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    CochemAnglerzubehör und Laptop gestohlen

    Diebstahl in zwei Fällen, Hausfriedensbruch, Beleidigung und Widerstand gegen die Polizei lautet die Anklage beim Amtsgericht Cochem gegen einen 31-Jährigen. Der intellektuell beeinträchtigte Mann, der zudem unter einem massiven Alkoholproblem leidet, wird von Amtsrichter Wilfried Johann Mann zu einer Haftstrafe von acht Monaten mit Bewährung verurteilt.

    Von Brigitte Meier

    Nach der Beweisaufnahme an zwei Verhandlungstagen durch Zeugenaussagen hält das Gericht den einschlägig vorbestraften Angeklagten, der sich zu den Taten nicht äußert, für überführt. Er habe bislang aus seinem Leben nichts gemacht und Hilfen abgelehnt, erklärt Johann. Aufgrund seiner Minderbegabung und seiner Alkoholabhängigkeit ist der unter gesetzlicher Betreuung stehende Angeklagte eingeschränkt schuldfähig: "Aber auch er weiß, was gut und was schlecht ist."

    Der Angeklagte hat 2013 und 2014 nach Überzeugung des Gerichts aus einem Winzerbetrieb ein Stromaggregat, Werkzeug und Angelzubehör sowie aus einer Gaststätte einen Laptop gestohlen. Außerdem hat er mit 2,3 Promille Alkohol im Blut eine Frau beleidigt und die alarmierten Polizeibeamten mit Bierdosen beworfen.

    Der vom Gericht eingesetzte psychiatrische Sachverständige bescheinigt dem Angeklagten eine starke Alkoholabhängigkeit, der er nur mit einer Therapie in einer psychiatrischen Fachabteilung begegnen könne (die RZ berichtete).

    Der Angeklagte sei auf einem guten Weg, erklärte der Verteidiger: "Er arbeitet gern in der Gärtnerei einer Behindertenwerkstatt, und seine Freundin ist bei ihm eingezogen. Es ist etwas Ruhe eingetreten." Der Anwalt bittet um eine kurze Bewährungsstrafe und darum, von den vom Staatsanwalt beantragten Sozialstunden abzusehen: "Er hat jetzt Halt in der Gärtnerei gefunden."

    Amtsrichter Johann ordnet jedoch 200 Sozialstunden an, die er in seiner Freizeit abgelten könne. Die Arbeit in der Gärtnerei soll nicht darunter leiden. Außerdem soll ihm ein Bewährungshelfer zur Seite stehen. Im Übrigen erklärt Johann dem Angeklagten eindringlich, dass er mit der Bewährungsstrafe eine letzte Chance erhalten habe, sonst drohe das Gefängnis: "Sie müssen jetzt die Reißleine ziehen, die Hütte brennt. Und sie müssen unbedingt vom Alkohol loskommen."

    Der Mann auf der Anklagebank, der während der Verhandlung vor sich hin starrt, nickt bei den Worten des Richters. Ob er die Mahnung verstanden hat, wird sich zeigen. Möglicherweise kommt bald eine weitere Verhandlung auf ihn zu, denn eine neue Anklage ist bei der Staatsanwaltschaft bereits in der Bearbeitung.

    Cochem Zell
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