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    AndernachGrößere Zerstörungen in der Essbaren Stadt: Polizei hat verwirrte Frau in Verdacht

    Zum ersten Mal seit den ersten Pflanzaktionen der Essbaren Stadt im Jahr 2010 beklagt die Stadt Andernach größere Vandalismusschäden. Während im sozialen Netzwerk sämtliche Vorurteile gegenüber der randalierenden und trinkenden Jugend von heute als Erklärung herhalten müssen, erläutert die Andernacher Polizei der RZ, dass vermutlich etwas ganz anderes dahinter steckt.

     

    Foto: ys

    Von unserer Redakteurin Yvonne Stock

    Unter anderem wurden zwei etwa 2,50 Meter hohe Kakipflaumenbäume am Bouleplatz an der Stadtmauer abgebrochen. Der Bohnen-Tipi wurde umgeworfen und damit zerstört. Zahlreiche Sonnenblumen wurden aus dem Boden gerissen oder abgeknickt, teilt Stadtsprecher Christoph Maurer mit. Den Schaden schätzt die Verwaltung auf rund 1500 Euro.

    Die Polizei liegt zwar schräg gegenüber des Tatorts. Die Beamten können aber nicht aus dem Fenster schauen, wie Polizeichef Björn Neureuter aufgrund der vielen negativen Kommentare im sozialen Netzwerk betont, aber einer Streifenwagenbesatzung sind die Zerstörungen am Wochenende aufgefallen. Sie trafen dort nach Angaben Neureuters auf eine 48-jährige, verwirrte Frau, die in der Essbaren Stadt schlief.

    "Die Frau ist nicht vernehmungsfähig", sagt Neureuter. Die Beamten brachten sie zurück in das Unterbringungskrankenhaus. Weil sie aufgrund ihrer psychischen Erkrankung nicht gefragt werden kann, ob sie wirklich diejenige ist, die die Pflanzen und das Tipi zerstört hat, wird der Fall wohl nie zu 100 Prozent aufgeklärt werden. Für Neureuter liegt der Schluss aber nahe, dass sie es war. Das bedeutet aber auch, dass die Stadt wohl auf ihrem Schaden sitzen bleiben wird, weil es keinen Täter gibt, den ein Gericht zu einer Schadensersatzleistung verurteilen kann. Die Beamten haben noch versucht, einige der mit Wurzel herausgerissenen Pflanzen zu retten, indem sie diese schnell in den Teich hinter der Polizeistation gelegt haben, erzählt Neureuter. Ihre Mühe war vergeblich.

    Bisher gehörten Weinblätter, die zu zahlreich geerntet wurden und damit die Reben gefährdeten und Obst und Gemüse, das zu früh geerntet und dann weggeschmissen wurde, noch zu den größeren Schäden. Auch in den Pflanzkisten in der Fußgängerzone, auf die einige der dahinter liegenden Ladenbesitzer ein Auge haben, muss manchmal morgens aufgeräumt werden. "Ganz verhindern können wir Vandalismus im öffentlichen Raum nie", sagt Neureuter. Aber insgesamt war die Stadt immer sehr zufrieden, weil der große, anfangs befürchtete Zerstörung ausblieb. "Natürlich ist auch die Stadtspitze verärgert über den Vorfall", sagt Stadtsprecher Maurer. "Aber man muss bedenken, dass dies in sieben Jahren der erste größere Schaden war."

    Die Stadt will das Tipi im nächsten Frühjahr wieder aufbauen. Für dieses Jahr lohnt sich das nicht, weil jetzt im Herbst nichts mehr hochwachsen würde, sagt Maurer. "Wir machen mit der Essbaren Stadt weiter wie bisher und hoffen, dass durch diesen Vorfall die Wachsamkeit erhöht wird."

    Zeugen, die die Zerstörung beobachtet haben, werden gebeten, sich bei der Polizei Andernach unter Tel. 02632/9210 zu melden.

    Mayen-Andernach
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