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  • Festen Ansprechpartner benannt: Flüchtlingslage fordert die Polizei

    Bubenheim. Die Sicherheit in den großen Flüchtlingsunterkünften und ihrer Umgebung war von Anfang an ein großes Thema gerade für die Anwohner. Die Polizei steht vor einer großen zusätzlichen Herausforderung, um diese zu gewährleisten.

    Jens Bernardy ist Ansprechpartner für die Flüchtlingsunterkunft in Bubenheim.
    Jens Bernardy ist Ansprechpartner für die Flüchtlingsunterkunft in Bubenheim.
    Foto: sem

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

    In Koblenz hat sie deshalb für jede größere Einrichtung des Landes oder der Kommune einen festen Ansprechpartner benannt, bei dem alle Fäden zusammenlaufen. Einer von ihnen ist Jens Bernardy.

    Bernardy ist Ansprechpartner für die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes, die im Dezember in der früheren Hundeschule in Bubenheim eröffnet wurde. Schon vorher war er an der Polizeiinspektion Koblenz 2 Kontaktbeamter für Güls, Rübenach und eben auch Bubenheim, kannte sich also schon gut aus in dem Stadtteil. Und jetzt ist er eben auch zuständig für das Flüchtlingsheim, zusätzlich zu seinem bisherigen Job.

    Bis jetzt ist es relativ ruhig in der Unterkunft, aber "der Zeitaufwand wächst", sagt der Beamte. Nach und nach werden die Gebäude auf dem Gelände am Rand von Bubenheim saniert und hergerichtet, und mit der Zahl der Häuser, die bezugsfertig werden, wächst auch die der Flüchtlinge. Zunächst wurden hier rund 125 Personen untergebracht, mittlerweile gibt es Kapazitäten für 252 Bewohner. Irgendwann sollen hier bis zu 800 Flüchtlinge eine erste Unterkunft in Deutschland finden.

    Seit der Einrichtung der Anlage in Bubenheim ist Bernardy in die Planungen involviert. Zunächst ging es in Abstimmung mit Feuerwehr, Rotem Kreuz, Stadt und ADD um Fluchtwege, Zäune und so weiter - also auch darum, Sicherheitsproblemen vorzubeugen. Heute ist Bernardy vor allem da, wenn etwas passiert. "Grundsätzlich ist erst einmal ein externer Wachdienst vor Ort, bei Straftaten wird dann die Polizei eingeschaltet", erklärt der Polizist. Bis jetzt sei das aber sehr selten vorgekommen, etwa zehn "polizeirelevante Einsätze" gab es.

    Bislang kam es vor allem zu Streitigkeiten zwischen den Bewohnern, vor allem bedingt durch die verschiedenen Nationalitäten und kulturellen Hintergründe. "Dazu kommt die räumliche Enge, eine allgemeine Unzufriedenheit und manchmal auch Alkohol", sagt Bernardy, außerdem Stress, Traumatisierung und unterschiedliche Bildungs- und Sozialniveaus. Die Aufgabe der Polizei ist es dann, zu schlichten und gegebenenfalls weiter zu ermitteln. Bei Befragungen hilft ein Übersetzer.

    Die Koblenzer Polizei hat bis jetzt insgesamt die Erfahrung gemacht, dass es vor allem zu internen Konflikten in den Unterkünften kommt. "Oftmals ergeben sich Streitigkeiten oder Verstöße gegen die Hausordnung. Straftaten wurden bisher eher vereinzelt registriert", sagt Thomas Fischbach, Leiter der Polizeidirektion Koblenz, auf Anfrage. In den Unterkünften kommt es vor allem zu Eigentums- oder Körperverletzungsdelikten, "außerhalb der Unterkünfte sind überwiegend Ladendiebstähle angezeigt worden".

    Mit Straftaten, die einen rechtsextremen Hintergrund haben, hatte die Polizei in Koblenz bis jetzt nicht zu tun: "Bisher sind keine fremdenfeindliche Angriffe beziehungsweise Anfeindungen im Zusammenhang mit den Einrichtungen polizeilich registriert", sagt Thomas Fischbach.

    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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