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    CochemBombenfund: Erst mal einen Wein trinken

    Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg sind zurzeit das große Thema in Cochem. Auch Paul Becker hat seine Erfahrung damit gemacht. Der 88-Jährige erinnert sich.

    Paul Becker (88) aus Cochem hat als Soldat auf Urlaub am 5. Januar 1945 einen Bombenangriff auf seine Heimatstadt hautnah miterlebt. Dabei landete ein Blindgänger im Weinkeller seines Elternhauses.
    Paul Becker (88) aus Cochem hat als Soldat auf Urlaub am 5. Januar 1945 einen Bombenangriff auf seine Heimatstadt hautnah miterlebt. Dabei landete ein Blindgänger im Weinkeller seines Elternhauses.
    Foto: Brigitte Meier

    Cochem - Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg sind zurzeit das große Thema in Cochem. Auch Paul Becker hat seine Erfahrung damit gemacht. Der 88-Jährige erinnert sich.

    Der Fronturlaub in seiner Heimatstadt Cochem soll für Paul Becker am 6. Januar 1945 zu Ende sein. Doch einen Tag vor seiner geplanten Rückkehr an die Ostfront wird er junge Soldat Zeuge eines Bombenangriffs über Cochem. Und findet eine böse Überraschung im Keller seines Elternhauses in der Obergasse.

    Der 88-Jährige erinnert sich: „Es gab Fliegeralarm und meine Mutter brachte sich mit den Nachbarn in Sicherheit im Weinkeller des Hammes-Hauses.“ Becker wartet noch ab, bis er ein sehr bedrohliches Brummen hört: „Dann hat’s so gewaltig gekracht, wie ich es noch nicht mal an der Ostfront gehört hatte. Es war die Hölle.“ Der junge Mann sieht gerade noch, wie etwa 30 Meter von ihm entfernt ein Haus nahe dem Rathaus einstürzt und eine ganze Familie unter sich begräbt. „Gleichzeitig machte ich einen Satz und verschwand ebenfalls im Keller.“

    Später wagt er sich – zunächst ohne die Mutter - auf die Straße und sieht das grauenvolle Ausmaß der Zerstörung: „Die ganze Innenstadt war kaputt.“ Sein Elternhaus scheint keine Schäden zu haben, und Becker geht hinein. Dann hat er die Idee, sich aus dem Keller noch eine gute Flasche Wein mit an die Front zu nehmen: „Aber, oh Schreck, da lag eine große Bombe, ein Blindgänger!“ Der Mutter sagt er zunächst nichts, nur einem Nachbarn. Zusammen schauen sie sich „das Monstrum“ an und beschließen – ganz Moselaner – „auf den Schreck erst mal einen zu trinken“.

    Heute schüttelt Becker über so viel Unbefangenheit den Kopf: „Aber ich war jung und sicher auch von den Erlebnissen an der Front abgehärtet.“ Seine Mutter jedenfalls, der er schließlich erklären muss, warum sie besser vorerst nicht ins Haus zurückkehren sollten, schimpft mit ihm. Mit ein paar Habseligkeiten marschieren die beiden zu einer Auffangstation nach Sehl und melden den Blindgänger. Später werden sie nach Brohl gebracht, wo sie bei Verwandten unterkommen. Immerhin darf Becker als „Bombengeschädigter“ weitere 12 Tage bei seiner Mutter bleiben.

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