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  • Digitaler Wahl-Sinn: So präsentieren sich die Kandidaten im Netz

    Westerwaldkreis. Wie aktiv sind die Kandidaten eigentlich im Netz? Und inwieweit wird der Wahlkampf online ausgetragen? Unsere Zeitung hat sich auf den Profilen einiger Bewerber in Facebook und Twitter mal genauer umgesehen: Von umfangreichen Treuebekundungen zur Partei, über lustige Guten-Morgen-Grüße bis hin zur Kritik der Konkurrenten ist alles dabei. Hier eine "kleine" Auswahl von den auffälligsten Kandidaten.

    Von unserer Reporterin Verena Hallermann

    Auch im Netz sind die Kandidaten für die Landtagswahl unterwegs. Wie sie sich dabei anstellen, haben unsere Reporterinnen Verena Hallermann (vorn links) für den Westerwaldkreis, Sabrina Rödder (rechts) für den Kreis Altenkirchen und Mira Müller (Rhein-Lahn-Kreis) genauer unter die Lupe genommen.
    Auch im Netz sind die Kandidaten für die Landtagswahl unterwegs. Wie sie sich dabei anstellen, haben unsere Reporterinnen Verena Hallermann (vorn links) für den Westerwaldkreis, Sabrina Rödder (rechts) für den Kreis Altenkirchen und Mira Müller (Rhein-Lahn-Kreis) genauer unter die Lupe genommen.
    Foto: Markus Eschenauer

    Wahlkreis 6: Thomas Roth, der für den Wahlkreis 6 Montabaur kandidiert, loggt sich regelmäßig bei Facebook ein. Private Bilder oder Posts? Nicht bei dem Moschheimer. Seine rund 25 Einträge zwischen Januar und Februar zeigen vor allem seine Loyalität zur FDP. Wie gut, dass das Montabaurer Schloss, sein Motiv für das Titelbild, auch gelb ist. Aber nicht alle Kandidaten, die im Wahlkreis 6 (der nach der Neustrukturierung jetzt noch die Verbandsgemeinden Montabaur, Ransbach-Baumbach, Wallmerod und Wirges umfasst) antreten, führen hier ihren Wahlkampf fort.

    Christian Schimmel aus Niederelbert sollte man bei Facebook nicht mit dem österreichischen Fußballspieler verwechseln, denn seinen eigenen Account erkennt man bei dem Grünen-Kandidaten kaum. Bis auf den zufällig grünen Hintergrund auf seinem Profilbild lässt nichts auf seine Kandidatur für seinen Wahlkreis schließen. Dafür verrät er aber ein paar persönliche Details von sich: Dem 26-jährigen Studenten gefällt die TuS Koblenz und der Jazzmusiker Donatus. Die Grünen sind aber natürlich auch unter seinen „Gefällt mir“ Angaben“. Bei Twitter erwähnt Schimmel ganz schlicht, dass er als Direktkandidat antritt.

    Mehr Politik steckt in dem Profil von Dietmar Zieger. Professionelle Bilder in Anzug und Krawatte scheinen bei dem Kandidaten der Linken aus Wirges aber keine Rolle zu spielen. Zieger scheint mehr auf Schnappschüsse zu setzen. Werbung in eigener Sache findet man bei ihm nur selten. Vielmehr bringt er seine Ansichten gegenüber rechten Organisationen („Was macht ein Nazi im Minenfeld? Ein Schritt in die richtige Richtung.“) zum Ausdruck. Ein umfangreiches Sammelsurium von politischen Beiträgen und kleinen privaten Einblicken findet man auch bei Tanja Machalet (SPD) und Gabriele Wieland (CDU).

