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    CochemEin Frühstückchen mit Julia

    Morgens, 10 Uhr in der Burgstadt. Die Frühlingssonne brennt. Die Frisur hält: Julia Klöckner ist da, der blonde Bob sitzt perfekt, das Lächeln auch. 120 Menschen sind ins Café Germania am Moselufer gekommen und wollen mit der CDU-Spitzenkandidatin frühstücken.

    Händeschütteln: Julia Klöckner begrüßt (fast alle) Menschen in Cochem persönlich. 120 sind zu ihrem Wahlkampfauftritt gekommen.
    Händeschütteln: Julia Klöckner begrüßt (fast alle) Menschen in Cochem persönlich. 120 sind zu ihrem Wahlkampfauftritt gekommen.
    Foto: Hans-Werner Rach

    Sie ist also angekommen, ihr Wahlkampfbus ist es erst einmal nicht. Die Polizei hat ihn in Ediger-Eller gestoppt. Schwerlastkontrolle, sagen die Beamten unserer Zeitung später am Telefon. „Jaaa, aber nur auf Geheiß der Landesregierung“, kolportieren dagegen einige ranghohe CDU-Politiker und wittern Wahlkampf-Sabotage. Die Christdemokraten scheinen nervös zu werden, so kurz vor der Wahl.

    Der "Klöckner-Bus" blieb auf dem Weg nach Cochem zunächst auf der Strecke: Er geriet in eine Schwerlastkontrolle, der Fahrer musste Papiere und den Feuerlöscher zeigen. Beanstandungen gab es aber keine, so die Polizei. Foto: CDU
    Der "Klöckner-Bus" blieb auf dem Weg nach Cochem zunächst auf der Strecke: Er geriet in eine Schwerlastkontrolle, der Fahrer musste Papiere und den Feuerlöscher zeigen. Beanstandungen gab es aber keine, so die Polizei.
    Foto: CDU

    Klöckners Auftritt bleibt von all dem unberührt. Sie zieht durch die Reihen, schüttelt unzählige Hände. Die ehemalige Weinkönigin, das wird schnell klar, kann gut „mit de Leut“. „Julia Klöckner, guten Tag“, stellt sie sich jedem vor – obwohl wohl keiner hier nicht wissen dürfte, wer sie ist. Sogar die kreisbekannte Gentechnik-Gegnerin, die ihr einen Packen Papiere in die Hand drückt, lacht die CDU-Frontfrau tapfer weg, wird nicht müde zu betonen: „Das ist ja gar kein Wahlkampf, das ist wie im Urlaub hier an der Mosel.“ Das findet Anke Beilstein, die CDU-Direktkandidatin für den Kreis Cochem-Zell, auch: „So kann der Tag anfangen, mit richtigem Klöckner-Wetter“, sagt sie und ergänzt: „Es wird Zeit für eine Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz.“ Tja dann.

    Die Menge ist gespannt, was die, die genau das werden will, zu sagen hat. Auf jeden Fall nichts zur Atomdebatte. Wäre ja auch ein hartes Thema, so zum Frühstück. Dann doch lieber eine dicke Scheibe Heimatverbundenheit, dazu ein paar wohldosierten Spitzen gegen die aktuelle Landesregierung. Schwarz, ohne Zucker.

    Die 38-Jährige spielt wieder die Weinköniginnen-Karte: Sie wisse, wie hart die Menschen im Weinbau arbeiten, will deshalb die Steillagen an der Mosel erhalten und ist auch gegen die Aufhebung des Ausbaustopps für neue Rebflächen.

    Sie streift kurz die Situation der Städte und Gemeinden („Die Kommunen müssen finanziell wieder atmen können.“), landet dann beim CDU-Lieblingthema Bildung. Klöckner weiß genau, was ihr Publikum da hören will, streichelt die konservative Seele mit der Forderung nach verbindlichen Sprachtests vor der Einschulung. „Noten sind keine Körperverletzung“, schleudert sie gleich hinter. Und natürlich muss „abrufbares Wissen drin sein, wo Abschluss draufsteht“. Der Applaus ist ihr sicher, fehlt nur noch das Thema Schulden. Die will sie in den Griff bekommen, ist ja klar. Mit dem Sparen anfangen würde sie in der Staatskanzlei, denn: „Die Treppe wird von oben gekehrt.“ Jubel, ein Stück Obstkuchen für die Kandidatin, und doch keine wirkliche Pause: Die Menschen stehen Schlange, einige wollen ein Autogramm, andere einfach mal anfassen. Dann sind sie wieder weg, Klöckner und der Bus. „Das war ja ganz nett“, wird hinterher einer am Nebentisch sagen. „Aber ich glaub', das wird am Sonntag nix.“ Ob er wohl recht behält?

    Von unserer Redakteurin Angela Kauer

    Wahlkampfauftritt Julia Klöckners in Cochem
    Cochem Zell
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