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    ZellRaiba Zeller Land auf Erfolgskurs

    Auf Erfolgskurs bleibt nach eigenen Angaben die Raiffeisenbank Zeller Land. Das war der Tenor auf der Generalversammlung der Kreditgenossenschaft in Zell, an der 310 Mitglieder teilnahmen.

    Langjährige Mitglieder der Genossenschaftsbank sind in der Zeller Stadthalle ausgezeichnet worden. Foto: Markus Kroth
    Langjährige Mitglieder der Genossenschaftsbank sind in der Zeller Stadthalle ausgezeichnet worden.
    Foto: Markus Kroth

    Das neue Vorstandsmitglied Hans Josef Schumacher präsentierte zusammen mit seinem Vorstandskollegen Peter-Josef Götten den Mitgliedern zum einen positive Zahlen, machte zum anderen aber auch die Herausforderungen im Bankgeschäft deutlich. Dazu zählt neben der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank vor allem die zunehmende Regulatorik, die für regionale Banken genauso gilt wie für große Institute. "Mehr als 4000 Gesetze führen dazu, dass sich unsere Mitarbeiter in einem Umfang mit Regulierungen beschäftigen müssen, die sich eine kleine Genossenschaftsbank eigentlich nicht leisten kann", sagte Schumacher. Und das, obwohl die Genossenschaftsbank viel nützlicher für die Region und die Realwirtschaft sei als gewinnorientierte Privatbanken. "Die Raiffeisenbank Zeller Land hat 2015 rund 330 000 Euro Steuern gezahlt. Das sind 1500 Euro pro Million unserer Bilanzsumme", so Schumacher. Davon bleibe etwa die Hälfte als Gewerbesteuer direkt in der Region. Die vier privaten Großbanken in Deutschland hätten im Schnitt etwa 600 Euro pro Million Bilanzsumme ans Finanzamt überwiesen. "Das ist also noch nicht mal die Hälfte." Deswegen forderten die Genossenschaftsbanker, dass die Bankenregulierung kleine, solide wirtschaftende regionale Institute entlasten müsse.

    Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen hat sich die Raiba im vorigen Jahr erfolgreich im Markt behauptet. "In allen wichtigen Geschäftsfeldern konnten wir Zuwächse verzeichnen. Wir haben unsere Ziele erreicht, teilweise sogar übertroffen", sagte Götten. Die Bilanzsumme betrug zum Stichtag 31. Dezember 2015 rund 218 Millionen Euro und erhöhte sich damit um 1,6 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Das Kundengesamtvolumen ist um 15 Millionen Euro oder 3,5 Prozent auf 447 Millionen Euro gestiegen. Götten: "Diese Kennzahl ist für die Raiffeisenbank wichtig, denn sie gibt die Gesamtheit aller Einlagen und Kredite wieder."

    Gerade im Einlagengeschäft hätten die Mitglieder und Kunden der Raiba gezeigt, dass sie ihrem regionalen Finanzdienstleister vertrauen: Sie haben vermehrt ihr Erspartes bei ihr angelegt. Die bilanzierten Kundeneinlagen wuchsen um 1,2 Millionen Euro auf 182 Millionen Euro an. "Ihr Geld haben unsere Mitglieder und Kunden verstärkt kurzfristig angelegt. Kaum einer entscheidet sich für eine längerfristige Geldanlage, immer in der Hoffnung, dass die Zinsen wieder steigen könnten", erklärte Götten. Niemand werde allerdings sagen können, wie lange die EZB die Niedrigzinspolitik noch aufrechterhält. Der Niedrigzins trifft auch die Genossenschaftsbank. Sie lebt von der Zinsspanne, die sie durch Kreditvergabe und Einlagengeschäft erwirtschaftet. "Diese Spanne steht bei dem aktuellen Zinsniveau unter Druck. Die Ertragslage leidet", erklärte der Vorstand.

    Die Kundeneinlagen verschaffen der Kreditgenossenschaft nach wie vor einen ausreichenden Spielraum, die Kreditnachfrage zu bedienen. "Insbesondere in der Mittelstandsfinanzierung spielen wir eine entscheidende Rolle. Die regionalen mittelständischen Unternehmen mit Krediten zu versorgen, sehen wir als unsere elementare Aufgabe. So machen Firmenkredite an unserer Bilanzsumme etwa 20 Prozent aus. Das Kreditgeschäft der Raiffeisenbank belief sich 2015 auf 106 Millionen Euro. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 4,5 Millionen oder 4,4 Prozent. Besonders gefragt waren Kredite für den Wohnungsbau und für betriebliche Investitionen. Insgesamt hat das Institut einen Jahresüberschuss von rund 473 000 Euro erwirtschaftet. Der größte Teil davon fließt zur Stärkung des Eigenkapitals in die Rücklage. Über 68 000 Euro schüttet die Bank an ihre Anteilseigner in Form einer vierprozentigen Dividende aus. Das aus Altersgründen am 31. März ausgeschiedene Vorstandsmitglied Walter Hoff nutzte die Gelegenheit, um sich von den Mitgliedern zu verabschiedeten. Gleichzeitig stellte sich das neue Vorstandsmitglied Thomas Wagner vor. Seine Vorstandstätigkeit beginnt am Freitag, 1. Juli.

    Cochem Zell
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