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  • Trockenheit lässt Blätter schneller braun werden

    Cochem-Zell. Dem aufmerksamen Beobachter ist es nicht entgangen: Viel früher als sonst hat sich in diesem Jahr der Wald in unserer Region verfärbt. Aus sattem Grün wurde schlagartig trockenes Braun und sorgte schon im September für herbstliche Stimmung, obwohl das Thermometer noch auf Hochsommer stand.

    Forstamtsleiter Hans-Peter Schimpgen zeigt vertrocknet braune Blätter am Ast einer Buche, während die Eichen noch grünes Blattwerk tragen.
    Forstamtsleiter Hans-Peter Schimpgen zeigt vertrocknet braune Blätter am Ast einer Buche, während die Eichen noch grünes Blattwerk tragen.
    Foto: upw

    "Tatsächlich sind die Blätter in diesem Jahr schneller braun geworden. Zumindest bei manchen Bäumen", bestätigt Hans Peter Schimpgen, Leiter des Forstamts Cochem. Aber der Fachmann gibt Entwarnung. "Das ist kein Grund zur Beunruhigung", erklärt er. Die lange Trockenheit, kombiniert mit Südwind aus der Sahara, sei zwar dafür verantwortlich, aber bei der frühen Blattfärbung handele es sich um eine gesunde Reaktion des Baumes. Denn wenn es lange heiß und trocken ist und das für den Baum lebenswichtige Wasser über längere Zeit ausbleibt, muss der Baum schnell reagieren, um zu überleben. Er fällt in eine Art Winterschlaf. Bevor er seine natürliche Atmung einstellt und seine Blätter abwirft, entzieht er diesen allerdings Chlorophyll und andere wertvolle Nährstoffe. Da dieser Prozess sehr schnell gehen muss, verfärben sich die Blätter auch schneller. Das ist aber nicht bei allen Laubbäumen so. Schaut man sich den Wald genauer an, fällt auf, dass auch derzeit noch grüne Blätter vorhanden sind. "Beispielsweise bei den Eichen", so Schimpgen. Denn das urdeutsche Symbol für Treue, Standhaftigkeit und Beständigkeit, kann besser mit der Wasserknappheit umgehen, als beispielsweise Buche oder Ahorn.

    Für die augenscheinlich braune Färbung des Herbstwalds hat Schimpgen allerdings noch eine weitere Erklärung parat: "Es liegt an den vielen Bucheckern. Dieses Jahr ist ein sogenanntes Mastjahr. Die Buchen haben so viel Samen produziert wie selten. Durch die braunen Früchte wirken die Bäume dann auch schneller braun verfärbt".

    Wie sich die starke Fruchtbildung auf den allgemeinen Gesundheitszustand der Bäume auswirkt, wird man erst im nächsten Frühjahr sehen können. Bis dahin bleibt es selbst für die Forstleute spannend. Wetterextreme wie Stürme und längere Trockenperioden werden in Zukunft vermutlich aber zu Veränderungen in heimischen Wäldern führen, mutmaßt Schimpgen. "Die Fichte wird es in unserer Region mit Sicherheit nicht schaffen. Dem Nadelbaum, der unseren Vorvätern als schnelles Holz fürs Bauen und Heizen diente, ist es zu warm und zu trocken geworden". Welche Bäume aber letzten Endes überleben und welche nicht, das wird sich erst in Zukunft zeigen. Bei Neuanlagen setzten die Forstleute deshalb auf Vielfalt nach dem Motto: Einer kommt schon durch. In Zukunft werden wohl eher Weißtannen und Douglasien sowie Eichen und Buchen in unseren Wäldern zu finden sein, prognostiziert Schimpgen. Probleme bereiten dem Förster allerdings die hohen Wildbestände, die neu angelegte Wälder bedrohen. Während im Staatsforst ausreichend gejagt wird, leben in privaten Wäldern häufig zu viel Wildtiere, die bevorzugt die Knospen junger Bäume fressen und das Wachstum neuer Baumbestände erschweren.

    Ulrike Platten-Wirtz

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    Nina Borowski

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