    Wahlkreis 5: Im Nachbarwahlkreis 5 nimmt es Hendrik Hering ganz genau, wenn es um die Pflege seiner Accounts bei Facebook und Twitter geht. Online hat sich der SPD-Landtagsabgeordnete breit etabliert. Regelmäßig – manchmal mehrmals am Tag – postet der Hachenburger etwas in seine Facebook-Chronik. Hochprofessionell natürlich und immer nah an der roten Politik. Star seiner Seite ist aber nicht nur er selbst, sondern auch die SPD-Spitzenkandidatin Malu Dreyer, der er mit einigen Posts seine Unterstützung zeigt. Und wenn man gerade den Eindruck hatte, dass sich kein persönliches Foto in seinem souveränen Auftritt verirrt hat, findet man ein sympathisches Karnevalsbild von ihm im schottischen Gewand. Menschlichkeit und Humor sind ja Dinge, die im Wahlkampf gern gesehen werden. Und auch ein bisschen Kritik an der Konkurrentin Julia Klöckner kann er sich nicht verkneifen. In einem Post schreibt er, Klöckner habe „nicht das Format, Malu Dreyer nur ansatzweise das Wasser zu reichen“. Was auch gleich eine Diskussion in den Kommentaren auslöste: „Es wäre mir lieber, in den Social Media mal konkrete politische Ziele zu lesen, als nur Fingerzeigen in Richtung Konkurrenz“, heißt es von einem User.

    Und wie sieht es bei dem CDU-Landtagsabgeordneten Ralf Seekatz aus? Der Kandidat aus Westerburg ist bei Facebook ein gern aufgenommenes Mitglied in der Freundesliste, denn der Politiker hat mehr als 3000 Facebook-Freunde. Ob das der Grund ist, warum er öffentlich nichts postet? Möglicherweise, denn der einzige Beitrag in diesem Jahr ist die Änderung seines Titelbildes. Dort steht nun „Frischer Schwung, Neue Kraft“ – ein Wahlspruch der CDU.

    Martin Klein aus Stein-Wingert hat zwar weder Twitter noch eine eigene Homepage, aber was die Anzahl der Facebook-Post betrifft, ist der Kandidat der Linken unschlagbar: Mehr als 500 Posts hat er zwischen Januar und Februar verfasst oder geteilt. Das ist rund das 30-fache mehr als Alexander Herrmann (Alfa) im gleichen Zeitraum geteilt oder gepostet hat. Und auch bei Claudia Sanders (FDP) gibt es einiges zu entdecken. Vor allem ihre Leidenschaft zu Pferden drückt sie aus. Kein Wunder, dass sie dafür auf ihrem Profilbild ein dickes Küsschen von ihrem Hengst Orgu bekommt.

    Wahlkreis 10: Carsten Renner, Bewerber aus dem Wahlkreis 10, scheint eine Schwäche für gelbe Tulpen zu haben. Seine Lieblingsblumen? Oder hat er bei der Auswahl seines Titelbildes doch eher an seine Partei, die FDP, gedacht? Das weiß wohl nur der Kandidat aus Vallendar selbst. Fraglich ist auch, ob er sich mit seinem Zitat der Woche von Schriftsteller John Knittel, das er am 22. Februar öffentlich gepostet hat, „Mache Dich nicht zu wichtig. Es gibt größere Zwerge als Dich!“ selbst gemeint hat? Fakt ist jedenfalls, dass Renner Humor hat, wenn er schon als Guten-Morgen-Gruß bei Facebook, Äpfel, Bananen und einen Schokoriegel zu einem Smiley formt.

    Vielleicht könnte sich sein Mitbewerber der AfD, Thomas Martin Damson aus Bendorf, an ihm ein Vorbild nehmen. In seinem privaten Facebook-Account hält er sich eher bedeckt. Statt eines Profilbildes zeigt er das Logo seiner Partei. Öffentliche Posts in diesem Jahr? Fehlanzeige. Der Politiker hat sich aber auch eine Facebook-Seite erstellt, die bis jetzt knapp 205 „Gefällt mir“ Angaben“ hat.

