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    Hunsrücker protestieren gegen Fusionsdiktat nach Gutsherrenart

    Hunsrück/Treis-Karden - Der Protest ist eindrucksvoll: 150 Bürger aus Lahr, Zilshausen und Mörsdorf haben die Mitglieder des Verbandsgemeinderates Treis-Karden gestern Nachmittag mit einer Demonstration empfangen. „Wir lassen uns nicht an der SCHNUR vorFÜHRen“, stand auf einem Plakat, das die Verursacher des Ärgers deutlich benannte.

    Hunsrück/Treis-Karden - Der Protest ist eindrucksvoll: 150 Bürger aus Lahr, Zilshausen und Mörsdorf haben die Mitglieder des Verbandsgemeinderates Treis-Karden gestern Nachmittag mit einer Demonstration empfangen. „Wir lassen uns nicht an der SCHNUR vorFÜHRen“, stand auf einem Plakat, das die Verursacher des Ärgers deutlich benannte.

    Der Verbandsgemeinderat sollte ursprünglich eine Grundsatzentscheidung treffen: Die Verbandsgemeinde Treis-Karden solle nur mit einer VG innerhalb des Kreises Cochem-Zell fusionieren. Das aber widerspricht bekanntlich dem Willen der Hunsrücker, die zur VG Kastellaun wollen. Dass Landrat Manfred Schnur als Moderator der Lenkungsgruppe und der Treis-Kardener VG-Chef Manfred Führ den ausdrücklichen Wunsch derart ignorieren wollten, empört. Peter Färber, Ortsbürgermeister von Lahr und selbst Mitglied im Verbandsgemeinderat, schüttelte fassungslos den Kopf, als er die Beschlussvorlage zum ersten Mal in den Händen hielt: „Da habe ich einen Moment lang den Glauben an die Kommunalpolitik verloren.“

    Den Glauben an die Möglichkeit der Mitbestimmung haben die Hunsrücker noch nicht verloren. Yvonne Horbert aus Zilshausen: „Wir fordern, dass der Bürgerwille nicht nur belächelt, sondern umgesetzt wird. Denn wir sind unmittelbar betroffen von der Fusion. Es geht um unser Leben.“

    Das sieht auch Kerstin Hiester so: „Die Zugehörigkeit zu einer Verbandsgemeinde bedeutet mehr, als nur alle vier Jahre einen Ausweis zu beantragen. Es ist ein Lebensgefühl.“ Das drückt sich auch auf vielen Plakaten der Demonstranten aus: „Wir sind Hunsrücker!“ So wie Anne Schnorpfeil. Die Mörsdorferin ist zwar in Treis geboren, hat aber mit der Mosel nicht mehr viel zu tun. „Ich erledige alles in Kastellaun“, sagt sie. „Es ist geografisch näher und von der Infrastruktur her besser. Die Kinder gehen dort zur Schule, wir kaufen dort ein.“ Manfred Wendling aus Lahr sieht das ähnlich: „Der Fortschritt findet nur im Hunsrück statt“, meint er. „Die Betriebe aus unseren Dörfern siedeln nach Kastellaun um, weil es dort Potenzial gibt. Die Stadt hat außerdem jede Menge Fachärzte. Wer zum Einkaufen hinfährt, kann kostenlos parken. Das ist weder in Treis noch in Cochem der Fall.“ Auch Manuela Neuhäuser sagt: „Unser Leben spielt sich in Kastellaun ab.“ Eine Fusion mit der Verbandsgemeinde Cochem oder Kaisersesch ist für viele Hunsrücker keine Alternative: „Beides ist gleichermaßen schlecht“, sagen sie.

    Deshalb stößt sie auch das Vorgehen der Kommunalpolitiker vor den Kopf: „Wir fühlen uns übergangen“, sagen sie und erinnern mit Plakaten wie „Versprochen ist versprochen“ an die Zusage, den Bürgerwillen zu berücksichtigen. Sie wollen mitbestimmen.

    Von unserer Redaktionsleiterin Birgit Pielen

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