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  • Syrer (34) erdrosselt Frau fast mit Staubsaugerkabel: Sechs Jahre Haft für Ehemann

    Weißenthurm/Koblenz/Mendig. Er entkam mit seiner Frau (29) dem Krieg in Syrien, lebte danach unter anderem in Mendig – zwei Jahre später strangulierte er sie in Weißenthurm mit einem Staubsaugerkabel fast zu Tode: Jetzt hat das Landgericht Koblenz den Syrer (34) wegen gefährlicher Körperverletzung zu sechs Jahren Haft verurteilt.

    dpa
    dpa

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

    In seinem letzten Wort bat der Familienvater das Gericht um Verzeihung. Doch der Vorsitzende Richter Ralf Bock sagte: "Wir können Ihnen nicht verzeihen, dass Sie Ihre Frau schwer verletzt und fast getötet haben." Die Ehefrau, die heute im Kreis Ahrweiler wohnt, überlebte die Tat laut Ärzten nur mit sehr viel Glück.

    Staatsanwalt Moritz Stübel, der sieben Jahre Haft forderte, warf dem Mann vor: "Sie haben Ihrer Frau in die Augen gesehen und sie bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt." Dessen Verteidiger Nils Kassebohm bewertete die Tat deutlich milder und forderte das Gericht sogar auf, über eine Bewährungsstrafe nachzudenken.

    Es war ein dramatischer Prozess. Der Syrer verweigerte die Aussage - seine Frau musste darum zwei Stunden lang aussagen. Als die Eheleute sich im Gerichtssaal in die Augen blickten, brachen sie in Tränen aus. Vor allem der Mann lag immer wieder mit dem Kopf auf der Tischplatte und schluchzte. Richter Bock unterbrach mehrfach die Verhandlung, damit sich der Mann beruhigen und mit zwei seiner Brüder besprechen konnte.

    Die Eheleute lebten bis 2014 in der syrischen Millionenstadt Aleppo, in der seit Jahren der Bürgerkrieg tobt. Sie flohen in den Nordirak, lebten dort acht Monate lang. Dann ging es weiter über die Türkei und Bulgarien nach Trier, Mendig und Weißenthurm. Dort wohnten sie zuletzt mit ihren beiden Kindern in einer Wohnung.

    Am 22. Mai 2016 hatten sie im Schlafzimmer einen heftigen Streit, der fast in der Katastrophe endete. So kam es laut Aussage der Frau dazu: Die Eheleute waren seit Jahren liiert, stritten sich aber immer öfter. Weil der Mann eifersüchtig war. Und weil er die Familie seiner Frau nicht mochte. Er hatte an neun von zehn Tagen schlechte Laune, da er kein Geld hatte, keine Arbeit fand und schlecht Deutsch sprach. Er schlug seine Frau. Sie flüchtete zweimal zu ihrem Bruder und wollte sich trennen. Am Tattag stritten sich der Mann und die Frau, weil sie auf ein Fest ihrer Familie gehen wollte. Um 10 Uhr morgens ging sie zu Hause los, er packte sie am Arm und überredete sie, zurück in die Wohnung zu kommen. Im Schlafzimmer sagte er: "Ich will dich umbringen!" Er griff das Kabel des Staubsaugers, wickelte es ihr um den Hals und zog zu. Die Frau schrie um Hilfe und wehrte sich erfolglos - so ihre Aussage.

    Nach der Tat holte der Mann aus dem Nebenzimmer eines seiner Kinder, lief auf die Straße und verständigte per Notruf einen Krankenwagen. Er rief fünfmal an, konnte sich aber nur schlecht verständlich machen. Als die Sanitäter die Wohnung betraten, fanden sie die Frau halb unter dem Ehebett. Sie entfernten das Kabel, da kam sie wieder zu Bewusstsein. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

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