40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Mayen/Andernach
  • » Schülerworkshops zum Geysir in Andernach sind gefragt
  • Aus unserem Archiv

    AndernachSchülerworkshops zum Geysir in Andernach sind gefragt

    Das Geysirerlebniszentrum bietet seit vergangenem Jahr verschiedene Workshops für Schüler an. Sie wurden entwickelt, um das Wissen rund um Vulkane und Geysire anschaulich zu vermitteln. Das Besondere daran ist, dass die Teilnehmer selbst experimentieren dürfen.

    Jonas und Julia träufeln Zitronensäure in ein Glas. Diese reagiert mit dem Backpulver am Boden. Dabei entsteht Kohlenstoffdioxid - und die Kerzen im Glas gehen aus. Torsten Lamberz assistiert den Schülern.
    Jonas und Julia träufeln Zitronensäure in ein Glas. Diese reagiert mit dem Backpulver am Boden. Dabei entsteht Kohlenstoffdioxid - und die Kerzen im Glas gehen aus. Torsten Lamberz assistiert den Schülern.
    Foto: Katrin Franzen

    Von unserer Redakteurin Katrin Franzen

    Lehrer greifen gern auf diese Lerneinheiten zurück: 100 Schülergruppen haben 2013 einen Workshop besucht - insgesamt 2500 Kinder und Jugendliche. Zwei Drittel stammen aus der Region, ein Drittel kommt von weiter her, beispielsweise aus Köln, Mainz oder Frankfurt.

    Koordinator und Referent Torsten Lamberz erklärt die Idee dahinter: "Viele Exponate in der Ausstellung laden zum Mitmachen ein. Aber es ist unheimlich schwer, mit einer Schulklasse von 25 Kindern eine Wissensvermittlung hinzubekommen. Da gibt es einfach zu viel Ablenkung." Damit die Schüler dennoch etwas lernen, haben er und seine Kollegin Yvonne Sarrazin die Workshops entwickelt.

    Die Nickenicher Grundschullehrerin Susan Neukirch hat ihre Klasse 4 b an diesem Morgen nach Andernach begleitet. "Wir haben hier so tolle Sachen vor Ort, die wollen wir den Kindern näherbringen", erklärt sie. Ihre Schüler hatten im vergangenen Jahr einen Workshop zu Vulkanen. Passend dazu wurde das Thema im Unterricht bearbeitet. Heute geht es im Seminar um Geysire. Anschließend besuchen die Nickenicher die interaktive Ausstellung im Erlebniszentrum und natürlich den Geysir.

    Vor Torsten Lamberz und Yvonne Sarrazin sitzen 21 Schüler und schauen sie gespannt an. Lamberz fragt: "Wer von euch war denn schon mal beim Geysir?" Die Hälfte der Kinder meldet sich. "Wisst ihr, was aus dem Geysir herauskommt?" Klare Sache: Wasser. "Ist das warm oder kalt?" Fünf Schüler sind für warmes, der Rest ist für kaltes Wasser. Ein Schüler ruft: "Das sprudelt auch."

    Die Kinder erfahren anhand von animierten Bildprojektionen und durch Erzählungen, worin der Unterschied von Kalt- und Warmwassergeysiren besteht. Das ist so anschaulich, dass sie sich die Abläufe im Boden und das Springen des Wassers gut vorstellen können.

    Die Referenten beziehen die Kinder immer wieder ein. Auch werden Filmsequenzen gezeigt: beispielsweise von zwei verschiedenen Geysiren, vom Brodeln bis zum Ausbruch. "Wisst ihr, welcher der kalte und welcher der warme ist?", fragt Yvonne Sarrazin. Ein Junge sagt: "Der Dicke ist der heiße. Der qualmt." Das Wasser schießt in die Höhe, und verschwindet. Der Kaltwassergeysir hingegen ist schmaler und bleibt wesentlich länger in der Luft.

    Dass das Springen durch Wasserdampf- oder Gasdruck ausgelöst wird, weiß nun jedes Kind. Das Wasser des Kaltwassergeysirs läuft in ein Brunnenrohr und wird durch Kohlenstoffdioxid so stark zusammengepresst, dass es irgendwann nach oben entweicht - anschließend läuft das Brunnenrohr wieder voll, bis zur nächsten Fontäne.

    Nach der Theorieeinheit experimentieren die Kinder mit Kohlenstoffdioxid. In eine DIN-A4 große Wasserschale wird ein umgedrehtes Wasserglas mit kleiner Ausschenkstelle gesetzt. Die Kinder schieben schnell und geschickt drei Brausetabletten darunter. Nach und nach verdrängt das sprudelnde Kohlenstoffdioxid das Wasser durch die Ausschenkstelle - und der Wasserstand in der Schale steigt. Anschließend wird das Glas mit einer Platte abgedeckt und herausgeholt - sein Inhalt wird in ein Windlicht gegossen. Die Flamme geht aus. Die Kinder lachen. Torsten Lamberz erklärt: "Das ist das Kohlenstoffdioxid im Glas, das den Sauerstoff verdrängt." Dann folgen weitere Experimente - bis letztendlich ein kleiner Geysir zum Ausbruch gebracht wird.

    Die Schüler sind angetan von diesem praxisnahen Unterricht. Denn oft wird auch gelacht, manchmal ist es spannend und meist wirklich interessant. Ambra (9) erzählt: "Ich finde es toll. Ich wusste nicht, wie der Geysir ausbricht." Und Julia (9) sagt, bevor es in die Ausstellung geht: "Am besten haben mir am Workshop die Experimente gefallen, also dass wir selber was machen durften."

    Die Workshops werden weiterentwickelt

    Torsten Lamberz und Yvonne Sarrazin arbeiten immer wieder an neuen Workshops. Für die aktuelle Saison ist ein Schülerkurs zu Mineralwasser entstanden. Im Laufe des Jahres soll einer zu Wasser- und Luftdruck entstehen. Lamberz betont: "Zurzeit erstellen wir Übungsmaterialien und Arbeitsblätter für jeden Workshop." Lehrer möchten die Kurse mit ihren Schülern nachbereiten. "Wir wollen uns stetig verbessern", sagt Lamberz. Dazu gehört auch, dass die Workshops fetzigere Namen bekommen sollen. Die Nachfrage ist ungebremst groß: Fürs laufende Jahr sind bereits 60 Seminare gebucht. Aktuell gibt es Workshops zu Mineralwasser, Gestein, Geysiren, Kohlenstoffdioxid, Vulkanismus und Wasser. Kontakt: Torsten Lamberz, 02632/958008-16; lamberz@gysir-andernach.de kaf

    Mayen-Andernach
    Meistgelesene Artikel
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    Mayen: 725 Jahre Stadt
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Freitag

    12°C - 23°C
    Samstag

    11°C - 20°C
    Sonntag

    11°C - 20°C
    Montag

    14°C - 23°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige