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    Cochem-ZellGefräßige Grundel gefährdet Edelfische

    Die Schwarzmeergrundel, ursprünglich in den Donaugewässern heimisch, breitet sich in der Mosel aus – zum Ärger von Hobbyanglern und Berufsfischern. Der Fisch, wegen seiner geringen Größe von zehn bis 20 Zentimetern kaum zum Verzehr geeignet, tritt seit diesem Jahr massenhaft auf.

    Sie ist klein, macht sich aber in der Mosel breit: die Schwarzmeergrundel.
    Sie ist klein, macht sich aber in der Mosel breit: die Schwarzmeergrundel.
    Foto: Fisch & Fang

    Cochem-Zell - Die Schwarzmeergrundel, ursprünglich in den Donaugewässern heimisch, breitet sich in der Mosel aus – zum Ärger von Hobbyanglern und Berufsfischern. Der Fisch, wegen seiner geringen Größe von zehn bis 20 Zentimetern kaum zum Verzehr geeignet, tritt seit diesem Jahr massenhaft auf.

    Heinz Hirsch, Mitglied im Angelsportverein Mosella Cochem, sagt: „Die Mosel ist voll mit Schwarzmeergrundeln. Wenn man angelt, erwischt man bestenfalls einen essbaren Fisch pro Stunde. Ansonsten hat man nur die Schwarzmeergrundel am Haken.“ Das erlebt auch Wolfgang Kalmes aus Müden. „Kaum einer geht noch angeln“, sagt er. „Zu 90 Prozent fängt man sowieso nur die Schwarzmeergrundel.“ Moselaufwärts sieht es nicht besser aus. Wirft Werner Thiesen aus Reil zehnmal die Angel aus, hat er neunmal eine Schwarzmeergrundel. „Das macht keinen Spaß mehr“, schimpft er. „Dieser Fisch ist eine Plage, eine regelrechte Fressmaschine.“

    Das Problem: Der kleine gefräßige Fisch ist ein Laichräuber und dezimiert so andere Fischarten. Außerdem frisst er Krebse, Würmer und anderes Kleingetier – Futter, von dem sich auch Edelfische ernähren.

    Das macht auch den zehn Berufsfischern an der Mosel Probleme. Die Fischerei Barden in Treis-Karden hat massenweise den eingewanderten Fisch im Netz. Und Harry Schneider aus Burg sagt: „Die Schwarzmeergrundel gefährdet den Bestand der für uns wichtigen Fischarten wie Aal, Rotauge, Zander und Brasse.“

    Nach Auskunft von Lothar Jörgensen, Fischerei-Referent bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord in Koblenz, ist die Schwarzmeergrundel ursprünglich im Donau-Gewässerraum beheimatet. Sie ist über den Rhein-Main-Donau-Kanal zunächst in den Rhein und schließlich in die Mosel eingewandert. Die ökologischen Auswirkungen könnten jetzt noch nicht bewertet werden. Es besteht aber eine direkte Nahrungskonkurrenz zu den heimischen Grundfischarten.

    Jörgensen sagt: „Es wird sicher einige Zeit dauern, bis vorhandene Raubfischarten den Zugewanderten als Beute nutzen und sich dann wieder ein ökologisches Gleichgewicht einstellt.“ Einmal zugewanderte Arten können jedenfalls nicht mehr aus einem Wasserökosystem entfernt werden. Das einzige Mittel, das gegen gefräßige Grundel wirkt: die Fischerei. sim/pie

     

    Cochem Zell
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