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    Cochem/BruttigIn der Götterlay entsteht edelster Wein

    Das ist mit Zahlen belegbar: Der Landkreis Cochem-Zell hat den qualitativ besten Wein innerhalb des Gebietes der Landwirtschaftskammer im nördlichen Rheinland-Pfalz. Neun Staatsehrenpreise und ein Großer Staatsehrenpreis sind in den Landkreis gegangen - mehr als in jeden anderen Kreis zwischen Obermosel, Ahr, Mittelrhein und Nahe. "Das ist der Spiegel für höchste Qualität und ein Beweis für das Können der Winzer", sagte Weinbaupräsident Rolf Haxel, selbst Cochemer Winzer. Und lud kurzerhand ins Kreishaus ein, denn "das ist ein Grund zum Feiern". Gebietsweinprinzessin Antonia Engler, ebenfalls Cochemerin, war erfüllt mit Stolz, dass so viele Preisträger aus ihrer Heimatregion kommen, "auch wenn die gesamte Mosel viel zu bieten hat".

    Arbeiten mit viel Elan im Bruttiger Weingut Klein-Götz: (von links) Florian und Jennifer Klein, Karola und Dietmar Klein.
    Arbeiten mit viel Elan im Bruttiger Weingut Klein-Götz: (von links) Florian und Jennifer Klein, Karola und Dietmar Klein.
    Foto: Kevin Ruehle

    Von unserem Redaktionsleiter Thomas Brost

    Im "größten nationalen Qualitätswettbewerb für Wein" (Haxel) ist er die Krönung: der Große Staatsehrenpreis. Zwei Weingüter sind von der Mosel ausgezeichnet worden, mit dem Weingut Klein-Götz aus Bruttig kommt eines aus dem Kreis. Nach 2012 (Weingut Leo Fuchs, Pommern) kam damit erneut ein Cochem-Zeller Weingut in den Genuss höchster Weihen.

    Worin liegt das Erfolgsrezept des Weingutes Klein-Götz, das 1984 aus der Verschmelzung zweier unabhängiger Familienunternehmen entstanden ist? Es ist ein ganzes Bündel von Maßnahmen in Weinberg und Keller, die Winzermeister Dietmar Klein anführt.

    Klein setzt mit Frau Karola und Sohn Florian - beide sind gelernte Weinbautechniker - auf Reinzuchthefe und je nach Ausbau auf 60 bis 100 Tage Vergärung im gekühlten Edelstahlbehälter. Im Wingert sorgt er dafür, dass jede Rebe maximal zehn Augen pro Stock aufweist. Mit einer sogenannten grünen Lese werden Anfang August erneut Trauben ausgelesen. Alle zwei Jahre werden die Weinberge mit Stroh abgedeckt, um Humus zu gewinnen und weniger Herbizide ausbringen zu müssen. Dabei ist die Arbeit in den bis zu 70 Grad steile Lagen Götterlay kräfteraubend - auch dort hilft die Technik. Dank des Baus einer Monorackbahn hat sich das Weingut Klein-Götz an die Rekultivierung einer 7000 Quadratmeter großen Fläche gewagt - und aus der Rückschau gewonnen.

    Als sich der erste Staatsehrenpreis einstellte, dachte Dietmar Klein nur "Wahnsinn". Jetzt hat er mit seinem Familienbetrieb es zum fünftem Mal hintereinander geschafft. "Wir sind stolz, dass wir uns in jedem Jahr den Anforderungen gestellt und einen großen Erfolg erzielt haben", sagt er. Und zwar in vielen Marktsegmenten, von dem mit Goldpreis bedachten 2012er Riesling Spätlese Bruttiger Götterlay bis zum zweifach prämierten Weißburgunder im Wettbewerb "Der beste Schoppen". Im vorigen Jahr heimste das Weingut 18 Mal Gold ein. Der Riesling bringt im Bruttiger Betrieb auf einer Rebfläche von etwa 4,8 Hektar fast 50 Prozent des Ertrages ein. 2,3 Hektar werden im Steilsthang bewirtschaftet. In den lehm- und tonhaltigen Flachlagen gedeihen auch Elbling, Weißburgunder, Müller-Thurgau und Dornfelder. Ebenfalls im Kommen ist der Spätburgunder, seit Kurzem im Programm befindlich.

    Der Betrieb ist räumlich zweigeteilt: Im alten Ortskern lebt die Familie, so Karola Klein, "eng zusammen mit den Gästen". Im mehr als 300 Jahre alten Gewölbekeller finden diese ein schönes Ambiente inmitten von Holzfässern vor. "Hier gibt es etwas Uriges, das die Leute begeistert", sagt Karola Klein. Zweimal veranstalten die Kleins im Jahr ein Hoffest, das jeweils sehr gut angenommen wird. Dann kommen mitunter bis zu 300 Gäste in den Hof. Ausgelagert ist das Herz der Produktion, und zwar an den Ortsrand. Dort haben die Kleins in den Jahren 2012/13 an das alte Weingut Klein eine geräumige Halle mit modernen Geräten angebaut - eine Investition in die Zukunft. Denn seit 2007 ist Sohn Florian fest mit von der Partie. Er hatte vor elf Jahren Weinberge bekommen, hat sich vom Vater für den Beruf einnehmen lassen. "Die beiden gehen im Winzerberuf auf", bemerkt Karola Klein. Ihr Mann ergänzt: "Wir sind in den Weinbau verliebt." So hat sich die neue Linie unter dem Etikett "Neue Generation" etabliert. Familie Klein geht auch neue Wege, besucht Weinmessen, bei denen sie sehr guten Anklang findet, und nimmt mit ihren Produkten an Blindverkostungen teil. Dass Sohn Florian jetzt mitarbeitet, schätzt Dietmar Klein besonders: "Es gibt mir einen Schub, bringt Elan, und ich denke, wir können Berge versetzen."

    Cochem Zell
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