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  • Collis: Aussichtsplattform nicht genehmigt

    Zell. Nicht genehmigte Bauwerke am Zeller Collisturm und an einem unterhalb gelegenen Ruheplatz sollen wenn möglich nachträglich genehmigt werden. Einstimmig bei zwei Enthaltungen hat der Zeller Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einen entsprechenden Beschluss verabschiedet.

    Wie hier bei "Gieh roff" ist das Aussichtsplateau am Zeller Collis viel besucht. Nachträglich soll nun eine Baugenehmigung dafür her.
    Wie hier bei "Gieh roff" ist das Aussichtsplateau am Zeller Collis viel besucht. Nachträglich soll nun eine Baugenehmigung dafür her.
    Foto: Archiv Peter Scherer

    Von unserem Redakteur David Ditzer

    Ihm zufolge billigt die Stadt die Bauwerke im Nachhinein. Zugleich soll über die Verwaltung versucht werden, das Ganze "über eine Genehmigung zu legalisieren", wie es Stadtbürgermeister Hans Schwarz formulierte.

    Der Antrag des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV) hat es ins sich: Lange nach Abschluss der Arbeiten, die im Winter 2014/2015 erledigt wurden, sollen Baugenehmigungen für zwei Touristenmagnete her, die unter HVV-Regie entstanden sind. Es geht zum einen um eine zweite Aussichtsplattform, die sich auf dem Collis schräg gegenüber einer Einkehrstation befindet. Sie ist mit einem Betonsockel samt stabilem Geländer versehen. Zuvor hatte sich dort ein Aussichtspunkt mit Ruhebank auf einer Trockenmauer befunden. Diese Mauer war jedoch einsturzgefährdet, wie Heinz-Willi Nickels, Zweiter Vorsitzende des HVV, während einer Routineüberprüfung festgestellt hatte. Nach mündlicher Absprache mit der Stadt errichtete der Verein eine neue, stabile Plattform.

    Beim zweiten ungenehmigten Bauwerk handelt es sich um eine Ruhezone. Diese liegt auf halber Strecke im zweiten Abschnitt des Collis-Steilpfades. Hier erhielt ein Felsvorsprung ein robustes Geländer.

    Mit Schreiben vom 26. September hatte Stadtbürgermeister Schwarz dem HVV einen Haftungsausschluss aus einem Vertrag vom 24. Januar 2012 gekündigt. Dieser bezog sich ursprünglich auf den vom HVV mit angelegten Collis-Steilpfad, der vom TÜV abgenommen wurde. In Paragraf sieben dieses Vertrags heißt es, alle nachträglichen Bauarbeiten, die den Collis betreffen, seien mit der Stadt abzustimmen.

    Der HVV hat eine Patenschaft über das Collis-Plateau übernommen und betreibt dort seit 2012 ein Einkehrstation. Grund für die Kündigung des Vertrags: Die Bauarbeiten aus dem Winter 2014/2015 seien nicht genehmigt gewesen. Der HVV selbst teilt mit, von der Notwendigkeit einer schriftlichen Genehmigung habe man nichts gewusst. Stadtchef Schwarz verdeutlichte, worum es ihm bei seinem Vorstoß ging: "Ich will meine Person aus der Haftung heraus haben." Wenn an den nicht genehmigten Collis-Bauten jemandem etwas zustoße, sei er dran. Den HVV und dessen Aktivitäten am Collis habe er stets unterstützt.

    Karl Heinz Simon, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zell, wies darauf hin, dass die Stadt in der Verkehrssicherungspflicht sei, zumal Collis und Steilpfad inzwischen Bestandteile des viel besuchten Moselsteigs seien. Für Haftungsfälle habe man eine Versicherung. "Die hat hier Deckungsschutz gegeben." Aussichtsplattform und Ruhezone seien in guter Absicht gebaut worden, "aber ohne sie baurechtlich abstimmen zu lassen". Es wäre hilfreich, wenn diese baulich genehmigt wären, so Simon.

    Die Sprecher aller Fraktionen machten sich dafür stark, dass die Verwaltung nachträglich eine Baugenehmigung anstrebt. Der HVV, "ein ganz aktiver Verein, der extrem viel für die Stadt Zell tut" (CDU-Sprecher Lothar Bremm), müsse Rechtssicherheit bekommen. Aus Bremms Sicht hätte man das jedoch "auf dem kleinen Dienstweg" regeln können. Stadtchef Schwarz zufolge wollen sich Mitarbeiter des Kreises die fraglichen Bauten voraussichtlich schon in der nächsten Woche anschauen. Ausgang? Ungewiss. Helmut Halbleib vom Bauamt der VG sagte in der Ratssitzung, man befinde sich am Collis in einem empfindlichen Außenbereich, wo baulich nicht viel erlaubt sei.

    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

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