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  • Cochemer Amtsgericht verhandelt Einbrüche und aggressives Verhalten: Bewährung soll Täter wieder in die Spur bringen

    Cochem. Zwei Fälle, in den junge Männer als Angeklagte vor Gericht standen, haben das Amtsgericht Cochem beschäftigt. Fall 1: In teurer Markenkleidung, dafür aber ohne rechtlichen Beistand, erscheint ein 19-Jähriger zur Jugendschöffenverhandlung. Dem aus Hessen stammenden Mann wird vorgeworfen, mehrere Einbrüche in Kaisersesch begangen zu haben. Außerdem muss er sich wegen versuchten Diebstahls sowie Sachbeschädigung verantworten.

    Foto: dpa

    Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Platten-Wirtz

    Der junge Mann räumt die Taten ausnahmslos ein und erklärt sein Fehlverhalten damit, dass er sich zur Tatzeit in einem Ausnahmezustand befunden habe, da ihn seine Freundin, derentwegen er in die Eifel gezogen ist, verlassen hatte.

    "Mitten im Ort zu versuchen das Schaufenster eines Juwelierladens einzuschlagen, kann man nur als Kurzschlussreaktion bezeichnen", ist sich Amtsrichter Gerald Michel sicher. Obwohl der junge Mann strafrechtlich gesehen kein unbeschriebenes Blatt ist, plädieren sowohl Staatsanwaltschaft als auch Jugendgerichtshelfer Thomas Mauer dafür, die Strafe zur Bewährung auszusetzen und an die Auflage zu knüpfen, sich an einen Schuldenberater zu wenden. Bei den Einbrüchen entstand immerhin ein Sachschaden von mehr als 6000 Euro, für den der Angeklagte aufkommen muss. 80 Sozialstunden muss er außerdem ableisten, sobald er die Gesellenprüfung im Einzelhandel abgeschlossen hat. Während der Strafe von acht Monaten auf Bewährung wird dem jungen Mann ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt.

    Fall 2: Drogenkonsum, aggressives Verhalten und kleine Diebstähle bestimmen seit frühester Kindheit das Leben eines anderen jungen Mannes, der sich hat verantworten müssen.

    Der aus Nordrhein-Westfalen stammende 18-Jährige ist, obwohl er erst seit Kurzem im Landkreis wohnt, schon bekannt wie ein bunter Hund. Er weist ein langes Vorstrafenregister in seiner altem Heimat auf, hervorgerufen durch kleinere Diebstähle sowie leichte Körperverletzungen. Jetzt steht er erstmals in Cochem vor dem Kadi.

    "In der Anonymität der Großstadt sind Sie untergegangen, aber hier haben wir ein Auge auf Sie", sagt Amtsrichter Michel. Obwohl einige Jugendhilfeeinrichtungen sich an dem jungen Mann bereits die Zähne ausgebissen haben, ist er nicht wieder in die richtige Spur gekommen. Michel will dem Mann mit dem Urteil, ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung, eine letzte Chance geben, um sich zu bewähren. Außerdem wird der Mann, der inzwischen drogenfrei ist und Aussicht auf einen Ausbildungsplatz im Handwerk hat, drei Jahre lang von einer Bewährungshelferin begleitet. Er muss sich sowohl einer Drogenberatung als auch sechs Drogentests unterziehen. "Es ist ja unser Anliegen junge Menschen von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten", erklärt Michel. Er rät dem Mann: "Lassen Sie in Zukunft die Finger von Drogen!"

    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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