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  • Erweiterung des Rad-Wanderwegs bei Ochtendung: Echsen werden von Bahngleisen vertrieben

    Ochtendung. Die Erweiterung des Maifelder Rad-Wanderwegs vom ehemaligen Bahnhof in Ochtendung in Richtung Bassenheim macht Fortschritte. Noch in diesem Herbst soll die zugewachsene Bahnstrecke gerodet werden. Bis die Bauarbeiten beginnen können, wird allerdings mehr Zeit verstreichen als ursprünglich gehofft. Die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren sind zwar inzwischen bei dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) eingereicht worden. Um das Vorhaben umsetzen zu können, müssen zuerst jedoch geschützte Kleinreptilien eine neue Heimat finden.

    Die zugewucherten Gleise sollen noch in diesem Herbst freigestellt werden. Vor dem Bau der Erweiterung des Rad-Wanderwegs von Ochtendung nach Bassenheim müssen allerdings dort lebende Zauneidechsen die Ausweichquartiere bezogen haben.  Foto: Heinz Israel
    Die zugewucherten Gleise sollen noch in diesem Herbst freigestellt werden. Vor dem Bau der Erweiterung des Rad-Wanderwegs von Ochtendung nach Bassenheim müssen allerdings dort lebende Zauneidechsen die Ausweichquartiere bezogen haben.
    Foto: Heinz Israel - hi

    Von unserer Redakteurin Anne Fuhrmann

    Ökologische Aspekte sind es vor allem, die den Beginn der Arbeiten bisher verzögert haben, sagte Maximilian Mumm im Gespräch mit der RZ. Zunächst habe man Gutachten abwarten müssen. "Wir haben Biologen beauftragt, um zu erfassen, welche schützenswerten Tiere momentan da sind", erklärte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Maifeld. Dabei wurde auf Ochtendunger Gebiet die seltene Zauneidechse gefunden.

    Sie ist an den Gleisen heimisch geworden, nachdem die Bahnstrecke im Laufe der Zeit zugewuchert ist. Um die Echsen aus dem Planungsbereich herauszubekommen, wird ein anderes Verfahren angewandt als das, was beim Bau des Logistikzentrums an der Deponie zum Einsatz kam. Damals wurden die Zauneidechsen auf den Michelberg umgesiedelt. "Die Tiere werden dieses Mal vergrämt", erläuterte Biologin Dr. Sigrid Lenz auf Anfrage. Dabei geht es darum, den Lebensraum für die Echsen unattraktiv zu machen, damit sie sich in Ausweichquartiere begeben. Konkret bedeutet dies, dass die Bahnstrecke mit Folien abgedeckt wird. Die Tiere sollen sich dann ihren Weg nach draußen suchen und in die neuen Lebensräume ausweichen. "Das kann aber nur zu Zeiten passieren, in denen die Echsen aktiv sind. Deshalb passiert momentan noch nichts", sagte die Biologin. Der genaue Zeitplan sei noch unklar.

    Das Fachkonzept "Artenschutz" sieht vor, dass die Ausweichquartiere unmittelbar angrenzend an die Bahnflächen im Bereich des Bahnhofsgeländes bis zum Steinbruch Dr. Clement hergestellt werden. Diese Flächen hat die Gemeinde Ochtendung bereits weitestgehend erworben. Zum Teil liegen die Ausweichquartiere auch auf schon vorhandenen gemeindeeigenen Ausgleichsflächen des Industriegebietes Oberholz. Ohne das Ausweisen des neuen Lebensraums wäre die Erweiterung des Rad-Wanderwegs nicht genehmigungsfähig.

    Die Entwurfsplanung für das neue Stück des Rad-Wanderwegs ist erarbeitet. Maximilian Mumm geht davon aus, dass im kommenden Jahr das Planfeststellungsverfahren beendet werden kann und eine Baugenehmigung von der Kreisverwaltung vorliegt. "Schon 2017 könnten wir dann die Gleise abbauen", sagte der Bürgermeister. Mit etwas Glück wäre somit der Baubeginn im Frühjahr 2018 möglich. "Ich hoffe, dass wir dann bald auf der Strecke mit dem Rad fahren können."

    Die Strecke soll insgesamt um 6,1 Kilometer verlängert werden - vom alten Ochtendunger Bahnhof nach Bassenheim bis zur K 66 (Richtung Wolken) am ehemaligen Bahnübergang. Derzeit wird mit Kosten in Höhe von 1,6 Millionen Euro kalkuliert, wovon die Verbandsgemeinde Weißenthurm den größten Teil trägt.

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