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  • Bühne Mayenspieler feiern mit "Neurosige Zeiten" Premiere

    "Neurosige Zeiten": Mayenspieler zeigen ironisches Spiel statt platter Sexkomödie

    Hausen. „Neurosige Zeiten“ standen den Premierenbesuchern am Freitagabend bevor: Mit starkem Schauspiel brachten die Mayenspieler die gleichnamige Verwechslungskomödie von Winnie Abel im voll besetzten Hausener Bürgerhaus auf die Bühne.

    Tuppertannte Herta (Karin Brandt-Müller) wurde vom soziophoben Willi (Bernd Drasdo) ins Reich der Träume befördert. Mit Unterstützung von Desiree (Andrea Nett, links) und Volksmusikfan Marianne (Corinna Altenhofen) wickelte der Willi sie in einen Teppich ein.  Foto: Elvira Bell
    Tuppertannte Herta (Karin Brandt-Müller) wurde vom soziophoben Willi (Bernd Drasdo) ins Reich der Träume befördert. Mit Unterstützung von Desiree (Andrea Nett, links) und Volksmusikfan Marianne (Corinna Altenhofen) wickelte der Willi sie in einen Teppich ein.
    Foto: Elvira Bell

    Wer ist hier eigentlich verrückt? Und was heißt überhaupt normal? Mit diesen Fragen aber auch mit dem liebevollen und toleranten Miteinander der skurrilen Bewohner in der offenen Wohngruppe der Mayen-Hausener Psychiatrie wurden die Besucher konfrontiert. Mehr noch: Ihnen wurde vor Augen geführt, wie die von den Mayenspielern liebenswert ironisch dargestellten unterschiedlichen Charaktere es gelernt haben, solidarisch zu sein und die Eigenheiten des anderen zu verteidigen und zu schützen. Alle das spiegelt sich auch in dem unerwarteten Ende der Aufführung wieder.

    Da sich vieles in der Inszenierung um die sexsüchtige Hauptperson Agnes (Melanie Surdyk) drehe sei es im Erarbeitungsprozess wichtig gewesen, „keine platte Sexkomödie aus dem Stück zu machen“, berichtet Johannes Knussmann im RZ-Gespräch. Dieses Ziel haben das Ensemble und Regisseur Ewald Franz zweifelsohne erreicht. Knussmann, der in die Rolle eines sensationslüsternen, schmierigen und ungehobelten Reporters schlüpfte, war ebenso wie alle anderen Ensemblemitglieder gespannt, wie die im wahrsten Sinne des Wortes irre Komödie vom Publikum angenommen würde. Die intensiven Vorbereitungen haben sich die gelohnt: All die Missverständnisse, Wortspielereien und Verwechslungen wurden vom Publikum mit Szenenapplaus und Lachsalven quittiert.

    Zur Handlung: Agnes, Tochter einer Hoteldynastie, landet nach einer sexuellen Attacke auf ihren Chef in der Psychiatrie. Natürlich darf ihre Mutter Cecile Adolon (Marion Mertz) vom Drang der Tochter, Männer erotisch zu bezirzen, nichts wissen. Oder hat Agnes dieses Gen möglicherweise von ihrer Mutter geerbt? Fakt ist: Nicht jeder Mann erliegt den Reizen von Agnes. Hans, ein ehemaliger zwangsneurotischer Finanzbeamter (Michael Hundeborn) ignoriert ihren Annäherungsversuch. Der penible Mitbewohner lässt sich im dann aber zögerlich darauf ein, ihren Lebensgefährten zu spielen.

    Mit von der Partie als Bewohnerin ist Andrea Nett alias Desiree. Die Malerin schwankt zwischen völliger Niedergeschlagenheit und überbordender Fröhlichkeit. Nett, die erst seit Januar dem Ensemble angehört, meisterte ihren ersten Auftritt mit Bravour. Die in den Volksmusikstar Hardi Hammer (Udo Weiskopf) verliebte Stalkerin Marianne (Corinna Altenhofen) und der soziophobe Willi (Bernd Drasdo) komplettieren die offene Wohngruppe. Diese wird von Beschäftigungstherapeut Rolf (Willi Weber) und Dr. Dr. Schanz (Sina Kaspari), der alleinstehenden Chefin der Psychiatrie, betreut. Als sich schließlich Cecile Adolon in der vermeintlichen Villa ihrer Tochter ankündigt, liegen die Nerven von Agnes brach. Sie gerät in Panik. Das Chaos ist programmiert. Die junge Frau bittet ihre Mitbewohner: „Benehmt euch wie normale Menschen.“ Zunächst taucht eine hysterische Tuppertante (Herta Karin Brandt-Müller) auf. Die Handelsreisende wird versehentlich für Cecile Adolon gehalten und ins Reich der Träume befördert. Als wenig später die „echte“ Mutter auftaucht, überschlagen sich die Ereignisse.

    „Es war fantastisch erfrischend“, lobte Hans Schiling. Der Vorsitzende des Landesverbandes Amateurtheater verfolgt seit Jahren die Aufführungen der Mayenspieler.

    Weitere Vorstellungen gibt es am Mittwoch, 22., und Freitag, 24. März, jeweils 20 Uhr, am Sonntag, 26., 18 Uhr, Donnerstag, 30. März und Sonntag, 2. April, jeweils 18 Uhr.

    Von unserer Mitarbeiterin
    Elvira Bell

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