    Offener zeigt sich da Josef Dötsch aus Mülheim-Kärlich. Freundlich lächelt er – vor einer idyllischen Berglandschaft – aus der linken Ecke seines Facebook-Profils. Aber auch hier wird schnell klar, für welche Partei er kandidiert: In fast jedem Beitrag, den er in diesem Jahr geteilt hat, wirbt er für die CDU. Doch auch das ein oder andere farbenfrohe Karnevalsbild hat es in seine Chronik geschafft. Und das es beim CDU-Ortsverband Kettig „Doppekoche“ zu essen gab, lässt er die Öffentlichkeit auch nebenbei wissen.

    Wahlkreis 1: Und wie sieht es im Wahlkreis 1 aus, zu dem vom Westerwaldkreis erstmalig die Verbandsgemeinde Rennerod gehört? Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) aus Forst ist kurzerhand bei Facebook „umgezogen“. Statt ihres privaten Accounts informiert sie ihre Wähler nur noch über ihre Facebook-Seite. Und die kann sich sehen lassen: Fast 8000 Personen haben ihr ein „Gefällt mir“ hinterlassen. Auch wenn die Seite der SPD-Politikerin immer mit den neusten Informationen bestückt wird (rund 130 Posts von Januar bis Februar), ist die Ministerin der Landesregierung keine Frühaufsteherin, wie sie die Öffentlichkeit wissen lässt: „Morgenstund hat ... Ruhe und mach mir Kaffee“ postet sie zwischen Beiträgen um ihre eigenen Person und der SPD. Trotz ihres professionellen Auftritts zeigt die Forsterin eben, dass sie auch Humor hat. Da wird schon mal ein Bild von der Gummibärchentüte gemacht, die während einer langen Tagung als Proviant herhalten muss.

    Gummibärchen gibt es keine auf Anna Neuhofs Profil. Wenn würde sie wahrscheinlich die grünen nehmen, denn viel grüner könnte ein Onlineauftritt nicht sein: Sowohl ihren Twitter-Account als auch ihre Homepage hat Anna Neuhof aus Kirchen in der namensgebenden Farbe ihrer Partei gestaltet. Und die Inhalte ihrer Beiträge? Auch hier ist Neuhof ganz eindeutig in grüner Mission unterwegs. Mal teilt sie eine Studie zum Thema Windenergie, mal wehrt sie sich gegen gesundheitsschädliche Pestizide.

    Nicht-User: Trotz des digitalen „Wahl-Sinns“, der sich vermehrt im Netz verbreitet, gibt es ein paar Kandidaten, die sich dem Online-Wahlkampf entziehen. Darunter Wilfried Münz (Wahlkreis 10). „Ich habe bei der letzten Wahl sehr negative Erfahrungen mit sozialen Netzwerken gemacht“, sagt der Kandidat der Freien Wähler. „Daher werde ich Facebook und Twitter auch nicht nutzen.“ Über die Homepage seiner Partei kann man sich aber über Münz informieren. „Außerdem glaube ich, dass nichts über ein persönliches Gespräch hinausgeht“, fügt er hinzu.

    Und Manfred Müller? Der Grünen-Kandidat des Wahlkreises 5 hält es für ausreichend, dass er über die sozialen Netzwerke seiner Parteien präsent ist. „Ein weiteres unendliches Duplizieren der gleichen Botschaft würde den mündigen Wähler nicht ernst nehmen“, sagt er. Auch Katharina Raue (Wahlkreis 10) ist nur über die eigene Homepage und die der Grünen im Netz vertreten. (Selbst-) Darstellungen über Facebook oder Twitter lehne sie als Kommunikationsplattformen ab. „Der kurze Draht zu den Bürgerinnen und Bürgern ist mir wichtig. Der persönliche Kontakt, das Gespräch steht dabei im Mittelpunkt“, sagt sie. „Über mein Regionalbüro bin ich immer ansprechbar. Hier kann ich auf Anliegen eingehen und politische Vorhaben erläutern.“

    Experte: Online-Plattformen schon lange unerlässlichWitzig und kurios: Eine Auswahl unserer Top-PostsAuswertung: Kandidaten auf Facebook
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