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    Kloster EngelportJunge Schwestern pflegen alte Liturgie

    Die Anbetungsschwestern des Königlichen Herzens Jesu werden bald ins Kloster Engelport einziehen. Die RZ hat mit Monsignor Michael Schmitz und zwei Schwester über ihre Pläne gesprochen.

    Die Novizinnen der Gemeinschaft beim Gebet. Die Anbetungsschwestern erfreuen sich bei jungen Frauen eines großen Interesses.
    Die Novizinnen der Gemeinschaft beim Gebet. Die Anbetungsschwestern erfreuen sich bei jungen Frauen eines großen Interesses.

    "Nein, mit der Pius-Bruderschaft haben wir nichts zu tun!" Freundlich, aber dennoch bestimmt sagt dies Monsignor Michael Schmitz. Er ist Generalvikar des Priesterinstituts Christus König und Hohepriester, dessen weiblicher Zweig, die Anbetungsschwestern des Königlichen Herzens Jesu, Ende des Jahres im Kloster Maria Engelport einziehen. Er kennt die Vorbehalte, die es gegen sein Institut gibt. "Für die Pius-Bruderschaft gelten wir aber als eher liberal und weltoffen", ergänzt er schmunzelnd.

    Möglicherweise ist es die gemeinsame Liebe zur außerordentlichen Form des Römischen Ritus, die sowohl vom Priesterinstitut Christus König wie auch von der Pius-Bruderschaft geteilt wird. Außerordentliche Form, das bezeichnet den tridentinischen Messritus, der nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil abgelöst wurde und in den vergangenen Jahren wieder unter bestimmten Voraussetzungen von Rom zugelassen wurde.

    "Bei vielen älteren Menschen gibt es sicher noch Vorbehalte gegen die alte Liturgie, auch wenn die meisten dieser Katholiken sie sicher noch kennen", meint Generalvikar Schmitz. Doch für die jüngeren Katholiken sei sie weniger ein Problem, eher im Gegenteil, ist er überzeugt. Hier gebe es viel Zustimmung und Unterstützung für diese von vielen als feierlicher empfundene Messform. Und Oberin Mutter Marie-Caroline von den Anbetungsschwestern ist sich sicher: "Dieser Ritus trifft auch heute noch Herz und Seele der Menschen."

    Im Kloster Engelport wird mit dem neuen Jahr diese liturgische Form des Gottesdienstes wieder Einzug halten. Die kirchlichen Stundengebete wie Laudes, Vesper und Complet werden in lateinischer Sprache gesungen, das Hochamt ebenso. Möglicherweise werden dazu auch bauliche Veränderungen in der Klosterkirche vorgenommen, mit einem neuen Hochaltar und auch einem Chorgestühl, das den gregorianischen Gesang der Schwestern besser unterstützt. "Das sind aber Dinge, die wir erst zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden werden", sagt Michael Schmitz.

    Zunächst einmal wollen sich die Anbetungsschwestern, die im Laufe des Januars in das Kloster kommen, in ihrer neuen Umgebung eingewöhnen. Kloster Maria Engelport soll zukünftig das Noviziat der noch jungen Gemeinschaft werden. Hier werden Schwestern aus vielen Ländern leben und prüfen, ob dieses Leben ihrer Berufung entspricht. So kommen Postulantinnen, Novizinnen, die am weißen Gewand erkennbar sein werden, und Anbetungsschwestern, die nach der Profess Schwarz tragen. Anders als in klassischen Orden legen die Anbetungsschwestern private Gelübde ab, sie können auch jederzeit die Gemeinschaft wieder verlassen. Das Noviziat dauert vier bis fünf Jahre.

    Die Schwestern leben in keiner strengen Klausur. Sie freuen sich auf die Kontakte zu den Menschen in der Region und den Pilgern, die im Kloster vorbeischauen. "Wir führen hier kein trauriges, leidendes Leben", meint lächelnd Schwester Marie-Caroline. Im Gegenteil: "Wir sind froh und glücklich, weil wir hier die Liebe Gottes spüren und leben." Darum ist den Schwestern auch ein gutes Verhältnis zu den Ortskirchen und der Diözese Trier wichtig. "Wir wollen kein Spannungsverhältnis zu den Pfarreien vor Ort, denn wir gehören zum breiten Spektrum der katholischen Kirche", betont Monsignore Schmitz. Für ihn ist der Hunsrück durchaus ein Stück Heimat. Seine Vorfahren stammen aus Forst im Hunsrück, er hat ein Haus in Mörsdorf geerbt. Nicht zuletzt dadurch kam es zu dem Vorhaben, das Kloster Engelport nach dem Weggang der Oblaten zu übernehmen.

    Es ist ein einfaches Leben in Armut, das die Schwestern führen, betont Monsignore Schmitz. Aber auch ein modernes. Viel findet im Internet statt. "Viele Kontakte entstanden online", meint der Generalvikar. Und auch die Jugendarbeit gehört zu den wichtigen Anliegen der Gemeinschaft. "Wir wollen hier Jugendlichen geistliche Impulse geben, Exerzitien anbieten und jungen Menschen eine Möglichkeit geben, eine lebendige Kirche zu erleben", erläutert die Oberin. Sie ist überzeugt: "Für viele Jugendliche ist es sicher beeindruckend, mit jungen Schwestern zu beten, zu spielen und zu singen." Doch auch alte Handarbeitskünste sollen im Kloster gepflegt werden. Daneben gibt es weitere Pläne für die Zukunft, möglicherweise ein Pilgercafé oder eine Hospizarbeit. "Das sind aber bisher nur Ideen, von denen wir noch nicht wissen, ob und wie wir sie umsetzen", betont Monsignore Michael Schmitz.

    Als "sehr groß und sehr ruhig" beschreiben die Anbetungsschwestern ihre ersten Eindrücke vom Kloster Maria Engelport. Doch sie hoffen, hier bald eine neue Heimat für ihre Gemeinschaft gefunden zu haben. Und nicht nur das. "Wir wollen, dass Engelport auch weiterhin ein offenes Haus ist. Die Kirche wird allen offen stehen", so die Oberin Mutter Marie-Caroline.

    Von Dieter Junker

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