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    BoosDie Welt zu Gast im Booser Wald

    International ging es jetzt im Booser Staatswald zu. Junge Forststudenten zehn verschiedener Nationalitäten waren bei Forstrevierleiter Axel Schneider zu Gast. Im Zusammenhang mit ihrem Studium verbringen die angehenden Förster mehrere Wochen in Rheinland-Pfalz, um sich über Arbeitsmethoden und Waldstrukturen zu informieren, aber auch, um ein wenig Land und Leute kennenzulernen. Organisiert wird das Workcamp von den Landesforsten Rheinland-Pfalz.

    Boos - International ging es jetzt im Booser Staatswald zu. Junge Forststudenten zehn verschiedener Nationalitäten waren bei Forstrevierleiter Axel Schneider zu Gast. Im Zusammenhang mit ihrem Studium verbringen die angehenden Förster mehrere Wochen in Rheinland-Pfalz, um sich über Arbeitsmethoden und Waldstrukturen zu informieren, aber auch, um ein wenig Land und Leute kennenzulernen. Organisiert wird das Workcamp von den Landesforsten Rheinland-Pfalz.


    Im Booser Wald, dort, wo sich normalerweise nur Fuchs und Hase gute Nacht sagen, dort, wo sich Wildschwein und Reh ein Stelldichein geben, dort tummelten sich jüngst ein Dutzend Forststudenten aus europäischen und asiatischen Ländern. Bei den Besuchern handelte es sich um Nachwuchsförster, die sich in ihren Heimatländern künftig um eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder bemühen sollen.
    Untergebracht sind die Studenten im Waldjugendheim Kolbenstein bei Boppard, das in Kooperation der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald mit den Landesforsten Rheinland-Pfalz betrieben wird. Betreut werden die Gäste vom Landesforstenbediensteten Christoph Mayer.
    Mayer zeigte sich erfreut darüber, dass gerade jetzt, im „Internationalen Jahr der Wälder“, junge Menschen aus aller Welt hierher kommen, um sich über den deutschen Wald und seine Belange zu informieren. Forsteinrichter Helmut Rieger und Axel Schneider vermittelten den Forststudenten während ihres Aufenthaltes in Boos in kurzweiliger Form Methoden der Waldbewirtschaftung. Darüber hinaus erhielten die Exkursionsteilnehmer eine interessante, anschaulich gestaltete Lehrstunde über die Geologie des rheinischen Schiefergebirges und die hier vorherrschenden Bodenstrukturen. „Dass den jungen Menschen der Aufenthalt in Booser Wald Freude bereitete, zeigt die Aussage von Daryl Hughes aus England: „Wir haben viel Spaß“, sagte er in gutem Deutsch. Doch die „Amtssprache“ an diesem Tag war Englisch. Christoph Mayer bewies sich als kenntnisreicher Übersetzer.

    „Schon seit 15 Jahren veranstalten wir diese Workcamps. Während ihres vierwöchigen Aufenthaltes wird den jungen Menschen die Möglichkeit geboten, Erfahrungen in Sachen Waldbau zu sammeln, die sie später für ihre eigene Arbeit nutzen können. Der aktiven Mitarbeit im Forst wird dabei eine große Bedeutung beigemessen“, berichtet Mayer. An einem Tag in der Woche unternimmt die Gruppe eine Exkursion, wobei sie Wälder von Forstkollegen aufsuchen oder auch Sehenswürdigkeiten besichtigen. So folgte dem Besuch in Boos noch ein Aufenthalt am Laacher See, wo die Studenten von Förster Karl-Hermann Graef begrüßt wurden. „Wir freuen uns natürlich, wenn die hier entstandenen Kontakte auch im Nachhinein gepflegt werden. So ergibt sich nach und nach ein Netzwerk, in dem sich ausgetauscht werden kann“, bemerkt Mayer.
    Er, wie auch seine Kollegen von den Landesforsten sind in den heimischen Wäldern nicht nur zuständig für die Holzernte gemäß des Gebots der Nachhaltigkeit. Vielmehr ist ihnen auch daran gelegen, den Menschen den Wald in all seinen Facetten, seine soziale Bedeutung als Erholungsraum und natürlich auch als ein Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen nahe zu bringen. Zahlreiche Veranstaltungen sollen dazu beitragen, dieses Ansinnen zu vermitteln.
    Drei Themen umfasste das Besuchsprogramm im Boos: Waldbau, Bodenkunde und ein Waldbegang, der unter anderem zum Naturwaldreservat „Etscheid“ führte. In einem 35 Jahre alten Buchenbestand, der aus einer reinen Naturverjüngung emporwuchs, erläuterten Helmut Rieger und Axel Schneider die dortige Vorgehensweise bei der Waldbearbeitung.

    Demnach werden gezielt Zukunftsbäume ausgesucht, die gepflegt und gehegt werden. Damit ihnen Licht und Luft zum Wachsen geboten wird, werden die schwächeren Bäume um sie herum gefällt. „Pro Hektar stehen letztendlich nur 30 Zukunftsbäume“, so Axel Schneider. Durch die gezielte Förderung der Bäume verspricht man sich später einen genau so hohen Ertrag wie er heute mit viel mehr Arbeit auf größerer Fläche, auf der viele Bäume gefällt werden, erzielt wird. Rieger erläuterte den Studenten die geologischen Gegebenheiten des rheinischen Schiefergebirges. Dabei zeigte er den Studenten mehr als 200 Jahre alte Tonpfeifen, die er im Wurzelgeflecht eines Baumes im Westerwald gefunden hat, der auf Tonerde, eine der Bodenstrukturen, die im Schiefergebirge nachzuweisen ist, wuchs. Auch eine Karte präsentierte er den Forststudenten, auf der die Bodenstrukturen einer Region anhand ihnen zugewiesener Farben zu erkennen sind. Die Herstellung einer derartigen kostet beträgt 25 000 Euro“, so Rieger. „Ich mache es für 15 000 Euro“, scherzte Patrick Buttner aus Irland. Abschließend demonstrierte Rieger mit einem Hohlstab, den er tief in den Waldboden schlug, wie Bodenproben entnommen und bewertet werden.Franz-Josef Dosio

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