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    Bruttig-FankelWo Tiere in Cochem-Zell helfende Hände finden

    Das Wohl aller Tiere liegt den Gründern des ersten Tierschutzvereins im Kreis Cochem-Zell am Herzen. Sie suchen weitere Mitstreiter und Unterstützer. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass "hoffnungsvolle Hände" etwas bewegen können.

    Astrid und Michael Theobald vom ersten Tierschutzverein im Kreis Cochem-Zell lieben Tiere, nicht nur ihre Mischlingshündin Willow.
    Astrid und Michael Theobald vom ersten Tierschutzverein im Kreis Cochem-Zell lieben Tiere, nicht nur ihre Mischlingshündin Willow.
    Foto: David Ditzer

    Den ersten Tierschutzverein im Kreis Cochem-Zell haben Astrid und Michael Theobald aus Bruttig-Fankel ins Leben gerufen: Er heißt "Hoffnungsvolle Hände für Tiere" und kümmert sich unter anderem mit darum, dass circa 500 Streunerkatzen zwischen Traben-Trarbach und Cochem genug Futter bekommen. Generell hat sich der Verein jedoch dem Schutz aller Tiere verschrieben und sucht weitere Mitstreiter und Unterstützer.

    Protest gegen Massentötungen in der Ukraine

    Angefangen hat für Astrid und Michael Theobald alles im Januar vergangenen Jahres: Damals waren sie, wie viele Tierfreunde in Europa, entsetzt darüber, dass Behörden in der Ukraine vor der Fußball-Europameisterschaft massenhaft Straßenhunde töten ließen. Schließlich sollten die Gäste aus aller Welt nicht sehen, wie viele herrenlose Tiere auf den Straßen des Landes leben und leiden. Erst nach internationalen Protesten verbot die Regierung die Massentötungen.

    Doch Astrid und Michael Theobald aus Bruttig-Fankel wollten den heimatlosen Tieren in der Ukraine aktiv und auf längere Sicht helfen. Also organisierten sie eine Hundewinterwanderung. Unter anderem über den Verkauf von Speisen und Getränken sammelten sie Spenden für das Tierheim Gostomel in Kiew. Asia Serpinskaya leitet es. Sie und ihre Mitarbeiter kümmern sich um Hunderte herrenlose Tiere.

    Erste Wanderung wird ein Erfolg

    Die Resonanz war groß. 25 Hundefreunde kamen und wenig später gingen 1000 Euro an Serpinskaya. Zu ihr haben die Theobalds nach wie vor Kontakt. Über ihren Verein unterstützen sie nun das Tierheim in der Ukraine, in dem circa 700 Hunde und genauso viele Katzen leben, mit Geld, von dem etwa Futter gekauft wird. "Da geht schon mal eine Tonne Futter am Tag durch", sagt Michael Theobald. Der 41 Jahre alte Polizist ist Vorsitzender des Vereins, seine Frau Kassenwartin. Schriftführerin ist Gabriele Kozelka aus Hünfelden (Kreis Limburg-Weilburg).

    Offiziell gegründet worden war der Verein schon zum 2. Juni des vergangenen Jahres. Eine Namensänderung nach internen Querelen machte jedoch einen Neustart erforderlich. "Hoffnungsvolle Hände für Tiere" ist inzwischen ins Vereinsregister eingetragen, als gemeinnützig anerkannt und hat 13 Mitglieder. "Wir hoffen, dass noch der eine oder andere dazukommt, der uns unterstützen möchte", hält Astrid Theobald fest. Was die 42-Jährige betont: "Wir möchten uns um alle Tiere kümmern, die Hilfe benötigen, nicht nur um Katzen."

    Wenn es bloß an Geld fürs Futter fehlt

    Manchmal sind es aber nicht direkt die Tiere, die Unterstützung brauchen, sondern Frauchen oder Herrchen, erzählen die Theobalds. Oft gäben etwa Hundehalter, nicht selten Senioren mit kleinen Renten, ihre geliebten Vierbeiner ab, weil sie sich das Futter nicht mehr leisten könnten. "Aber warum ein Tier gleich ins Tierheim geben, wenn es oft mit einem Sack Futter getan wäre?", fragt Michael Theobald. Seine Frau fügt hinzu: "Wenn's geht, möchten wir die Tiere lieber aus dem Heim raushalten und dort Platz für Notfälle lassen."

