40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Mittelmosel
  • » Gegen Atomwaffen: Konstantin Wecker bei "Büchel65"
  • Gegen Atomwaffen: Konstantin Wecker bei "Büchel65"

    Büchel. Mit zahlreichen Blockaden soll der Abzug der letzten Atomwaffen aus Deutschland erreicht werden. Am kommenden Donnerstag beginnt die Aktion "Büchel65" der Friedensbewegung.

    Foto: Thomas Karsten

    Von Dieter Junker

    An möglichst vielen von 65 Tagen soll von unterschiedlichen Gruppen aus ganz Deutschland der reibungslose Verkehr am Fliegerhorst in Büchel behindert werden. Zur Auftaktblockade wird mit dem Münchener Liedermacher Konstantin Wecker auch ein prominenter Atomwaffengegner erwartet.

    "In politischen Spannungszeiten sind Zeichen der Abrüstung eine wirksame Möglichkeit, eine Eskalationsspirale wieder herunterzudrehen", betont Katja Tempel, die Sprecherin der Initiativgruppe "Büchel65". Und mit der Blockade solle ein deutliches Zeichen gesetzt werden: "Wir fordern den sofortigen Abzug der in Büchel gelagerten Atomwaffen und keine Modernisierung." Und Ernst-Ludwig Iskenius, der auch der Initiativgruppe angehört, unterstreicht: "Der Atomwaffenstandort Büchel soll zum symbolischen Ort für den gewaltfreien Widerstand der Zivilgesellschaft gegen die Atomwaffen werden, ähnlich wie Mutlangen für die Friedensbewegung in den 80er-Jahren oder Gorleben für die Anti-Atom-Bewegung."

    Termin für Beginn nicht zufällig gewählt

    Der Auftakt der Blockadeaktion ist nicht zufällig der kommende Donnerstag. An diesem Tag hat der Deutsche Bundestag vor fünf Jahren die Bundesregierung in einem mit großer Mehrheit beschlossenen Antrag aufgefordert, sich in der Nato für einen Abzug der letzten in Deutschland gelagerten Atomwaffen einzusetzen. Und auch das Ende der Blockadeaktionen am 29. Mai ist bewusst gewählt. An diesem Tag endet in New York die Überprüfungskonferenz für die Nichtverbreitung von Atomwaffen. Mit den Blockaden soll nun der Druck auf die politisch Verantwortlichen erhöht werden, damit neue Initiativen zur atomaren Abrüstung ergriffen werden. "Wenn das Parlament in dieser Frage ohnmächtig ist, braucht es den Druck von der Straße", ist Ernst-Ludwig Iskenius überzeugt.

    Bisher haben zahlreiche Gruppen bereits eine Blockade des Fliegerhorstes angekündigt, so in dieser Woche am Donnerstag und am Freitag. Während die Blockadeaktionen an den Wochenenden die Bundeswehr und den Fliegerhorst wohl eher weniger berühren, könnten die Aktionen unter der Woche durchaus für Behinderungen an den Toren sorgen. Im Vorfeld hatte das Geschwader bereits angekündigt, dass dessen Einsatzbereitschaft höchste Priorität habe und man dann einschreiten wolle, wenn der Dienstbetrieb in Gefahr geraten würde. Konkret hieße dies, dass dann die Polizei die Blockaden wohl räumen wird.

    Angelehnt an Dauerblockaden in Gorleben oder Faslane

    An den 65 Tagen soll es vor Ort eine Dauerpräsenz von Mitgliedern geben, die als Ansprechpartner für die Gruppen aus dem Bundesgebiet fungieren werden. Die bisher bekannten Blockierer-Gruppen kommen aus Rostock, Köln, Hamburg, Bremen, Nottuln, Gorleben, aber auch aus Frankreich. Die Aktion "Büchel65" ist dabei angelehnt an ähnliche Dauerblockaden in Gorleben oder im schottischen Faslane, wo die britischen Atomwaffen stationiert sind. Und für Katja Tempel ist eins klar: "Wir wollen in den nächsten 65 Tagen in Büchel störend sein."

    Bisherige Blockaden

    „Büchel65“ ist nicht die erste Blockadeaktion am Fliegerhorst in der Eifel. Bereits im vergangenen Jahr hatte es im August drei Blockaden gegeben, bei denen Mitglieder der Friedensbewegung die Zufahrtstore besetzt hatten. Zwei Mal wurde dabei von der Polizei auch ein Tor geräumt, um den Soldaten und Zivilbeschäftigten die Zufahrt zum Luftwaffenstützpunkt zu ermöglichen. 2013 hatte es eine 24-stündige Musikblockade mit mehr als einem Dutzend Musikgruppen und mehreren 100 Teilnehmern gegeben. Die erste Blockade erlebte Büchel am 1. September 2003, als Atomwaffengegner das Haupttor und das Lutzerather Tor zwei Stunden lang blockierten. An einem Seitentor räumte damals die Polizei die Zufahrt. Mit dieser Aktion erinnerte die Friedensbewegung an die Prominentenblockade des Stationierungsortes Mutlangen in Baden-Württemberg. dj

    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Rhein-Zeitung Cochem/Zell bei Facebook
    Regionalwetter
    Montag

    11°C - 21°C
    Dienstag

    11°C - 22°C
    Mittwoch

    13°C - 22°C
    Donnerstag

    14°C - 24°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige