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    Andernach/MiesenheimWie ein Arzt die Andernacher mit Wein heilt

    Ein Arzt namens Dr. Johann Bacchus, der jedes Leiden seiner Patienten mit Wein heilt - und selbst anscheinend auch eine Menge Wehwehchen hat - und deshalb ins Visier der Ärztekammer geraten ist, steht im Zentrum des fünften Stücks "Der Heiler von Andernach" der Miesenheimer Theatergruppe Bühnenkracher. Eigentlich spielt das Stück in Wintersheim, "aber wir haben nach dem ersten Lesen gedacht: Das könnte man umschreiben", sagt Regisseur Markus Noll, der auch selbst mitspielt.

    Die Theatergruppe Bühnenkracher probt derzeit ihr Stück „Der Heiler von Andernach“ noch im Sozialraum ihres Regisseurs, bald ziehen sie ins Miesenheimer Bürgerhaus um. Foto: Yvonne Stoc
    Die Theatergruppe Bühnenkracher probt derzeit ihr Stück „Der Heiler von Andernach“ noch im Sozialraum ihres Regisseurs, bald ziehen sie ins Miesenheimer Bürgerhaus um.
    Foto: Yvonne Stoc

    Von unserer Redakteurin Yvonne Stock

    Etwa ein Fünftel des Textes veränderte die Gruppe und hat die ein oder andere bekannte Persönlichkeit sowie Andernacher Schauplätze integriert. Bürgermeister in dem Stück ist jedoch eine Frau, die Andernach wegen der Zuschüsse zur Kurstadt machen will: "Allein der Klang: Bad Andernach", schwärmt sie. Den Einwand ihres Arztes, Dr. Bacchus, Andernach habe weder heilende Quellen noch besondere Verfahren, wischt sie weg mit dem Hinweis: "Wir haben Hausmannskost und Weingenuss."

    Seit September vergangenen Jahres proben die zwölf Bühnenkracher-Mitglieder, die zwischen 17 und 65 Jahre alt sind und von denen zehn auf der Bühne stehen, im Sozialraum des Lebensmittelmarkts ihres Regisseurs. Das Türschild "Dr. Bacchus" mit einem Hinweis auf die heilsame Wirkung von Wein hat bereits für irritierte Reaktionen seiner Lieferanten gesorgt, erzählt Noll mit einem Grinsen. Den letzten Feinschliff vor der fast ausverkauften Premiere am 16. April will die Gruppe dem Stück aber am Aufführungsort im Miesenheimer Bürgerhaus geben.

    Es ist das pralle Leben, das sich in der Arztpraxis versammelt: Da ist zum Beispiel die Reinigungsfrau, die gern über Männer lästert: "Du heiratest einen tollen Hecht, und nach 20 Jahren liegt neben dir ein schnarchendes Fass." Oder die Patientin, bei der im Bett nicht mehr so viel läuft. Bacchus verschreibt ihr ein Schlafmittel, damit ihr Mann mal zur Ruhe kommt. Oder der gescheiterte Schauspieler, der an der Achim-Hütten-Academy studiert hat. Kein Wunder, dass der Prüfer von der Kammer meint, der Arzt könnte sich vom Heiler zum Heuler entwickeln.

    Seit ihrer ersten Premiere im Jahr 2009 haben sich die Bühnenkracher auf Stücke mit viel Lachpotenzial fokussiert. Der ehemalige Miesenheimer Organist Andreas Martin gründete die Gruppe mit, der Erlös war für die Orgel bestimmt. Noch heute gibt die Gruppe ihre Einnahmen weiter, gern an Kinder. Die Miesenheimer veranstalten auch das Entenrennen für einen guten Zweck, das in diesem September an einem anderen Ort an der Nette stattfindet, weil der neue Besitzer vom Gut Nettehammer seinen Platz nicht zur Verfügung stellt, erzählt Noll. Mit dem Theatererlös sollen die Ferienfreizeit des Jugendamts und der Verein für Kinder mit cerebraler Hirnschädigung unterstützt werden.

    Wie alle Rollen verteilt sind, darüber möchten die Bühnenkracher ihre Zuschauer noch rätseln lassen. "Wenn man ein Stück liest, weiß man schon, welche Rolle zu wem passt", erzählt Marlies Löcher. In völlig andere Persönlichkeiten einzutauchen, das macht ihnen am meisten Spaß. "Man vergisst alles um einen herum", sagt Noll, der bereits als Kind bei den Messdienern in Plaidt Theater gespielt hat und das Hobby bewusst als Ausgleich zum Job nutzt. Lampenfieber ist ihm fremd, Löcher kämpft damit. "Aber sobald ich auf der Bühne stehe, ist es gut."

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