    So war es zum Beispiel im Falle einer Border-Collie-Hündin, deren Herrchen verstorben war. Die Tochter des Verstorbenen hätte sie ins Tierheim geben müssen. Doch über Astrid Theobald und eine ihrer Bekannten in Neef fand das Tier ein neues Zuhause. "Wir würden weitere Leute brauchen, die Pflegestellen für die Tiere anbieten", sagt Astrid Theobald. Inzwischen hat sie auch eine sogenannte Paragraf-11-Bescheinigung beantragt, die nach dem Tierschutzgesetz jeder benötigt, der Tiere gegen - obgleich kleine - Geldbeträge (Schutzgebühr) vermitteln möchte.

    Wenn es ums Wohl der Streunerkatzen zwischen Cochem und Traben-Trarbach geht, arbeitet der Verein aus Bruttig-Fankel mit den Katzenfreunden Rhein-Ahr-Eifel (Schalkenbach, Kreis Ahrweiler) zusammen. Letztere zahlen für die wichtige Kastration/Sterilisation der Streuner. "Wir übernehmen das Futter", so die Theobalds.

    Medizinische Hilfe für Tiere in Rumänien

    Tamara Ketzler aus Ahlen (Westfalen) kämpft dagegen an, dass in Rumänien Straßenhunde getötet werden dürfen, wenn binnen zwei Wochen niemand Interesse an ihnen bekundet. Über sie schickt "Hoffnungsvolle Hände für Tiere" medizinische Hilfsmittel in rumänische Tierheime. Die Vogelpflegestelle der Kölnerin Gabriele Hupp unterstützt der Verein von der Mosel mit Futter und mehr. Hupp nimmt verwaiste oder verletzte Wildvögel vorübergehend in Pflege, versorgt Fundtiere wie Kanarienvögel oder Wellensittiche.

    Generell gelte, dass sie alle Projekte genau prüften, bevor jemand aus Mitteln des Verein unterstützt werde. Überschreite die Hilfe den Betrag von 150 Euro, müsse immer der Vorstand entscheiden. Doch was treibt Astrid und Michael Theobald eigentlich an, Tieren helfen zu wollen? Er ist mit Hunden groß geworden, seine Oma hatte 20 Katzen. Von daher liebt er Tiere. Und sie, gelernte Krankenschwester, erzählt lachend: "Ich wollte als Kind schon immer jedes Tier retten, selbst angefahrene Schnecken."

    Von unserem Redakteur David Ditzer

    Tierfreunde schnüren erneut die Wanderstiefel

    Für Sonntag, 13. Oktober, lädt der Verein „Hoffnungsvolle Hände für Tiere“ erneut zu einer Hundewanderung und einem Tierschutztag nach Bruttig-Fankel ein. Für alle Wanderfreunde stehen von 9.30 Uhr an zwei Strecken zur Verfügung. Eine leichte, die etwa eine Stunde Gehzeit in Anspruch nimmt. Auf der zweiten, etwas anspruchsvolleren Strecke legen die Teilnehmer zwischendurch eine Pause ein (Gehzeit: zwei Stunden). Los geht es in beiden Fällen vom Festplatz in Bruttig-Fankel aus. Dorthin führen die beiden Wanderstrecken auch zurück. Mittagessen, Kaffee und Kuchen gibt es auf dem Platz. Am Nachmittag erfreut die Rettungs- und Suchhundestaffel Ahrtal die Gäste mit einer Vorführung. Für Kinder sind ein Schminkstand und eine kleine Überraschung geplant. Über eine Tombola und einen Flohmarkt sollen weitere Erlöse für einen guten Zweck zusammenkommen.  dad

    Für 24 Euro im Jahr dabei

    Mitglied im Verein „Hoffnungsvolle Hände für Tiere“ zu sein, kostet im Jahr 24 Euro. „Außerdem haben wir einen Familienbeitrag von 40 Euro gestrickt“, sagt Michael Theobald. Der Verein kommt einmal im Jahr zu einer Versammlung zusammen. Für weitere Fragen zum Verein stehen Astrid und Michael Theobald zur Verfügung, Telefon 02671/605 230 oder 0173/862 42 57. dad

    Cochem Zell
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