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  • Ehrenamtsbörse Zell - Traben-Trarbach: Wo gutes Wirken hoch im Kurs steht

    Zell/Traben-Trarbach. Die neue Ehrenamtsbörse Zell - Traben-Trarbach, kurz: EB Zett, ist seit vergangenem Freitag online. Sie führt Menschen, die sich in ihrer Freizeit unentgeltlich engagieren möchten, mit Initiativen, Vereinen und Gruppen zusammen, die freiwillige Helfer suchen. Und noch bevor am Montag das Lotsenbüro Traben-Trarbach seine erste offizielle Sprechzeit hatte, "gab es online erste Anfragen, wenn auch in relativ kleinem Rahmen", sagt Michaela Janné von der Beratungsgesellschaft entra, die die Entstehung der EB Zett mitbetreut hat.

    Von unserem Redakteur David Ditzer

    Trägerinnen der neuen EB Zett sind die Verbandsgemeinden Zell und Traben-Trarbach. Die EB Zett vereint drei Lotsenbüros unter sich: Alftal, Traben-Trarbach und Zell. Hier arbeiten Ehrenamtslotsen wie Jürgen Mohr aus dem Büro Alftal, der einen Grund nennt, unentgeltlich als Mittler zwischen gemeinnützigen Vereinen, Gruppen und Initiativen sowie potenziellen ehrenamtlichen Helfern tätig zu werden: "Ich denke, alle Vereine beschweren sich, dass sie zu wenig aktive Mitglieder haben", sagt er. Über die EB Zett könne es gelingen, vielleicht nicht unbedingt gleich Vereinsmitglieder, wohl aber helfende Hände für bestimmte Angebote, Aktionen und Projekte dieser Vereine zu gewinnen.

    Gerade weil es, wie der Zeller VG-Bürgermeister Karl Heinz Simon bei der Eröffnung der EB Zett unterstrich, nach wie vor verbreitet eine hohe Bereitschaft gibt, in der Freizeit ehrenamtlich aktiv zu werden - wenn das auch nur ansatzweise mit dem eigenen Zeitbudget in Einklang zu bringen ist. "Vielleicht nicht über 30 Jahre in Vereinsvorständen, aber über Projekte", so Simon.

    Die Optionen, sich zu engagieren, sind vielfältig

    Die Möglichkeiten, sich ehrenamtlich einzubringen, erschöpfen sich dabei keineswegs in Besuchs- oder Fahrdiensten für ältere Menschen, so wichtig derlei Angebote auch sind. Ehrenamtliche Helfer braucht es auch in Bildung, Kultur und Sport, in handwerklichen oder technischen Tätigkeitsfeldern. "So etwas ist gerade auch für jüngere Menschen eine Möglichkeit, das Leben im Dorf, in ihrem eigenen täglichen Umfeld mitzugestalten", hält Michaela Janné fest. Diesen positiven Aspekt hebt auch Hanne Reuter-George aus dem Lotsenbüro Traben-Trarbach hervor. Über die Börse würden "viele unterschiedliche Interessengebiete zusammengeführt", sagt sie. Da gehe es eben keineswegs nur um die Probleme vieler Vereine, Personal für die Vorstandsarbeit zu finden. Einen großen Vorteil sieht sie auch darin, dass die EB Zett verbandsgemeindeübergreifend angelegt ist. Reuter-George: "Man darf in der heutigen Zeit die Grenzen nicht zu eng ziehen."

    Nur so ist gewährleistet, dass die EB Zett ihren Nutzern auf die Dauer ein möglichst vielfältiges Angebot bereitstellt, sowohl den Vereinen, Initiativen und Verbänden als auch jenen, die gerne ehrenamtlich arbeiten möchten. Und nur so kann sich jeder das passende Angebot suchen, was mit Blick auf die Zukunft überaus bedeutsam ist. Denn, betont VG-Chef Simon: "Die Gemeinden wären ohne das Ehrenamt überhaupt nicht lebensfähig. Was ehrenamtlich geleistet wird, könnten wir als Hauptamtliche mit Steuermitteln überhaupt nicht leisten." Das Hauptamt könne die Ehrenamtlichen nur unterstützen, zum Beispiel über eine Einrichtung wie die EB Zett.

    Heintel: "Ohne SKSL gäbe es die EB Zett nicht"

    Dafür ist Maria Baldes aus dem Lotsenbüro Zell sowohl den Verantwortlichen in den VGs als auch in der Beratungsgesellschaft entra dankbar. Von der Idee einer Ehrenamtsbörse war sie von Anfang an begeistert: "Alles hat bei der Auftaktveranstaltung angefangen. Ich habe da erkannt, dass es hier schon jetzt einen Bedarf gibt. Ich kenne viele Leute und habe mir gedacht: ,Da kannst du etwas Sinnvolles unterstützen'."

    Dabei resultiert die EB Zett aus dem Modellprojekt "Gesundheit und Pflege in der Region Mittelmosel", über das sich die VGs Zell und Traben-Trarbach sowie das Klinikum Mittelmosel seit dem Jahr 2014 an der Landesinitiative "Starke Kommunen - starkes Land" (SKSL) beteiligen. Die Börse ist die erste verwirklichte Idee, die aus dem vom Land geförderten Modellprojekt hervorgegangen ist. Simons Traben-Trabacher Bürgermeisterkollege Marcus Heintel machte beim Auftakt deutlich: "Ohne SKSL gäbe es die EB Zett nicht."

    • Weitere Infos und Einzelheiten zu den Lotsenbüros im Netz: www.ebzett.de

    EB Zett: Die Idee ist zwar nicht neu, aber deshalb nicht weniger wertvoll

    Ehrenamtsbörse? „Habe ich doch schon gehört“, mag mancher denken. Stimmt, die Idee, eine Übersicht über alle Möglichkeiten selbstlosen Engagements in einer Kommune oder Region zu geben und für potenzielle Helfer abrufbar zu machen, ist nicht neu. Ehrenamtsagenturen von Städten wie Limburg an der Lahn oder Trier verfolgen ähnliche Ansätze. Doch das schmälert den Wert der neuen EB Zett für die Region Mittelmosel keineswegs.
    Initiativen, Gruppen und Vereine, die in unserem ländlichen Raum selbstlos und Zusammenhalt stiftend wirken, gibt es viele. Doch wer kennt alle? Niemand, Alteingesessene nicht, Zugezogene erst recht nicht. Wer weiß, wo die eigene spezielle Qualifikation, für zwei, drei Stunden unentgeltlich zur Verfügung gestellt, anderen das Leben leichter und lebenswert macht. Hier kann die EB Zett unersetzliche Dienste leisten. Gut abgekupfert heißt zwar noch lange nicht gut gemacht. Aber ein erster Blick auf die Börse und die motivierten Lotsen lässt hoffen.
    E-Mail: david.ditzer@rhein-zeitung.net

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