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  • MendigHochwasserschutz: Aktionsplan soll Mendig vor Fluten bewahren

    Ein knappes Jahr nach dem heftigen Hochwasser in Obermendig hat die Verbandsgemeinde (VG) Mendig kurzfristige Maßnahmen für einen besseren Schutz der Anwohner bereits umgesetzt. Der große Wurf steht indes noch bevor: Sobald das Land eine beantragte Förderung zusagt, sollen die Arbeiten an einem umfassenden Hochwasserschutzkonzept beginnen.

    Ein Bach, drei Phasen (von links): Während der Kellbach in Obermendig noch in einer künstlich angelegten Rinne fließt, läuft in Niedermendig nahe der Mühlenstraße derzeit die Renaturierung. Die ist nach dem Zusammenfluss mit dem Thürer Bach in den Thürer Wiesen schon abgeschlossen.
    Ein Bach, drei Phasen (von links): Während der Kellbach in Obermendig noch in einer künstlich angelegten Rinne fließt, läuft in Niedermendig nahe der Mühlenstraße derzeit die Renaturierung. Die ist nach dem Zusammenfluss mit dem Thürer Bach in den Thürer Wiesen schon abgeschlossen.
    Foto: Andreas Walz

    Die Voraussetzungen dafür hat der VG-Rat bereits geschaffen. Dass ein Konzept erstellt werden soll, ist ebenso beschlossene Sache wie die Finanzierung vonseiten der Verbandsgemeinde. Im VG-Haushalt 2017 stehen für die Ausarbeitung des Konzepts und die Umsetzung konkreter Maßnahmen 125.000 Euro bereit. „Wir brauchen jetzt nur noch die Förderzusage des Landes, dann können wir direkt Aufträge vergeben“, sagt VG-Bürgermeister Jörg Lempertz.

    Vom Hochwasserschutzkonzept versprechen sich die Verantwortlichen bei der VG Mendig eine ganze Menge. „Wir wollen eine Konzeption, die alles seriös analysiert“, sagt Lempertz und nennt beispielhaft die Bachzu- und -abläufe sowie mögliche Barrieren und Engpässe. Dem VG-Bürgermeister ist wichtig, keinen Aktionismus zu betreiben, sondern alle Entscheidungen auf einer verlässlichen Grundlage zu treffen. „Wir müssen sichergehen, dass durch eventuelle Maßnahmen bei anderen Bachanliegern keine Verschlechterungen entstehen“, betont Lempertz.

    Eine solche umfassende Analyse braucht ihre Zeit. Die VG-Verwaltung geht davon aus, dass die Arbeiten am Hochwasserschutzkonzept rund ein Jahr in Anspruch nehmen werden.

    Ein Ziel der Verwaltung ist es, die Bachläufe in Mendig so weit wie möglich zu renaturieren. „Je mehr sich renaturieren lässt“, erläutert Lempertz, „desto besser ist es für die Ökologie, die Lebensqualität und den Hochwasserschutz.“ Entsprechende Arbeiten laufen – unabhängig vom geplanten Hochwasserschutzkonzept – derzeit am Kellbach nahe der Mühlenstraße in Niedermendig. Weitere Renaturierungsprojekte sollen folgen, „aber da sind wir auch auf die Unterstützung der Anlieger angewiesen“, sagt Lempertz.

    In der Vergangenheit gab es Renaturierungsarbeiten unter anderem schon am Beller und am Thürer Bach. Auch am Kellbach war die Verbandsgemeinde bereits tätig; das Hochwasser nach dem extremen Unwetter im vergangenen Juni, bei dem Gärten, Straßen und Gebäude in Obermendig überflutet wurden (die RZ berichtete), konnte dadurch aber nicht verhindert werden.

    Deswegen hat die Verbandsgemeinde nach dem Hochwasser kurzfristige Maßnahmen beschlossen, die den Schutz der Anlieger verbessern sollen. Am Obermendiger Weiher zum Beispiel wird die Balkenanlage am Wehr um 25 Zentimeter erhöht. Dadurch kann der Weiher statt 800 Kubikmeter Wasser künftig rund 2000 Kubikmeter Wasser aufnehmen, wodurch der Abfluss in den Kellbach gebremst wird. Auf dem Grundstück des Hirschbrunnsbungert unterhalb des Kindergartens St. Genovefa soll eine zusätzliche Rechenanlage gebaut werden. Dieser Plan kann umgesetzt werden, sobald die Förderzusage vorliegt. Und oberhalb des Parkplatzes am Gänsehals bei Bell soll ein Regenrückhaltebecken gebaut werden, damit das Wasser gar nicht erst über den Beller Bach nach Mendig fließt.

    Das Thema Hochwasserschutz ist zuletzt auch in der Politik wieder zur Sprache gekommen. In der jüngsten Sitzung des VG-Rates nutzte Mendigs Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel die Gelegenheit, sich nach dem aktuellen Stand der Dinge zu erkundigen. Zuvor hatte auch der städtische Beigeordnete Markus Tiede in einem Brief die Frage aufgeworfen, welche ihrer Ankündigungen die VG-Verwaltung nach dem Hochwasser vom vergangenen Juni bereits umgesetzt hat.

    „Die Natur lässt sich nicht zu 100 Prozent beherrschen“, stellt Jörg Lempertz in diesem Zusammenhang zunächst fest, fasst die Anstrengungen der Verbandsgemeinde allerdings auch wie folgt zusammen: „Aber wir wollen die Situation so sicher wie möglich gestalten, soweit es technisch und finanziell umsetzbar ist.“

    Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

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