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  • Höhengemeinden blasen Backen auf

    Kail/Brieden. Nicht als "reiner Windkraftverein" will die Interessengemeinschaft (IG) Moselhöhengemeinden wahrgenommen werden. Das sagt ihr Vorsitzender Thomas Pitsch, der ein Jahr nach der Gründung des Vereins zusammen mit dem Vorstand Bilanz zieht. Sein Fazit: "Wir sind nur Randgebiet und werden als solches behandelt. Von der Politik fühlen wir Kailer und Briedener uns verschaukelt."

    Vor circa einem Jahr gründete sich die IG Moselhöhen.
    Vor circa einem Jahr gründete sich die IG Moselhöhen.
    Foto: Thomas Brost

    Was alle im Vorstand in Rage bringt, ist doch die Tatsache, dass es mit dem Bau von Windkraftanlagen - je zwei sind in Kail und Brieden geplant - nicht vorangeht. Sie sind aufgrund der Moseltalschutzverordnung ausgehebelt worden, nun ist eine Berufung am Verwaltungsgericht Koblenz zumindest für die Briedener Anlagen anhängig. "Warum dürfen die Gemeinden im Hunsrück so hemmungslos bauen, auch wenn die Kastellauner Burg zu sehen ist?", fragt Briedens Ortsbürgermeister Erwin Thönnes. Nein, man will sich nicht geschlagen geben, fragt nach dem Sinn. Thönnes: "Ist es gerecht, auf der einen Talseite die Burg Cochem zu haben, auf der anderen die Achterbahn. Und wir dürfen nicht bauen? Einige sind wohl gleicher."

    Für ihn ist nicht nachvollziehbar, dass zu Zeiten der Verbandsgemeinde Treis-Karden 120 000 Euro an Planungskosten für Windkraft in den Sand gesetzt wurden. Ihm pflichtet sein Kailer Amtskollege Erwin Michels insoweit bei, dass es den Gemeinden um eine gedeihliche Entwicklung gehe, damit sich auf der Moselhöhe in 20 Jahren noch etwas bewegt. Michels: "Den Gemeinden geht es finanziell schlecht. Die Politik sollte nicht einseitig auf den Tourismus fokussiert sein, sondern darauf, wie die finanzielle Ausstattung der Gemeinden aussieht." Auch dank Ökostrom. Michels und der IG-Vorstand erhoffen sich Zuwachs - aus Höhengemeinden in Hunsrück und Eifel, die ähnliche Probleme haben.

    Kail (280 Einwohner, ein Drittel unter 20 Jahre) ist mit 158 000 Euro (Stand: 31. Dezember 2015) verschuldet, Brieden (135 Einwohner, 40 Prozent unter 20) mit 166 000 Euro. "Da muss bei uns viel übers Ehrenamt gehen, darin sind wir uns einig und bewegen auch viel", sagt Thomas Pitsch. Jüngstes Beispiel: der dank vieler Hände renovierte Spielplatz.

    Auch auf anderen Feldern ist die IG aktiv. So hat sie "Dorfhelfer", Menschen, die sich um ältere Mitbürger kümmern. Für sie einkaufen fahren, Briefverkehr erledigen - oder ihnen einfach vorlesen.

    Stichwort öffentlicher Personennahverkehr: Da kämpfen die beiden Gemeinden mit der IG seit geraumer Zeit dafür, dass das Netz der Anrufsammeltaxis bedürfnisgerecht angepasst wird. Es müsse eine bessere Taktung kommen, sagt Erwin Michels. Und eine bessere Anbindung an den Bahnhof Karden. Die Gespräche laufen.

    Auch im Naturschutz setzt die IG einen Impuls. Sie hat beantragt, dass Ansitze für Greifvögel gebaut werden. Zu diesem Zweck ist ein Antrag bei der unteren Naturschutzbehörde in Cochem gestellt worden. Sitzstangen sollen aus einer Landesstiftung finanziert werden. Denn auf die Gemeindemittel hält die Kommunalaufsicht wohl den Finger drauf.

    Öffentliches Frühschoppengespräch der IG: am Sonntag, 13. November, um 10.30 Uhr mit einem Experten der Windkraftfirma Abowind im Gasthaus Mohrs, Brieden.

    Thomas Brost

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    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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