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    ElsoffAzubi-Serie, Teil 1: Mit dem richtigen Händchen für hauchdünnes Glas

    Wafer ist das englische Wort für Waffel. In der Industrie sind Wafer Glasscheiben, die als Grundplatte für Bauteile der Mikrosystemtechnik unerlässlich sind. Die oft nur millimeterdünnen Scheiben sind noch viel zerbrechlicher als Waffeln.Bei der Firma Plan Optik in Elsoff ist deshalb das Fingerspitzengefühl von Stefanie Nix gefragt.

    Mit viel Fingerspitzengefühl bricht Stefanie Nix (24) runde Glasscheiben aus rechteckigen Elementen heraus, die sie mit der großen Maschine im Hintergrund vorgestanzt hat. Diese Wafer (englisch: Waffeln) sind ein wichtiger Grundbaustein der Mikrosystemtechnik. 
Foto: Andreas Jöckel
    Mit viel Fingerspitzengefühl bricht Stefanie Nix (24) runde Glasscheiben aus rechteckigen Elementen heraus, die sie mit der großen Maschine im Hintergrund vorgestanzt hat. Diese Wafer (englisch: Waffeln) sind ein wichtiger Grundbaustein der Mikrosystemtechnik.
    Foto: Andreas Jöckel - aj

    Elsoff - Wafer ist das englische Wort für Waffel. In der Industrie sind Wafer Glasscheiben, die als Grundplatte für Bauteile der Mikrosystemtechnik unerlässlich sind. Die oft nur millimeterdünnen Scheiben sind noch viel zerbrechlicher als Waffeln. Bei der Firma Plan Optik in Elsoff ist deshalb das Fingerspitzengefühl von Stefanie Nix gefragt.

    Die 24-Jährige aus Bretthausen wird bei der Aktiengesellschaft zur Flachglasmechanikerin ausgebildet. Im zweiten Lehrjahr hat sie die Grundfertigkeiten schon erlernt und arbeitet selbstständig am Zuschnittstisch. Mit einer Maschine hat sie die Wafer auf einer großen Glasplatte vorgestanzt. Von Hand trennt sie einzelne Quadrate ab und bricht die runden Innenteile heraus. Dafür ist nicht nur das richtige "Händchen" erforderlich. Die Auszubildende muss auch wissen, mit welcher Glassorte sie es zu tun hat und wie sie damit umgehen muss, um sich nicht zu verletzen. Genauso wichtig wird das Thema Arbeitssicherheit im dritten Lehrjahr, wenn das Schneiden mit Wasser bei einem Druck von 6000 bar hinzukommt.

    Weiteres Grundwissen erhält Stefanie Nix an der Erwin-Stein-Schule in Hadamar. Mit acht Klassenkameraden lernt sie dort neben den Standardfächern die naturwissenschaftlichen Grundlagen sowie Glasveredelung, Glaskonstruktion und Pneumatik. Es gibt vier Mal drei Wochen Blockunterricht im Jahr. Die Zwischenprüfung hat sie bereits bestanden.

    Zuvor hat Stefanie Nix als Tischlerin gearbeitet. Auf die Frage, was sie am Beruf des Flachglasmechanikers begeistert, antwortet sie spontan: "Ich hätte nie gedacht, was man aus Glas alles machen kann. Und ständig kommen neue Produkte dazu."

    Kein Wunder, denn Plan Optik hat sich seit der Gründung im Jahr 1972 zum weltweiten Weltmarktführer für Nischenprodukte in der Automobil- und Pharmaindustrie sowie Luft- und Raumfahrt entwickelt. Mit ihren 60 Mitarbeitern erzielte die seit 2005 an der Börse notierte AG im Fiskaljahr 2010 einen Umsatz von 7,32 Millionen Euro.

    In Sprühdosen für Asthmatiker sorgen Wafer aus Elsoff dafür, dass der Wirkstoff mikrofein verteilt wird. Die Firma Osram nutzt Glaswafer in LED-Autoscheinwerfern, um den Chip zu schützen und gleichzeitig den Blendschutz zur Gegenfahrbahn sicherzustellen.

    Hinzu kommen Produkte für Versuchslabore, die das Mischen von Chemikalien ermöglichen und Reaktionen auslösen können. Diese kleinen Glasblöcke haben hauchfeine Leitungen sowie Heiz- und Kühlschleifen und sind quasi die Vorstufe für die spätere Großproduktion.

    Qualitätskontrolle ist in der Branche entscheidend: "Bei uns rächen sich schon Fehler im My-Bereich (ein millionstel Millimeter)", sagt Produktionsleiter Jörg Dielmann. Entsprechend groß ist der Ausschuss: Oft landet nur jedes vierte Stück im Versand.

    Der Produktionschef lässt seine Auszubildende auch in andere Abteilungen reinschnuppern, beispielsweise die Schlosserei. Denn so speziell wie die Produkte, sind auch die Werkzeuge für deren Herstellung. Deshalb werden diese direkt im Haus gefertigt.

    "Die Perspektiven für Flachglasmechaniker sind gut", sagt Bärbel Schilling, die für den Einkauf zuständig ist. Schließlich gebe es etliche Glasbaufirmen im Westerwald. Ein Vorgänger von Stefanie Nix lässt sich zurzeit zum Techniker fortbilden. Plan Optik will auch in diesem Jahr wieder einen Auszubildenden zum Flachglasmechaniker einstellen. Bewerbungen sind willkommen.

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

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