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  • Bildungsministerin Vera Reiß stößt in Kaisersesch auf kritikfreudige Lehrer

    Kaisersesch. Die Zukunft der Grundschule in Lieg, der Umzug der Grundschule Cochem, sinkende Betreuung der Grundschüler in Lutzerath durch pädagogische Fachkräfte - die Liste aktueller bildungspolitischer Themen im Kreis spiegelt sich eins zu eins auf einer Wahlkampfveranstaltung der SPD in Kaisersesch wider. Heike Raab und Benedikt Oster haben die Lehrer der Schulen eingeladen, um mit Bildungsministerin Vera Reiß zu diskutieren. Die Pädagogen nutzen die Gelegenheit, mehr als 40 sparen in der Alten Schule nicht mit kritischen Fragen.

    Renate Klünder, Ministerin Vera Reiß, Benedikt Oster und Heike Raab stellen sich in Kaisersesch den Problemen und Fragen der Lehrerschaft.
    Renate Klünder, Ministerin Vera Reiß, Benedikt Oster und Heike Raab stellen sich in Kaisersesch den Problemen und Fragen der Lehrerschaft.
    Foto: Kevin Rühle

    Von unserem Redakteur Kevin Rühle

    MdL Benedikt Oster weiß offenbar schon, was auf seine Parteikollegin zukommen wird, bevor er die Diskussionsrunde in Kaisersesch eröffnet. Nicht unbedingt auf Krawall gebürstet, aber gut vorbereitet und mit detaillierten Fragen bringen die Lehrer die Bildungsministerin Reiß zumindest dazu, emotionale Schlenker durch den rheinland-pfälzischen Haushalt zu vollführen, um den Wünschen der Lehrerschaft entgegenzutreten. Mit einem halben Dutzend Kolleginnen macht die Grundschule Cochem klar, dass zumindest dort der Lehrerschaft nicht wenige Probleme unter den Nägeln brennen (die RZ berichtete).

    Aus Sicht der Grundschule Cochem fehlende Lehrerstunden und Förderlehrer erhöhen die Arbeitsbelastung und senken die Zufriedenheit, in den Schulbaurichtlinien werden die Bedürfnisse des heutigen Unterrichts nicht berücksichtigt. Auch Thomas Schmittgen, Rektor der Grundschule in Lutzerath, wünscht sich mehr Lehrerwochenstunden. Zudem sei die Umsetzung der gewünschten Inklusion sehr schwierig, wenn ohne Vorankündigung zum Schuljahrswechsel 30 Stunden für Förderlehrer gestrichen würden - wie in Lutzerath geschehen. Auch sei der Bedarf für Förderlehrer wesentlich höher, als derzeit erfasst. Viele Kinder müssten unterstützt werden, obwohl der Förderbedarf nicht offiziell gemeldet sei. Diese "Etikettierung" müsse abgeschafft werden.

    Bessere ÖPNV-Anbindung in Richtung Andernach erwünscht

    Die FOS in Kaisersesch wünscht sich eine bessere Verkehrsanbindung an den Kreis Mayen-Koblenz. Die Streichung der Bahnverbindung Richtung Andernach schwäche den regionalen Charakter der Schule. "Das ist sehr unglücklich", sagt Rektor Hans-Jürgen Schmitz. Eugen Herrmann, Rektor in Treis-Karden, beklagt das Anrechnungssystem für Schulleiter. "Ob ich einen Elternbrief für 300 oder für 1000 Schüler schreibe, macht keinen Unterschied."

    Die Ministerin geht jeweils auf die Fragen ein, antwortet zumeist geduldig. Sie stellt in Aussicht, dass sich jeweils um die Probleme gekümmert wird. Aber: "Es wird nie möglich sein, dass wir allen Bedürfnissen Rechnung tragen können", sagt Reiß. Überrascht ist die Ministerin auch über die Zahl der vorgetragenen Probleme, dies habe sie bisher bei ihren Diskussionsrunden so nicht erlebt. Doch wirklich neu dürften viele der Themen für die Landesregierung nicht sein. Immer wieder zeigt sich, dass Oster und Raab die jeweiligen Probleme in die zuständigen Ministerien nach Mainz tragen.

    Ministerin Reiß ist überzeugt, dass sich die Bildungslandschaft in Rheinland-Pfalz stark verbessert hat. Für die Bildung werde ein Drittel des Haushalts ausgegeben, das Budget wachse zudem jährlich. Auch stelle man immer mehr Lehrer ein, obwohl eine Studie den Abbau von 4000 Stellen nahegelegt habe. Reiß will ein neues Lehrerwochenstundensystem auf den Weg bringen, da die jetzige Regelung als ungerecht empfunden werde. Emotional wird Vera Reiß bei der Kritik, man könne nicht immer mehr Aufgaben übertragen, ohne zuvor die finanziellen und personellen Möglichkeiten zu berücksichtigen. "Das haben wir sehr wohl getan", so Reiß.

    Die Schullandschaft im Kreis Cochem-Zell

    Im Kreis Cochem-Zell gibt es derzeit 24 Grundschulen, davon 3 in der VG Ulmen, 6 in der VG Zell, 6 in der VG Kaisersesch und 8 in der VG Cochem. Zudem betreibt St. Martin als freier Träger eine Grund- und eine Förderschule in Düngenheim. Bei allen weiterführenden Schulen ist der Kreis selbst Träger. Dazu gehören: Astrid-Lindgren-Förderschule Dohr, BBS Cochem, Realschulen in Blankenrath, Kaisersesch, Ulmen-Lutzerath, Treis-Karden sowie Cochem, IGS Zell, Förderschule Kaisersesch-Blankenrath und das Gymnasium Cochem. ker

    Beilstein und Oster - Cochem-Zeller MdL im Vergleich: Im Parlament aktiv mitgewirkt Cochem-Zell: Politische Schwergewichte kommen in den Kreis
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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