen Zuspruch. Die meisten Fragen der Besucher beschäftigten sich mit der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge auf dem Stegskopf.
    Die Infoveranstaltung des Wäller Bündnisses für Menschlichkeit und Toleranz im Europahaus Bad Marienberg fand regen Zuspruch. Die meisten Fragen der Besucher beschäftigten sich mit der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge auf dem Stegskopf.
    Foto: Röder-Moldenhauer

    Von unserem Chefreporter Markus Kratzer

    Das Fragenspektrum war breit bei der Informationsveranstaltung des Wäller Bündnisses für Menschlichkeit und Toleranz im Europahaus Bad Marienberg. Rund 100 Personen waren der Einladung gefolgt, um in der zweistündigen Veranstaltung Antworten auf ihre Fragen zum Thema Flüchtlinge zu erhalten. Dabei saß der, der am meisten angesprochen wurde, noch nicht einmal auf dem Podium.

    Holger Rittinger, seit Jahresbeginn kommissarischer Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung (AfA) auf dem Stegskopf, stand im Mittelpunkt des Interesses - oder besser die Flüchtlingsunterkunft im nahe gelegenen Emmerzhausen. Rittinger unternahm erst gar nicht den Versuch, etwas schönzureden. Der personelle Engpass - nur 6 von 21 Stellen in der Verwaltung seien derzeit besetzt - erschwere schon die tägliche Arbeit und verhindere die eine oder andere notwendige Maßnahme. Gleichzeitig lobte er das große ehrenamtliche Engagement, ohne dass vieles auf dem Stegskopf nicht laufen würde, etwa bei den Deutschkursen für die Asylbewerber, die nicht gefördert werden.

    Auf den Hinweis eines Helfers in der Kleiderkammer, es fehlten Männerschuhe und Wintersachen in kleineren Größen, hatte Detlef Placzek nach einer kurzen SMS sogar schon eine Lösung parat. Der Flüchtlingskoordinator des Landes versprach schnelle Abhilfe. Andere Lösungen auf drängende Probleme , so räumte Placzek ein, lassen sich nicht so leicht finden: „Die langfristige Aufgabe steht noch bevor - und das ist der Marathon der Integration.“ Der Koordinator drängte auf schnellere Asylverfahren, sieht diese aber durch ein „völlig unzureichendes Engagement“ des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz derzeit nicht zu realisieren. Klare Worte fand er mit Blick auf die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln: „Gewalttaten sind in keinem Fall zu tolerieren. Was aber nicht passieren darf: Wir dürfen keine Angst vor dem Helfen bekommen“, so Placzek.

    Auch Landrat Achim Schwickert betonte die Bedeutung der Integration. „Wir müssen formulieren, was wir von den Menschen erwarten“, so seine Forderung. Bis zum Jahresende hat der Westerwaldkreis laut Schwickert rund 1930 Flüchtlinge aus Erstaufnahmeeinrichtungen zugewiesen bekommen. Hinzu kommen 270 anerkannte Flüchtlinge. Demgegenüber stehen im vergangenen Jahr 260 freiwillige Rückkehrer und 69 abgeschobene Personen.

    Andreas Heidrich, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Bad Marienberg, stellte fest, dass es der Verwaltung bislang gelungen sei, die zugewiesenen Flüchtlinge auch unterzubringen. 56 Wohnungen habe man inzwischen angemietet. Wie es aber weitergehe, wenn der Zuzug von Flüchtlingen in dieser Stärke anhalte, musste Heidrich offenlassen. Konkret konnte er aber das Imbiss-Gerücht entkräften. „Nein, die Verbandsgemeinde hat noch keine Wurst für einen Flüchtling bezahlt.“

    Anfängliche Probleme mit der Erstaufnahmeeinrichtung in Herschbach/Uww. räumte Ortsbürgermeister Axel Spiekermann ein. „Seit November läuft es bei uns in der Gemeinde aber besser“, so sein Fazit. 153 Menschen sind derzeit in Herschbach untergebracht. Zum Vergleich: Der Stegskopf beherbergt aktuell rund 1000 Personen.

    Aus ehrenamtlicher Sicht schilderte Eva Ehrlich-Lingens vom Projekt „Angekommen“ die Arbeit mit Flüchtlingen. Mit Patenschaften und durch Orientierungskurse setzt man auch in Bad Marienberg darauf, dass sich die Menschen in der für sie fremden Umgebung schneller zurechtfinden.

    Andreas Giehl von der Werbegemeinschaft in der Kurstadt sieht den Dialog mit Asylbewerbern pragmatisch: „Wir versuchen, Probleme vor Ort, wenn es sie gibt, mitzulösen“. Konkret nach Problemen gefragt, zuckte er mit den Schultern: „Wir haben ganz aktuell eine Umfrage unter unseren Mitgliedern gemacht, wie sie die Flüchtlinge erleben. Es gab keine negative Rückmeldung.“

     

     

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