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  • Kandidatenporträt Wahlkreis 11: Uwe Junge tritt für die AfD an

    Andernach. Die heiße Phase des Landtagswahlkampfs hat begonnen. Die RZ stellt nach und nach die Kandidaten vor, die in den Wahlkreisen antreten. Heute: Uwe Junge, der für die AfD im Wahlkreis 11 kandidiert.

    AfD-Kandidat Uwe Junge sorgt sich um die innere Sicherheit. Er hat sich vor der Polizeiinspektion Andernach für ein Foto aufgestellt. Foto: Anne Fuhrmann
    AfD-Kandidat Uwe Junge sorgt sich um die innere Sicherheit. Er hat sich vor der Polizeiinspektion Andernach für ein Foto aufgestellt.
    Foto: Anne Fuhrmann - ys

    Von unserer Redakteurin Anne Fuhrmann

    Andernach/Mertloch. Eigentlich wollte Uwe Junge bald seinen Ruhestand genießen. Im Dezember beginnt für den Landesvorsitzenden der Alternative für Deutschland (AfD) die Pension. Mit seiner Frau hatte er sich weitere Fernreisen und ähnliche Unternehmungen vorgenommen. Das aber muss voraussichtlich warten, denn laut aktuellen Umfragen hat der 58-jährige Spitzenkandidat seiner Partei gute Chancen, in den Landtag einzuziehen. Als Direktkandidat tritt er auch im Wahlkreis Andernach (11) an.

    "Ich habe ein politisches Amt ursprünglich nicht angestrebt. Das war so nicht geplant, aber ich habe jetzt großen Spaß dabei", sagt der Berufsoffizier. Schon immer war der gebürtige Hildesheimer an der Politik interessiert. Mit 17 Jahren trat er in die Junge Union ein, später war er CDU-Mitglied. 2009 entschloss er sich jedoch, den Christdemokraten den Rücken zu kehren. "Ich bin dort ausgetreten, weil meiner Meinung nach unter Angela Merkel die konservative Richtung verloren gegangen ist", sagt der Vater zweier erwachsener Kinder. 2010 schloss er sich der islamkritischen Partei Die Freiheit an. "Ich bin aber schon 2011 wieder ausgetreten, weil die Partei mir zu einseitig orientiert war", erklärt er. Anfang 2013 wurde der Oberstleutnant auf die AfD aufmerksam.

    Inzwischen sitzt Uwe Junge als Fraktionsvorsitzender für seine Partei im Kreistag. Dass er nun auch in den Landtag strebt, ist für den Soldaten, der seit 2003 in Mertloch wohnt, nur folgerichtig. "Durch meinen Beruf habe ich Disziplin und Pflichtbewusstsein gelernt", sagt er. Das komme ihm auch in der Politik zugute, meint er.

    Die innere Sicherheit liegt dem 58-Jährigen sehr am Herzen. Er befürwortet die Einführung einer Laufbahn auf mittlerer Ebene, fordert damit auch eine bessere Ausrüstung und Besoldung für die Polizei. "Viele Polizeistationen sind zu schwach besetzt. Im Bundesdurchschnitt wurde in Rheinland-Pfalz am stärksten reduziert", sagt er. Es müssten weitere Beamte eingestellt werden, auch in dieser Region.

    RZ-Wahlfragebogen: Uwe Junge antwortet

    Einsetzen will sich Junge auch für eine stärkere Förderung des Mittelstandes. Dazu ist es nach seiner Ansicht notwendig, das Breitbandnetz auszubauen. "Das wurde immer wieder versprochen, aber bisher hat das nicht stattgefunden", kritisiert er. Allerdings locke man nur dann Menschen auf das Land, wenn das Internet leistungsstark ist.

    Nachholbedarf sieht der Direktkandidat ebenfalls bei der Infrastruktur. Viele Landesstraßen seien sehr marode. "Da muss mehr passieren. Die Mittel werden leider anderweitig genutzt." Uwe Junge befürwortet zudem den Bau der Mittelrheinbrücke und den Lückenschluss der A 1. Von Letzterem würde nach seiner Einschätzung auch die Region profitieren - in Form von weniger Verkehr. "Man merkt, dass viele Lkw, die in Richtung Nordrhein-Westfalen wollen, in Mayen über die Bundesstraße abkürzen", gibt er zu bedenken.

    Als Herausforderung bezeichnet es Uwe Junge, dem Ärztemangel auf dem Land vorzubeugen. Er kann sich ein Sponsoring für Medizinstudenten vorstellen, die sich im Gegenzug verpflichten, in einer Praxis in der Region zu arbeiten.

    Gut gefällt dem Direktkandidaten, dass im Kreis MYK die dezentrale Unterbringung von Asylsuchenden angestrebt wird. "Bisher sind die Flüchtlinge gut verteilt. Ich mache mir aber Sorgen, dass es bald Sammelunterkünfte geben muss", sagt er. Auch in Andernach sei die Obergrenze erreicht, die Integration der Flüchtlinge werde schwieriger. Junge spricht sich dafür aus, Menschen ohne Bleibeperspektive konsequent abzuschieben. "Am besten sollte man sie direkt an der Grenze abweisen", meint er. Dadurch ließen sich diejenigen mit dauerhaftem Bleiberecht besser versorgen und integrieren. Von Forderungen, auf Flüchtlinge zu schießen, von Übergriffen auf Asylbewerber und rechten Strömungen in der Partei distanziert sich Junge aber ausdrücklich. "Ich stehe seit 38 Jahren als Staatsbürger in Uniform für die freiheitlich demokratische Grundordnung ein. Es beleidigt mich, wenn man mich als Nazi beschimpft", sagt er.

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